Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)
Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta XXXIV - Krekovie, E.: Glasierte Keramik aus Gerulata. p. 95–100.
Aus Gerulata, vom Areal des Lagers, stammt ein Bruchstück, auf dem die plastischen Halbmonde eine dichtere Verzierung bilden. Ähnliche Fragmente wurden auch in Camuntum (GRÜNEWALD 1979, T. 64, 14, 15) und Gorsium gefunden (Thomas 1955, T. L, 1-6). Die Mehrheit der Forscher unterscheidet diese Art der Verzierung nicht von der auf den vasenartigen Gefäßen, die aus geordneten Halbmonden gebildet wird. Ich bin der Meinung, daß es sich hier um eine andere Art der Verzierung handelt - bislang aber kann man nicht entscheiden, ob diese Tatsache chronologische Bedeutung hat. Plastische Halbmonde kommen schon auf der frührömischen glasierten Keramik, später auf der raetischen Keramik vor. Gerade aus diesen Vorbildern entwickelten sich nach K. P ó с z y (1957, 72) die ähnlich verzierten Typen des 4. Jhs. Die Beeinflußung durch die raetische Keramik wird von É. В ó n i s (1991, 133) angenommen, dagegen aber von M. Grünewal d (1979, 69) abgelehnt. Wenn man in Erwägung zieht, daß die Halbmondverzierung schon an kleinen Schalen im 1. Jh. vorkommt und daß sie auch aus dem 2. Jh. bekannt ist (Thomas 1961, 19), so wurden, meiner Meinung nach, die spätrömischen Formen nicht von raetischen Gefäßen beeinflußt. Es kann sich hier um eine selbständige Entwicklung im Rahmen der glasierten Keramik bzw. der verwandten unglasierten Typen handeln. Auf eine ähnliche Entwicklung weisen auch die glasierten Gefäße aus Dazien hin, die in das 2. und 3. Jh. datiert sind (Gudea 1990, T. 8, 1-4). Vielleicht dienten gerade die dakischen Vorlagen als Muster für die schuppenartige Verzierung der aus einem Körpergrab in Brigetio stammenden Vase. Das Grab ist in das letzte Drittel des 3. bzw. den Anfang des 4. Jhs. datiert (Barkóczi 1968, 81, Abb. 4). Allgemein wird die Meinung vertreten, daß die mit Halbmonden verzierten Gefäße vor allem im westlichen Pannonién verbreitet sind (Bonis 1991, 133). D. Gabler (1977, 129) spricht sogar von einem speziell westpannonischen Typ des Kruges mit schuppenartiger Verzierung und brauner Glasur. Die einzige Werkstatt für glasierte Keramik auf diesem Gebiet wurde in Savaria gefunden, bislang ist sie aber nur ungenügend veröffentlicht (Bonis 1990, 2). Deshalb können wir nicht mit Sicherheit belegen, daß die so verzierten Gefäße hier hergestellt wurden. Anthropomorphes Gefäß Ein weiteres Gefäß, das wir auch für ein typisch westpannonisches, oder genauer gesagt ein nordwestpannonisches halten können, ist ein anthropomorpher Krug mit gelbbrauner Glasur aus dem Grab 18, Gräberfeld I {Abb. 1, 6). O. H a г 1 (1977, 248) nennt 5 Fundorte solcher Gefäße: Arrabona, Gerulata, Mautern, Müllendorf und Pachfurth. M. Grünewald (1976, 58) machte auch auf das Fragment aus Vindobona aufmerksam. Ein ganzes Gefäß, das dem Fund aus Gerulata sehr ähnlich ist und dessen Fundumstände nicht bekannt sind, befindet sich im Museum von Como {Milano 1990, 370). Ein ähnliches Bruchstück wurde zuletzt auch in Camuntum gefunden (Humer-Jobst-Rauchenwald 1990, 136). Keines der erwähnten Gefäße bietet für die Datierung ausreichende Angaben - allgemein wird, laut der Inschrift auf dem Fund aus Arrabona, die zweite Hälfte des 4. Jhs. angegeben (Thomas 1961, 29). Bei den Gefäß aus Gerulata wurden auch Münzen gefunden, doch leider waren sie in einem so schlechten Zustand, daß sie beim Freilegen vernichtet wurden (KRASKOVSKÁ 1974, 23). Das keramische Begleitmaterial widerspricht nicht der Einordnung in die zweite Hälfte des 4. Jhs. Krüge Aus den beiden Gräberfeldern in Gerulata sind nur 3 Krüge bekannt, was im Verhältnis zu der anderen Keramik sehr wenig ist. Gerade die Krüge - vor allem die einhenkeligen - stellen die beliebteste Form der glasierten Keramik in den spätrömischen pannonischen Gräberfeldern dar. Zum Beispiel ist in Csákvár die glasierte Keramik ausschließlich durch einhenkelige Krüge belegt (Salamon - Barkóczi 1970, Abb. 12-13). Von den 32 glasierten Gefäßen aus Ságvár gehören 30 zu verschiedenen Varianten des Typs mit einem Henkel hier werden auch die Krüge mit breiterem Hals und Ausguß mitgezählt (Burger 1966, 166, T. D). Nur auf dem Gräberfeld Somogyszil war das Überwiegen von einhenkeligen Krügen nicht so deutlich - es wurden hier 13 gefunden, gegenüber zehn typologisch unterschiedlichen Gefäßen (BURGER 1979, 17). Von den drei Funden in Gerulata gehört, was die Höhe betrifft, nur das Gefäß aus dem Grab 5, Gräberfeld III zu den Krügen (Abb. 2, 9). Die zwei anderen übersteigen nicht die Höhe von 15 cm. Der erwähnte Krug aus dem Grab 5 ist mit grüner Glasur überzogen und wurde zusammen mit zwei gut erhaltenen Münzen des Konstantin I. und Crispus gefunden. Er konnte also schon gegen Ende der zwanziger Jahre des 4. Jhs. in den Boden gelangt sein. Verschiedene Varianten dieses Typs wurden aber auch in der zweiten Hälfte des 4. Jhs. verwendet, wie die Funde aus den Gräberfeldern Somogyszil (BURGER 1979, Grab 69 mit Münze des Iulian) und Somodor-puszta belegen ( Burger 1974, Gräber 13 und 26 mit Münzen des Valens). Bei dem kleinen Krug mit gelb-brauner Glasur aus dem Grab 21, Gräberfeld I {Abb. 1.1) ist der Henkel nach Glas- oder Metallvorbildern geformt. Eine solche Henkelform haben wir auf den vergleichbaren Gefäßen nicht gefunden. Was die Form betrifft, stammen die nächsten Parallelen von den Gräberfeldern Csákvár 96