Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)

Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta XXXIV - Cociş, S. – Ruscu, D.: Reliefmedaillons und Tonmatrizen aus Dakien. p. 121–135.

Gallien (WuiLLEUMiER - AUDIN Nr.45, 316) und aus dem Donaugebiet (Alföldi 1938, Nr.35) -, als Analogie zum orientalischen Triumph des Trajan oder des L. Verus, dann man das Stück von Apulum unter die Äußerungen des dionysischen Kultes einreihen. Ebenfalls im Zusammenhang mit Agrarkulten muß man jenen der Ceres erwähnen. Über ihn ist bekannt, daß man anläßlich des Festes vom 12.April, genannt Cerealia (ludi Cereris oder ludi Céréales; DA s.v. Cerealia) der Göttin Tieropfer und Honigkuchen darbrachte, um die kommenden Ernten günstig zu beeinflussen. Die Bilder dieser Göttin erscheinen auf den Matrizen und Medaillons aus bekannten Herstellungsgebieten dieses Typs (WUILLEUMIER - AUDIN 1952, Nr. 141-143, 321). In Dakien erscheint Ceres auf den Stücken aus Apulum (7V>. 18) und Tibiscum (Nr. 19). Ebenfalls zu den Matrizen mit religiöser Thematik gehört auch das Medaillon aus Apulum (Nr. 14) mit den Darstellungen des Aesculap und der Hygeia. Die Tatsache, daß sich auf der Rückseite der Matrize die bereits erwähnte Darstellung des Serapis befindet, könnte auch diesen in Verbindung mit den heilenden Göttern bringen, wie A 1. P о p a zeigt (1959, 469-473). Ebenfals in Verbindung mit dem mythologischen und religiösen Bereich steht schließlich auch ein Medaillon aus den Sammlungen des Museums des Banats aus Timisoara (Nr.7). D. В e n e a, die es veröffentlichte, erklärt die Darstellung als Bild des Mars und der Rhea Silvia (1977, 161-168). Wenn man aber in Betracht zieht, daß die Frau neben einem Monument Schutz sucht, das eine Statuenbasis zu sein scheint und wenn man auch eine weitere Analogie berücksichtigt (Greifenhagen 1963, 52­65), können wir die Interpretation vorziehen, daß es sich eher um Cassandra handelt, die von Ajax verfolgt wird und beim palladium Schutz sucht. Die Keramikmedaillons, ob sie nun Matrizen waren oder sich auf Gefäßen befanden, wurden jedoch nicht nur im öffentlichen Leben oder in Kulten verwendet, sondern auch im Privatleben. Ein solcher Bereich, der eine weitgehende Widerspiegelung in der Thematik der Keramikmedaillons erfährt, ist jener der öffentlichen Spiele: Wagenrennen, Gladiatorkämpfe. Die Medaillons mit solchen Darstellungen sind in Gallien (WUILLEUMIER -AUDIN 1952, Nr.18, 19, 35-39, 111-125, 136, 137, 204­206, 210-213, 252-268, 290-292, 343) und auch in den Donauländern sehr verbreitet. In Dakien erwähnen wir das Gefaßbruchstück aus Locusteni (Nr. 9) mit der Darstellung eines auriga. Bezüglich der Gladiatorenkämpfe nennen wir die Matrizen von Napoca (Nr. 31) und Porolissum (Nr. 30). Ebenfalls hierher scheint irgendwie auch die Rückseite des Medaillons aus Dierna (Nr. 17) zu gehören. Hier kann man einen retiarius und eine nackte Fräuengestalt erkennen, zu ihren Füßen befindet sich ein kantharos. D. В e n e a meint, daß es sich um eine Szene mit Mars und Rhea