Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 29. 1998-1999 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (2000)
Szemle – Rundschau - Fitz Jenő: Norico-Pannonian Autochtonious Town Konferenz, Ljubljana. p. 166–168.
der sich auf diese civitas beziehenden Inschriften auch weiterhin umstritten. Der Stadtrang Halicanums basiert auf einem neuen Leseversuch einer Aquincumer Sarkophaginschrift (Soproni 1979, 91-98); der fragmentarische Stadtname allerdings ist weitaus unsicherer, als das die Ergänzung als eindeutig angesehen werden kann. Die den Namen mun(icipium) Volg(-) bewahrenden Grabinschriften kamen in Intercisa zum Vorschein (RIU, 1244, 1253). Erstere Inschrift steht auf einem Denkmal, das M. Aurelius Marius Marinus, Dekurio des Munizipiums, seinem Sohn aufgestellt hat, das andere hat er seinem Freund, dem zum Offizium des Statthalters gehörenden beneficiarius gewidmet. Die beneficiarius-Ste'mdenkmäler aus Intercisa gehören wahrscheinlich zu dem Steinmaterial, das nach 260 aus Gorsium abtransportiert worden war. Aus Keszthely kann es nicht stammen. Der beneficiarus und der decurio lebten vermutlich in ein und derselben Stadt (und da muß man als erstes Gorsium in Betracht ziehen). Der Dekurio konnte aufgrund der bekannten Beispiele aus Mogetiana auch zu dem ordo eines etwas entfernteren kleinen Munizipiums gehört haben, selbst zu dem von Valcum (Tóth 1986, 163-181). Die Identifizierung von Volg. und Valcum muß allerdings nicht zwangsläufig stichhaltig sei (aufgrund des Vorkommens von OÙOÀKOCÎOC гХг\, was Sumpf bedeutet [Dio 55, 32, 3], und dem aus dem Illyrischen kommenden Ulc [Wolf]) und ist wenigstens so lange als fraglich zu betrachten, bis die Existenz der städtischen Siedlung bei Keszthely nicht be-wiesen werden kann. Die aus Inschriften bekannten Munizipien und die in den Inschriften nicht erwähnten Siedlungen vom Ausmaß einer Stadt decken sich auch weiterhin noch nicht auf beruhigende Art und Weise. Auf dem Gebiet von Gorsium kommen Siedlungsspuren auf einer annähernd 1000x800 m großen Fläche vor, das heißt aufgrund der Maße gehörte Gorsium zu den größeren städtischen Siedlungen der Provinz. Die sich in der Forschung hartnäckig durchsetzende einseitige Anschauung betrachtet eine solche Siedlung als Stadt, die in einer Inschrift als Munizipium bezeichnet wird: Da eine solche Inschrift fehlt müßte auch der Stadtrang Gorsiums angezweifelt werden (Mócsy 1990, 63). Aus archäologischer Sicht erscheint das in dem Referat Z. Gregls angeführte Argument als annehmbar, laut dem die im späteren als Iovia bezeichnete Siedlung an der Drau bereits im 1./2. Jahrhundert eine mit einer Mauer umgebene, zirka 170x200 m große Stadt war, offensichtlich im Rang eines Munizipiums, selbst wenn dies vorerst durch keine Inschrift bestätigt werden kann. Aufgrund des Berichtes von G. Kárpáti scheint es, daß mit dem Stadtrang Sopianaes - der ebenfalls in keiner Inschrift erwähnt wird - den früheren Annahmen entsprechend nur seit der zweiten Hälfte des 3. Jahrhundert zu rechnen ist. In der Mehrheit der Städte wurde auch bei den neueren Forschungen nicht der Stadtort des Capitoliums oder Beweise für seine Existenz gefunden. Nicht unbegründet tauchte die Frage auf (im Referat P. Scherrers), ob man in allen Siedlungen, die den Rang eines Munizipiums hatten, mit dem Tempel der Göttertrias des Reiches rechnen muß. Auf diese Frage wurde auf dieser Konferenz vorerst keine Antwort gefunden. Soviel aber ist sicher, daß in den Städten mit überwiegend aus Italien stammender Bevölkerung - ähnlich wie in Scarbantia - mit einem Kapitoltempel zu rechnen ist. Bei den Siedlungen, die mit der autochthonen Bevölkerung die gewünschte Stufe der Urbanisation erreichten, ist es vorstellbar - obwohl vorerst nicht beweisbar -, daß im zentralen Tempel der Stadt der Kult der eigenen Götter gepflegt wurde. Grundlegendes Problem bei der Untersuchung der Entwicklung und dem Charakter der einzelnen Städte bedeutet weiterhin unverändert, daß man nicht weiß, wo genau sich die frühen Militärlager befanden. A. Mócsy schrieb den Zentren der civitates bei der Herausgestaltung der pannonischen Städte vorrangige Bedeutung zu (Mócsy 1959). In Pannonién allerdings kann man in den der Okkupation folgenden Jahrzehnten im Verhältnis zum Noricum eine wesentlich langsamere Romanisierung annehmen, andererseits aber hatte das Militär von Anfang an eine unvergleichbar größere Rolle inne als in der benachbarten Provinz. Zur Zeit der Besetzung der Gebiete nördlich der Drau zogen die Truppenverbände weiter bis zur Donau. Die sich bei den früheren Lagern entwickelten Siedlungen {canabae, Auxiliarvici), deren Bevölkerung sich in der Zusammensetzung wesentlich von den Zentren der autochthonen Bevölkerung unterschied, hörten nach dem Abzug der Truppen nicht auf, zu bestehen, ihr Status verlangte auf alle Fälle eine Regelung. In erster Linie sind es diese einstigen canabae bzw. Auxiliarvici die bei den unter den Flaviern entstandenen Städten in Betracht kommen. Die Referate hatten auf diesem Gebiet nichts Neues zu bieten. Die Freilegungen in Siscia, Audantonia und Neviodunum gestatten es - vorerst - nicht, Schlußfolgerungen dahingehend zu ziehen, daß sie sich auf den Gebieten der Militärlager entwickelt hätten. Im Falle Iovia tauchte der Gedanke eines militärischen Vorläufers auf, was allerdings bisher weder durch Grabungen noch durch Fundmaterial bewiesen werden konnte. In dem Referat über Salla verlautete zwar kein Hinweis auf ein Militärlager, doch fand man bei den zwischen 1977 und 1979 vorgenommenen Ausgrabungen die fossa des Lagers und Balken der Baracken (Redő 1979, 369; Redő 1981, 273 - 295; Lőrincz 1990, 94). Entlang der Bersteinstraße kann man über Poetovio und Salla hinaus - aufgrund von Inschriften mit militärischem Belang - zu Beginn des 1. Jahrhunderts mit weiteren Lagern rechnen (Peresznye, Mattersburg), was die Vermutung zuläßt, daß auch südlich der Drau zwischen der Bersteinstraße und der Savemündung eine Reihe von Militärlagern ihrer lokalen Bestimmung harrt. Von einem Limes entlang der Drava 167