Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 34. 2004 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (2005)
Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz, Jenő: Gorsium–Herculia. Teil I: Forschungen 2. XXXIV. p. 45–80. T. I–XVIII.
Die Forschung versuchte das Fragment D[ —] in der Form von divi Marci (CIL III, 3342), Dolicheni (Alföldi 1940, 198), Dianae (Egger 1960, 167-169; - Alföldy 1961, 300-302), Deorum Magnorum (Alföldy 1997, 225-241) zu ergänzen. Bei den vier möglichen Lesungen zog allein Mommsen den Tempel des provinziellen Kaiserkultes in Erwägung und hielt ihn für den Tempel Mark Aureis, der in einer Stuhlweißenburger Inschrift erwähnt wird. 79 Den nach 198 wiederhergestellten Tempel allerdings kann man, selbst wenn er vor Alter zusammengefallen oder während der Markomannenkriege vernichtet oder beschädigt worden war (wie aufgrund der Freilegungen Gebäude X, XXXIV, XL und viele andere Bauten), das heißt noch zu Lebzeiten Mark Aureis, auf keinen Fall mit dem im Jahre 211 erwähnten Tempel identifizieren. Alle weiteren Auflösungsversuche stammen von Forschern, die sich bei der Deutung nicht an Mommsen hielte, das heißt, sie brachten das Inschriftfragment nicht mit den Wiederherstellungsarbeiten des Tempels für den Kaiserkult in Zusammenhang. Bei einer Ergänzung des Namens der Gottheit auf Diana kann mit Ausnahme des Buchstaben D nichts weiter angeführt werden. Diese Göttin spielte weder im religiösen Leben der Provinz, noch in der kaiserlichen Ideologie, noch in der SeverusDynastie eine so hervorragende Rolle, dass aus Anlass des Pannonienbesuches der Herrscher gerade der Tempel dieser Göttin wiederhergestellt worden wäre. Iuppiter Optimus Maximus Dolichenus gehörte, wie dies auch der Altar aus Sárpentele zum Ausdruck bringt, zu den von Septimius Severus besonders verehrten Göttern. Aber es ist kaum vorstellbar, dass man den Name dieser Gottheit in dem aus Anlass des Kaiserbesuches wiederhergestellten Tempel in der vereinfachten Form Dolichenus - und nicht I. O. M. Dolichenus - geschrieben hätte. Zu der Ergänzung Deorum Magnorum inspirierte ebenfalls nur der Buchstabe D. Sollte die Lesung der Inschrift als Dii Magni richtig sein, 80 bleibt nur noch fraglich, ob ähnlich den anderen östlichen Gottheiten (Deus Elagabalus, Dolichenus, Mithras, Sabazios) dieser in Pannonién unbedeutende Kult - so wie die kaum bekannte Domnus- und Domna-Verehrung 81 - in Gorsium überhaupt vorkam. 82 Solange aber im Falle Mark Aureis, Dianas und des Dolichenus die Vermutung nicht mit der tatsächlichen Situation und der sich aus der Datierung ergebenden Gebundenem III, 3345. - Diese Identifizierung ist allerdings wiedersprüchlich. Der eine der beiden Priester, welche die Inschrift hatten aufstellen lassen, war Soldat der cohors III Batavorum, und er verfügte über einen weitaus geringeren Hintergrund als von einem Priester des provinziellen Kaiserkultes zu erwarten wäre. Diese Lesung der Inschrift ist nicht eindeutig. Von den ersten drei Buchstaben der Inschrift kann nur ein L oder E rekonstruiert werden. Nach dem gut lesbaren MAG folgt eher ein A als ein N. (Das Bruchstück hasta ist im Gegensatz zu dem N Buchstaben in Zeile 2 (templensium) schräg. Ein 1997 in der westlichen Stadtmauer gefundener, noch unveröffentlichter Altar. Eine aus der westlichen Stadtmauer zum Vorschein gekommene, noch unpublizierte Inschrift vom Beginn des 3. Jahrhunderts. heit rechnen kann, können was Dii Magni anbelangt der Fundort und die Datierung der Inschrift eingegrenzt werden. Die Bauinschrift kann weder zum Mark-AurelTempel, noch zu dem angenommenen, aber noch nicht bewiesenen Dolicheum, und auch nicht zu der vermuteten orientalischen Kultstätte (Gebäude XXVII) gehört haben, da aufgrund des Inschrifttextes von der Wiederherstellung und nicht vom Bau eines Tempels die Rede ist. Eine Ergänzung des Buchstabenfragmentes D[ —) der Bauinschrift nur auf epigraphischer Grundlage, ohne vollkommene Berücksichtigung der archäologischen und historischen Gegebenheiten ist um die Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert ein nicht ausgereifter Gedanke. Bei der Ergänzung der Bauinschrift können folgende Faktoren nicht außer Acht gelassen werden: 1. Die Wiederherstellung ließen die herrschenden Kaiser vornehmen, Septimius Severus und Caracalla, in der Zeit zwischen 198 und 209. 83 2. Musste der Tempels seines Alters oder eher der Kriegszerstörungen wegen wiederhergestellt werden. 3. Der Tempel stand im Zentrum des zirka 9 Hektar großen heiligen Bezirks. Das heißt, 1. In Pannonién ließen die Kaiser außer dem Tempel in Gorsium nur noch das Mithräum in Carnuntum wieder aufbauen, und zwar aus Anlass des Kaisertreffens im Jahre 308. 84 Aus dieser Angabe an sich kann man bereits auf die besondere Wichtigkeit des Tempels schlussfolgern. Im Falle von solchen Herrschern, die ihre Macht in bedeutendem Maße der pannonischen Armee verdankten und im Jahre 202, zur Zeit der Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag ihrer Machtübernahme, die Provinz besuchten, kann man die an diesen Anlass geknüpfte Wiedererrichtung des Tempels als eine bewusste politische Geste betrachten. Diese hervorgehobene Bedeutung des Tempels schließt die Möglichkeit aus, ihn aufgrund des Buchstabenfragments D mit irgendeinem unbedeutenden Kult in Zusammenhang zu bringen. 2. Von den aus der Periode 2./3. Jahrhundert Gorsiums bekannten Tempeln konnte bei zwei von ihnen (Gebäude Im Gegensatz zu der Mitteilung G. Alföldys wurde der Inschriftstein (kein Altar, sondern eine Säulenbasis) nicht sekundär beim Bau von Gebäude IV aus dem 4. Jahrhundert benutzt. Das Fundament gehörte in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts zu einer aus zehn Gliedern bestehenden Säulenreihe, die in den Markomannenkriegen zerstört worden war. Ende des 2., zu Beginn des 3. Jahrhunderts wurde von den zur Säulenreihe gehörenden Basen zwei in die Nordwand eines dreizelligen Tempels (Gebäude XXVII), der an seiner Ostwand mit sechs Säulen verziert war, eingebaut. Die erwähnte, nicht abgetragene, an ihrer ursprünglichen Stelle belassene Basis ragte etwas aus der Wandebene hervor. Die Inschrift gehörte vermutlich zu dem in dem neuen Heiligtum gepflegten Kult. In diesem Fall konnte die Inschrift innerhalb der Tempelperiode um die Jahrhundertwende in den Stein gemeißelt worden sein. Vorbeck 1980b, Nr. 293. - Über das Verhältnis der von den Kaisern errichteten oder wiederaufgebauten Tempel siehe: Fitz 1993,172. 68