Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 22. 1982-1983 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1985)
Szemle – Rundschau - Mozsolics Amália: Probleme der Mittleren, Jung- und Spätbronzezeit Nordostungans. p. 175–178.
bedeuten, daß die nach K. in Ha Aj beginnende Kyjatice-Kultur bis Ha D 2 nachgewirkt hat. In absoluten Zahlen wäre dies nach Tab. S. % vom 11. bis 6. Jh. Man bedenke nur, wie man das heute bekannte Material der Kyjatice-Kultur so aufteilen kann, da selbst die innere Chronologie von Kyjatice I, II und III ungewiß ist und die drei Phasen mit zu wenig Funden dokumentiert werden können, um eine solche Zeitspanne auszufüllen. K. stellt fest, daß die „Spätbronzezeit" (nach seiner Chronologie) durch zwei ethnische Bewegungen begrenzt ist: „... Wanderung des Volkes der Hügelgräberkultur, ihr Ende durch das Erscheinen präskythischer Volksgruppen im Karpatenbeckken. .." (S. 87 f.). Viel größere und für die weitere Entwicklung einschneidendere ethnische Bewegungen lassen sich zur Zeit des Kurd-Horizontes nachweisen, da sie das ganze Karpatenbecken, auch Kroatien betrafen, Siedlungsverschiebungen und durchbrechende Änderungen nachgewiesen werden können. Einen kurzen diesbezüglichen Hinweis findet man (S. 93), jedoch hätte nach K. den Vorstoß der Urnenfeldergruppen längs der Theiß „die Gáva-Bevölkerung aufgehalten." Auch ist K. der Ansicht: „Aus der Zeit nach der Vergrabung der Depotfunde vom Ópályi-Typ ist eine beachtliche Anzahl von Bronzefunden aus Nordostungarn bekannt", zählt über 30 „identische Typen enthaltende Bronzefunde" auf (S. 77). Und setzt fort: „Aus dem keramischen Material geht hervor, daß dies von „keinem Bruch im Leben des Gáva-Volkes begleitet wurde" und macht für die Deponierungen „lokale Streitigkeiten oder Raubüberfälle" verantwortlich. Auch meint er, daß die „Depotfunde der GávaKultur nicht infolge von große Gebiete gleichzeitig berührenden ethnischen Bewegungen in die Erde gelangten" und glaubt nicht an ihre „vollständige Gleichzeitigkeit". Nach dem Verlassen der Gáva-Siedlungen bzw. in der Zeit zwischen den Horizonten Kurd und Gyermely ist das Gräberfeld von Taktabáj anzusetzen (Taf. CLVIII—CLXI). Das Depot des Gyermely-Horizontes von Debrecen —Dombos wurde in einem Gefäß entdeckt, wie solche mehrere von Taktabáj bekannt sind (Taf. CXCIb. 1—11). Die Entwicklung verlief also keinesfalls friedlich. Die Gáva-Kultur hat nicht bis zum Horizont Hajdúböszörmény gedauert, nur bis zum Horizont Kurd. Auch in Transdanubien folgte der Cseke-Kultur zur Zeit des oder nach dem Kurd-Horizont die Vál-Kultur und es lassen sich mehrfache Siedlungsverschiebungen nachweisen. In der Arbeit wird immer wieder betont, daß in jüngeren Funden noch Produkte aus älterer Zeit auftauchen. Verschiedene Formen von Werkzeugen, Waffen und Schmuck wurden sicher nicht gleich lange hergestellt und z. B. die Formentwicklung der Sicheln und der Schwerter verlief nicht prarallel, sondern den jeweiligen Bedürfnissen und der Mode entsprechend. Einige Gegenstände älteren Datums findet man auch noch in jüngeren Funden, wie z. B. Riegsee-Ragály-Schwerter bereits selten in Depotfunden des Kurd-Horizontes (Mozsolics 1976, 9—13). Es ist zu berücksichtigen, daß Depotfunde eine Ansammlung von Gegenständen mehrerer Generationen sein können und die als wertvoll angesehenen Stücke sich wahrscheinlich lange vererbten, so z. B. Schwerter, Helme, auch Prunkgefäße. Die im täglichen Leben benützten Werkzeuge wie Sicheln, Beile, Hämmer, Messer sind häufig sehr stark abgenützt, auch kurzlebig. Einige Axt-, Sichel- auch Beilformen sind auf je einen Fundhorizont konzentriert, so seien stellvertretend die Nackenscheibenäxte Typ В und С (Horizont-Koszider und Forró), die Tüllenbeile mit sechseckigem Querschnitt (Horizont-Ópályi), die Hakensicheln erwähnt (Horizont-Kurd). Vor drei Jahrzehnten hat man in Ungarn noch nicht von Hügelgräber-, auch nicht von Gáva- und Kyjatice-Kultur gesprochen. Was nach Gáva und Kyjatice in Nordostungarn folgt, ist heute völlig ungeklärt, auch die Ursachen der Wirren zur Zeit des Kurd-Horizontes: im Karpatenbecken und Kroatien 300—320 Depotfunde; Zusammenstellungen fehlen für die Vojvodina und Karpatenukraine. Die angedeuteten Forschungslücken trachtete K. auszufüllen und das verführte ihn zur Annahme der langen Lebensdauer der vier von ihm behandelten Kulturen; seine diebezüglichen Argumente sind keineswegs überzeugend. Zur Synchronisierung der „Kulturen" und der Depotfunde. K. unterscheidet ältere und jüngere Depotfunde vom „Typ Uriu —Ópályi"; zu den älteren zählt er Funde wie Alsójára, Tiszakirva, Magosliget, Pap. Dann setzte nach ihm die Blütezeit der „Bronzeindustrie vom Typ Uriu —Ópályi" ein; zu diesen zählt er u.a. die von Krasnyj Malek und Drajna-de-Jos und datiert diese nach seinem System in die Mitte der 2. spätbronzezeitlichen Periode. Damals kamen nach ihm ebenfalls zahlreiche Depotfunde in die Erde und es stellte sich „ein Bruch" ein. Als Grund bezeichnet er den Vorstoß der „Pecica-BelagisKultur," Vorläufer der Gáva-Kultur nach K., 12. Jh. (S. 37). „Als Folge entfaltete sich auf dem Gebiete der Lapus-, Berkesz-, Noa- und Hajdubagos- und Ottomány IV-Kultur ein neuer großer Kulturkreis." Es ist nicht klar, was der „neue große Kulturkreis" umschließt, da S.ll zu lesen ist, daß im Gebiet des heutigen Ungarns während der Spätbronzezeit „drei große Kulturkreise" existierten, die bis zu den Anfängen der frühen Eisenzeit gedauert haben sollen. Was ist damit gemeint ? Die Depotfunde des „Ópályi-Typs" unterteilt K. (S. 32) in zwei Gruppen: ältere sind die von Pap, Magosliget (diese gehören S. 37 zu den frühen Funden des Typs,, Uriu —Ópályi"), Nyirbéltek, Tiszabecs; zu den jüngeren zählt er u.a. die von Kemecse, Pátroha, Umgegend von Sárospatak, Ajak, Tiszaszentmárton, Tiszabezdéd, wider andere stammen aus der Zeit des Kurd-Horizontes wie Kemecse (Fráter), Kemecse (Orvosdomb). Wenn man weiterliest, sind keine eindeutigen Kriterien für diese Unterteilung zu finden. Ein Teil der Funde ist nämlich mit dem Ópályi-Horizont gleichzeitig (z. B. Nyirbéltek, Tiszabecs), andere kann man treffend in den AranyosHorizont datieren, z. B. Viss und Zalkod. Es werden also Funde von drei Horizonten als Bronzedepots der BerkeszKultur bezeichnet. Man hat aber berechtigte Zweifel, wenn man die Liste der 39 Fundorte der „Berkesz-Kultur" mit der Liste der „Depotfunde der Berkesz-Kultur" vergleicht (S. 123 ff.). „Das keramische Material der Berkesz-Kultur besteht fast ausschließlich aus Einzelfunden" (S. 29). Er zählt 9 Fundorte mi Gräbern auf, in Alsóberecki wurden 28 ausgegraben^), in Vajdácska 3 Urnengräber, jedoch die Beigaben der drei Gräber vermischt (Taf. LVI; LVII). Es werden zwei Siedlungsfunde und 28 „Einzelfunde" genannt. Diesen stellt K. 53 Fundorte der „Depotfunde der Berkesz-Kultur" gegenüber, an einigen Fundorten wurden zwei, ja sogar drei Depots der „BerkeszKultur" entdeckt. Von Keramik der Berkesz-Kultur wird lediglich das Material aus den drei Gräbern von Vajdácska abgebildet, ohne Bronzen. Auf welcher Grundlage wurden die ca 60 Depotfunde nicht einheitlichen Alters mit den 28 Gräbern und den „Einzelfunden" synchronisiert? Die Zweifel bezüglich der Einordnung der Depotfunde in die „Berkesz-Kultur" ist umso berechtigter, da K. selbst S. 31 sagt: „Die Denkmäler der Metallkunst im ostungarischen Fundmaterial der BerkeszKultur sind eigentlich nur in den Depotfunden vorhanden". Es kann nicht bewiesen werden, daß die auf der Grundlage der Keramik bestimmte Berkesz-Kultur und die ihr zugesprochenen Depotfunde zu einer kulturellen Einheit gehörten. In der chronologischen Tabelle (S. 96) wird die Berkesz-Kultur in die Periode В D nach Reinecke datiert, S. 31 in В C 2 — В D, die von K. aufgezählten Depotfunde stammen aber aus der älteren Phase von В D bis Ha Ax (nach Reinecke). Was die Piliny-Kultur betrifft, ist die Synchronisierung der Gräber- und Siedlungsfunde, ferner der Depotfunde etwas ausgeglichener, da 102 Fundorte mit Gräber- und Siedlungsfunden und 44 Fundorte der Depotfunde der Piliny-Kultur aufgezählt wurden (S. 112 ff.). Man vermißt auch hier eindeutige chronologische Bestimmungen, da K. zu den Depotfunden den eponymen Fund eines Horizontes, den von Forró, mehrere Depotfunde des Aranyos-Horizontes wie die von Bükkaranyos, Ragály, Szuhafő, aber auch Funde des Kurd-Horizontes wie z. B. Alsódobsza und Tibolddaróc einreiht. Er kann allerdings eine große Zahl von Gräbern und auch Siedlungs- auch Einzelfunde nennen, gesondert die der Zagyvapálfalva- und der Bárca-Gruppe der Pilinyer Kultur. Man bemängelt auf den Tafeln die jeweiligen Grabnummern (Jászberény, Litke, Nagybátony). Diese sind nur aus dem Katalog zu erfahren. Es fehlt also die Möglichkeit des Vergleichs der Gräber- und der Depotfunde oder ist wenigstens sehr erschwert. Mit synchronistischen Typentafeln (Piliny ( 1 ) Im vorliegendem Buch wird nur von 28 Gräbern aus Alsóbereck berichtet, in einem Artikel (Kemenczei 1981, 69—92) veröffentlich K. 45 Gräber: I — X, 1—35. Das Gräberfeld wurde von K. in В—С (nach Reinecke) datiert. 176