Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 23. 1984-1985 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1987)

Tanulmányok – Abhandlungen - Garam Éva: Pferdegrber der awarenzeitlichen Grberfeldes in Tiszafüred. p. 65–125.

des Reitergrabes von Drasenhofen, wo eine der Lanzen­spitze von Keszthely sehr ähnliche Flügellanze, ein mit dem Sporn des Grabes 100 von Sopronkőhida übereinstimmen­des Sporenpaar (TÖRÖK 1973,T. 21), eine Tüllenpfeil­spitze, eine den awarischen Axtformen fremde Streitaxt und ein tauschiertes eisernes Phalerenpaar zum Vorschein kamen. An Hand der Übereinstimmung der Funde von Keszthely und Sopronkőhida stammt das Grab von Drasen­hofen — auch seine Beigaben — aus dem 9. Jh. Die Richtig­keit der Datierung — 9. Jh. — wird durch die Flügellanze und das Schweert karolingischen Typs des Fundes von Blatnica bestätigt. In bezug auf die Lanze von Blatnica kamen zwar Bedenken auf, ob sie tatsächlich zum Fund gehört (Kovács 1978/79, 103); doch der mit Lanze, Sporn und Streitaxt ergänzbare Fundkomplex scheint sehr wahr­scheinlich zu sein. Auch die beiden gegossenen, kegelför­migen Phalerenknöpfe gestatten, den Fund in den Kreis der Gräber mit „Großphaleren" einzureihen (HAMPEL 1905, III. Taf. in das 321). Allerdings gehört der Fund auch ohne Lanze zum 9. Jh., wie dies durch das Schwert und den karolingischen Riemenhaken mit langem Hals bestätigt wird. Mit den Haken des Blatnica-Typs befaßte sich jüngstens I. Bona im Zusammenhang mit einem ähnlichen Stück, der in sekundärer Lage im Grab eines landnahmezeitlichen Mädchens gefunden wurde. Den Haken diesen Typs bestimmt der Verfasser als karolingisch ; zum Haken von Dunaújváros zählt er Analogien aus dem 9—10. Jh. auf (1971. 172—174). Haken mit langem Hals und ovalem Kopf sind auch aus dem großmährischen Raum bekannt. D. Bialeková publiziert ein ähnliches Stück aus dem reichigen archäologischen Fund von Pobedim und datiert es in die 1. Hälfte des 9. Jh. Auch das Alter des Grabes 22 von Zavada wird so bestimmt; hier ist mit einem karolin­gischen Schwert ein pentagonaler Haken gefunden worden (1978, 189; 286—287). Vom Katalog abweichend werden in der Tabelle Grab­komplexe aufgezählt, denn nur auf diese Weise konnte ein genaues Bild über die Gleichzeitigkeit der verschiedenen Fundtypen gewonnen werden (Abb. 17). Der Tabelle ist folgendes zu entnehmen : Die jüngsten der späten Reitergräber sind jene mit tauschierten Eisenphaleren (Drasenhofen, Cifer-Pác, De­vinska Nova Ves, Zitavska Tőn, Hortobágy-Árkus, Szeged­Makkoserdő, Sőrszentlőrinc-Uzd, Zalakomár, Celarevo). In zwei der angeführten Gräber wurden auch Flügellanzen­spitzen und Sporen gefunden. An Hand der Datierung der dem awarischen Fundmaterial fremden Gegenstände kön­nen wir wohl sagen, daß diese Gräber im 9. Jh. angelegt wurden. Die starke Ahlichkeit der Verzierung der wenigen Eisenphaleren bekräftigt die Hypothese, wonach diese gleichzeitig, sind, und nur kurze Zeit gebraucht wurden. Zusammen mit den Eisenphaleren waren die viereckigen, prismatischen Beschläge sowie die mit Pfauenauge, die großen Phaleren aus Bronzeblech mit halbkugeligem, gra­viert —punzierten Mittelstück und die aus Bronzeblech aus­geschnittenen Stirn- oder Brustriemenbeschläge gebräuch­lich. Zwischen dem Gebrauch der übrigen Geschirrbe­schläge (gegossene und gepreßte), der Phaleren und sonsti­gem Schmuck (Federbusch, Schelle) und den tauschierten Phaleren dürfte kein großer zeitlicher Unterschied