Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 26. 1989-1992 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1997)

Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz Jenő: Area sacra des niederpannonischen Kaiserkultes in Gorsium. p. 61–73.

rus, Caracalla und Geta vermutlich auf dem Triumph­bogen, der zu dieser Gelegenheit errichtet wurde (CIL III 3346). Im Mitteltalter schmückte das Denkmal übrigens das Gesims des Ofner Tores und so zogen die zur Krönung oder Reichstag kommenden ungarischen Könige unter der Inschrift Stuhlweißenburg ein, die einst den römischen Kaiser in Gorsium willkommen hieß. Zwei weitere Inschriften standen mit dem Besuch Caracallas in Pannonién (im J. 214) {CIL III 10333) bzw. mit dessen Vorbereitung in Verbindung. Die letztere wurde von je einem decurio aus Aquincum und Sirmium gestellt, die als praepositi annonae die Versorgung des geplanten kaiserlichen Besuches vorbereiteten (Fitz 1971, 254-256, Nr. 12. = AnnÉp 1973, 437). Inschriften von Stuhlweißenburg werden auch zwei Tempel erwähnt: einen Altar stellten die Priester des Tem­pels von Mark Aurel {CIL III 3345). Einer der beiden Priester war einfacher Soldat in der cohors III Batavorum, der Tempel konnte also nicht mit dem von den Kaisern restaurierten Augustus-Tempel identisch sein, wiewohl er in der area sacra stand. Der obere Teil des Altars mit dem Namen der Gottheit fehlt und auch von der erhalten gebliebenen ersten Zeile sind nur die letzten fünf Buchstaben - TEMPL - zu lesen. Ihre Deutung wurde in verschiedenen Formen versucht: Mommsen ergänzte die Inschrift [tutelae?] templ(i), András Alföldi schlug die Auflösung [antistes? curator? oder praefectus?] templ(i) vor (Alföldi 1940, 197, 216-217) indem er annahm, daß aus der Inschrift nur Rang und Name der Tempelbauer erhalten blieb. Analog zur erwähnten Inschrift des L. Virius Mercator (Fitz 1972, 41, Nr. 5) wäre auch eine dritte Ergänzungsmöglichkeit plausiebel: [pro salute] tempi(ensium). Der Mark-Aurel-Tempel konnte der Reihe von Restaurierungen und Neubauten der area sacra ange­hören, die den Markomannenkriegen folgten, doch ist seine Identifizierung mit irgendeinem Gebäude bis zur vollständigen Erschließung der area sacra nicht möglich. Die Möglichkeit ist nicht auszuschließen, daß die nach 180 an der Stelle des Podiumtempels errichtete Gebäude XVIII., in der auch die Stelle einer Statuenbasis erhalten blieb, mit dem Kaiserkult zusammenhängen könnte. Den anderen Tempel errichteten fünf Soldaten der cohors I milliaria Hemesenorum von Intercisa im Zent­rum des Kaiserkultes zu Ehren ihres einheimischen Gottes Deus Sol Elagabalus (Fitz 1971, 256-258 = AnnÉp 1973, 437bis). Der in der Inschrift genannte Statthalter regierte in Niederpannonien von 197 bis 199 (Fitz 1993-95, II, 509-513, Nr. 300). Möglicherweise gehörte der Tem­pelbau bereits zu den Vorbereitungen des nahenden kaiserlichen Besuches: die Inschrift war zur Begrüßung der Kaiser bestimmt und es dürfte wohl kaum ein Zufall sein, daß im Zentrum des Kaiserkultes der Tempel jenes Deus Sol Elagabalus erbaut wurde, dessen Oberpriester in Hemesa Vater der Kaiserin Iulia Domna war. Die angeführten