Silvia handeln könnte (1977, 161­168), aber bei einer genaueren Betrachtung des Bildes kann man erkennen, daß es zur Kategorie der Stücke mit profaner Thematik gehört, da es sich entweder um die Darstellung eines Amphitheaterspiels, oder um eine erotische Szene handelt. Erotische Medaillons wurden ­als Matrizen, an und für sich oder auf Gefäßen - entweder in allzu freien Festmahlen, oder in Lupanaren verwendet. In diese Kategorie gehören das Reliefinedaillon aus Apulum (Nr. 8) und das Gefäßbruchstück aus Romula (Nr. 10). Außer diesen Matrizen und Medaillons, deren Ikonographie klar umschrieben werden kann, verfügen wir noch über einige Exemplare (Nr. 33-3 7, 39-40), die wegen ihrer bruchstückhaften Erhaltung nicht näher analysiert werden können. Die 43 Stücke stammen aus Öffentlichen Gebäuden (Tempel, Amphitheater), aus Privathäusern oder aus Keramikwerkstätten. Die meisten kann man in die Zeitspanne zwischen der zweiten Hälften des 2. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts n.Chr. datieren. Zusammenfassend können wir infolge der durchgeführten Analyse zeigen, daß die Ikonographie der behandelten Stücke größtenteils westlichen Einfluß zeigt, ohne aber die orientalischen Einflüsse auszuschließen, die ebenfalls nachweisbar sind. Die meisten Medaillons sind aber in Dakien hergestellt, viele wurden in solchen Ortschaften entdeckt, die als Herstellungszentren für Keramik bekannt sind, oder sogar in Keramikwerkstätten (Micäsasa, Cristesti, Romula). KATALOG Medaillons l.Alburnus Maior (Rosja Montana) {Abb. 1.1) D = 11 cm; h = 1 cm; ziegelfarben. Auf der Vorderseite folgende Inschrift: Е1ЛПС MOI О СЕРАП1С KAI Ol 0EOIITANTEC; erste Hälfte des 3. Jh.; Russu 1965, 65-66, Abb.26. 2. D г о b e t a (Turnu Severin) (Abb. 1.2) L = 6,5 cm; 1 = 5,7 cm; h = 1,8 cm; gelbliche Farbe. Der vordere Teil eines Widders ist erhalten. 2.-3. Jh.; Benea 1976, 59-60, Abb.4. 3. D г о b e t a (Turnu Severin) {Abb. 1.2) D = 7 cm; rote Farbe. Pan mit Lyre. 2.-3. Jh. Benea 1976, 59-60, Abb.4. 4. Romula (Reçca) (Abb. 1/4). L=5,6 cm, 1= 5 cm. Ziegelfarben) Das Bild stellt Sol in der quadriga dar, umgeben von den 12 Sternzeichen; zweite Hälfte des 2. Jh. - erste Hälfte des 3.Jh.; BERCIU - PETOLESCU 1976, 56, Abb.28. 5. R о m u 1 a (Reçca) (zentrale Befestigung) (Abb.1.5) D = 5,7 cm; rote Farbe. Mercurius auf einem Widder reitend; Ende des 2. Jh. - erste Hälfte des 3. Jh.; Popilian-Poenaru-Bordea 1973, 252, Taf.V/1. 6. R о m u I a (Resca), verschollen, Petolescu 1977, 157. 7. Unbekannt-Banat (Abb.2.1) D - 10,1 cm; rote Farbe, mit Engobe; Ajax mit Cassandra; 3. Jh.; Benea 1977, 161-163, Abb.3. 8. A p u 1 u m (Alba Iulia) (Abb.2..2) D = 8,1 cm; ziegelfarben. Erotische Szenen; 2.-3. Jh.; Borza 1946, 372-373. 9. Locusteni (Gräberfeld) {Abb.2.3) D = 6 cm; h = 1 cm; ziegelfarben. Das Bild stellt eine Person in der quadriga der; Anfang des 3. Jh.; POPILIAN 1980, Taf. XVIII. 10. R о m u 1 a (Resca) {Abb.2.4) D = 7,4 cm; graue Farbe; erotische Szene, Cocic-Rogozea-Chifu 1988, 248. 123

Next

/
Thumbnails
Contents