gewesen sein. Laut Kombinationstabelle sind nämlich die ältesten der von mit untersuchten Geschirrverzierungen die graviert­punzierte schildförmigen Riemenbeschläge. Als Schmuck eines Männergürtels ist dieser Beschlagtyp auch im Fund von Blatnica — zusammen mit Schwert und Riemenhaken karolingischen Typs — vorhanden. Demnach scheinen die Großphaleren, die gegossenen Riemenverzierungen, die Trensen mit S-förmigen Psalien, die Steigbügel mit sehr breiter Platte, die Federbüsche, die aus Blech ausgeschnit­tenen Stirnornamente, die nur dekorativen Zwecken dienen­den halbkugelförmigen Gehänge und Schellen für die spätesten Pferdegeschirre der Awarenzeit (letztes Drittel des 8., Anfang des 9. Jh.) charakteristische zu sein. Dieser Fundkomplex hat Verbindungen mit der Saltowo-Kultur, doch ist an den jüngsten Gegenständen auch die Tauschie­rung westlichen Ursprungs zu finden. Die vermutlich schon dem 9. Jh. angehörende, letzte „awarische" Welle hat neu­lich I. Erdélyi — auch frühere Meinungen in Betracht ziehend — behandelt. (ERDÉLYI 1981, 205—207). Die Frage ist nach wie vor offen. Die Vielfalt der nach Osten weisen­den Analogien dieses Fundmaterials ist Aufgabe der wei­teren Forschung. Laut Verbreitungskarte sind die späten Pferde- und Reitergräber im spätawarischen Siedlungsgebiet (Zwischen­stromland Donau —Theiß und teils auch Siebenbürgen ausgenommen, wo sie fast vollständig fehlen) in großen Gruppen zu finden und beweisen somit, die führende Rolle der Herren dieser Gebiete mit reich ausgestatteten Pferde­gräbern. Die Pferdegräber gehörten zu jenen Männergräbern worin die Gürtel fast ausnahmlos mit durchbrochenen, rankenverziertem Beschlägen geschmückt waren. Häfig kommen die Riemenbeschläge in Dreiergruppierung, mit graviert-punzierten Muster, gegossene Riemenzungen aus doppelter Platte mit Ranken, die schildförmigen Beschläge und die Beschläge des Blatnica-Typs vor. Diese Riemen­verzierungen werden von den Forschern einstimmig zum „spätesten" Typ der awarenzeitlichen Beschläge gezählt, deren Gebrauch m. E. auch bis Anfang des 9. Jh. dauerte. Die Beschläge diesen Typs kommen auch in den Gräber­feldern ohne Pferdegräber vor, wo sie ebenfalls die spätesten Typen (Ende 8. Jhs — Anfang 9. Jhs) darstellen. Einige der von mir behandelten Geschirrbeschläge angehörenden Gegenstände sind in sekundärer Lage nicht aus Pferde­oder Reitergräbern zum Vorschein gekommen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien hier nur einige der schönsten Stücke angeführt: In das Frauengrab 13 des Gräberfeldes I von Romonya wurde ein viereckiger Riemen­beschlag mit einer schönen graviert-punzierten Verzierung gelegt (Kiss 1977, Taf. XLIV/2). Ein ähnlicher, doch unber­zierter Beschlag befand sich in einem Männergrab von Ordas (HAMPEL 1905, III. Taf. 79). Im Frauengrab 151 Gräberfeldes I von Üllő befand sich ein Geschirrbeschlag mit Schuppenmuster (HORVÁTH 1935, Taf. IX. 17—18). Ein ähnliches Stück ist aus Vojka, ebenfalls nicht aus einem Reitergrab, bekannt (Seoba naroda 98). Ein großer, reich verzierter, vierblattförmiger Geschirrbeschlag und ein ähn­lich konstruierter, kleinerer werden im Museum von Szom­bathely aufbewahrt (NAGY 1975, Titelblatt). Zwischen die Perlen des Frauengrabes 277 des Gräberfeldes von Gátér war ein vierblattförmiger, gegossener kleiner Beschlag auf­gereiht ; auch aus Grab 249 ist eine ähnliches Stück bekannt 7 Alba Regia XXIII 97

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