Inschriften aus Stuhlweißenburg ­Erwähnung der zu Ehren des Statthalters errichtete Sta­tuenbasis sowie der Denkmäler und Tempel mit Be­ziehungen zu kaiserlichen Besuchen - fügen sich ganz natürlich in das Milieu des provinziellen Kaiserkultes ein. Von anderer Art ist das mit der area sacra zusammen­hängende Steinmaterial von Intercisa. Inschriften gibt es keine, dafür umso mehr gleich große Reliefs sowie Bruch­stücke von Männer- und Frauenstatuen. László Barkóczi, der die Reliefs eingehend analysierte, teilte sie nach Stil und Thema in drei Gruppen auf (1984, 170-193). Die erste setzte sich aus mythologischen Szenen zusammen, deren Themen den Legenden des trojanischen Krieges entnommen wurden (Barkóczi 1984,190): "Hektors Miß­geschick" (Erdélyi-Fülep 1954, Nr. 198), "Minerva und die kämpfenden Griechen" {ibid., Nr. 199), "Flucht des Aeneas" {ibid, Nr. 183?). Dazu gehört das Relief "Achilleus auf der Insel Skyros", gefunden in Gorsium, sowie - auf Grund ihres Stils und ihrer Größe - die Dar­stellungen von "Orpheus unter den Tieren" (Erdélyi­Fülep 1954, Nr. 182) und "Die Geschichte von Tereus"­{ibid, Nr. 200) und "Ariadne" {ibid, Nr. 202). In der Serie kommen Friese und Tafelbilder gleichermaßen vor, die auf jeden Fall mit der area sacra zusammenhän gen. Die Steindenkmäler aus der Mitte des 2. Jh. dürften mit der Jubiläumsprägung von Antoninus Pius zusammenhängen (Barkóczi 1984, 190): auf Grund dessen ist mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die Serie im Jahre 147 zum neunhundert]ährigen Bestehen Roms hergestellt wurde. Die zweite Serie aus der Wende vom 2. zum 3. Jh. besteht aus großen Tafeln verschiedener Höhe und ist auch in bezug auf Stiel und Ausführung nicht einheitlich (Barkóczi 1984, 190). Manche mythologische Figuren erscheinen in örtlicher Tracht: "Orpheus und Eurydike" {ibid, Nr. 190), "Mucius Scaevola" {ibid, Nr. 191), "Hercules und Hesperida" {ibid, Nr. 189), der "Siegreiche Hercules" {ibid, Nr. 188), "Hercules mit Alkestis" {ibid, Nr. 192). Am anderen Teil der auffallend vielen Hercules­Szenen ist die traditionelle klassische Darstellungsweise zu sehen, so der "Ruhende Hercules" {ibid, Nr. 185), die Szene "Hercules-Hesione" {ibid, Nr. 195), "Kampf des Hercules mit dem Eber" {ibid, Nr. 194). Ahnlich ist die neuere Darstellungsweise der "Flucht von Aeneas" (ibid, Nr. 184?), des "Sieges von Bellerophon über der Chimera" (ibid, Nr. 187), sowie der "Pandora" (ibid, Nr. 186). Zur Serie gehören ferner ein Relief mit der "Badenden Diana" (Erdélyi 1974, 148-149), die Darstellung von "Mainas und Satyr" (Erdélyi-Fülep 1954, Nr. 201), eine un­vollständige "Medea"-Figur mit erhobenem Schwert (ibid, Nr. '193) sowie die Geschichte des "Actaeon" ( Erdélyi 1974, 147-148. 208, Nr.199.). Der letztere Stein gehört zu den Funden von Stuhlweißenburg, wie auch ein anderes "Medea"-Relief (Erdélyi 1949, 82-85), während eine andere Darstellung von "Mainas und Satyr" (Fitz 1960, 40, Abb. 40. 53, Nr. 40.-) im Gräberfeld von Gorsium aus dem 4. Jh. zur Überdeckung eines Grabes benützt wurde. Auf Grund der Datierung von der Jahrhundertwende ist 71

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