Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 21. 1981 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1984)

Tanulmányok – Abhandlungen - Kiss Attila: Archäologische Angaben zur Geschichte der Sättel des Frühmittelalters. p. 189–207.

Abb. 18: Malája Perescepina — Sattelbogenrekonstruktion (LÁSZLÓ 1955) wurzeln, hat J. Werner nachgewiesen (1951—52, 55—58). 2. Die zweite Gruppe der Sättel mit Tierfiguren bilden jene mit löwenförmigen Beschlägen. Diese sind aus den Fundorten Castel Trosino (Mengarelli 1902), Fönlak (Fet­tich 1925), Martinowka (Fettich 1937, Ribakov 1953), Malája Perescepina (Bobrinskoj 1914) bekannt. Die aus den räumlich weit gestreuten und auch ethnisch heterogenen Gräbern (langobardisch, slawisch, pontisch-bulgarisch) stammenden Sättel bestimmt J. Werner als byzanti­nische (1953, 3—6). Eine weitere Frage ist, ob es sich hier um Originalstücke aus Byzanz selbst handelt, oder ob die von byzantinischen Goldschmieden hergestellten Metall­beschläge an von byzantinischen, oder einheimischen (langobardischen, slawischen, pontisch-bulgarischen) Meis­tern hergestellte Sättel angebracht wurden, oder aber eventuell byzantinische Beschläge von einheimischen Meis­tern kopiert, auf an Ort und Stelle hergestellte Sättel befestigt worden sind. Die Form der Sattelbögen der Sättel mit zcomorphen Beschlägen kann ebenfalls in zwei Gruppen gegliedert wer­den: in die eine gehören die höheren oder mindestens proportionell höheren westlichen Bogenormen Beschlägen (vgl. Vallstenarum; Wesel-Bislich Grab 446; Abb. 8); zu dieser Gruppe zählen auf Grund der Applikationen auch die langobardischen Sättel (Castel Trosino, Nocera Umbre), welche wahrscheinlich die älteste hohe Sattelbogenform der germanischen Tradition repräsentieren. Die zweite Gruppe mit niedrigerem Bogen repräsentiert wahrscheinlich die Sattelrekonstruktion des Fundes aus Malája Peres­cepina (LÁSZLÓ 1955, Fig. 84—85); dieser Typ mag auf die Sättel mit niedrigem Sattelbogen bzw. die östlichen Sättel zurückgeführt werden* Die byzantinischen Begräbnissitten, wo keine Beigaben ins Grab gelegt wurden, erschweren die Kenntnis und dadurch die Rekonstruktion jener byzantinischen Sättel, auf welche Metallapplikationen antiker Themen ange­bracht waren (Löwen, Menschen, Delpfine, Hunde, etc.). Hierzu kann in erster Reihe jene Bronzelampe aus Byzanz als Quelle betrachtet werden, die in der Berliner Frühchrist­lichen Byzantinischen Sammlung aufbewahrt wird und die V. H. E 1 b e r n — auf stilkritischer Basis •— in das 6.-7. Jh. datiert hat (Eibern 1970, 5—8; Eibern 1976, 20—21). Am Rücken der pferdeförmigen Öllampe ist ein sattelförmiger Deckel, das mittels eines Scharniers geöffnet werden kann. Die vordere und hintere Seite der hohen und steilen Vorder- und Hinterbögen bieten entsprechende Flächen für Metallbeschläge. Wir stellen uns die einstigen byzantinischen Sättel dieser Darstellung entsprechend vor. Aus der bekannten byzantinischen Quelle Maurikios Strategikon bzw. der archäologischen Quellen (WERNER 1974) ist uns jene Wechselwirkung wohl bekannt, die zwischen der Ausrüstung der byzantinischen Truppen und der Rüstung und militärischen Kenntnisse der benach­barten barbarischen Völker bestand und deshalb kann als wahrscheinlich gelten, daß diese Feststellung sich auch auf die zur militärischen Ausrüstung gehörenden Sättel bezieht. 197

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