Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 20. 1980 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1983)
Tanulmányok – Abhandlungen - Szabó Miklós: Audoleon und die Anfänge der ostkeltischen Münzprägung. p. 43–56. t. XII–XVI.
ausgegebenen Goldmünzen in ihrer Mehrheit und die Silbermünzen zum großen Teil zweifellos postume Prägungen, deren Anfertigung aber in Pella um 315, in Amphipolis um 295/4 v.u.Z. endgültig aufgehört habe. Vorübergehend sei zwischen 328 und 323/2 v.u.Z., die Prägearbeit unterbrochen worden (LE RIDER 1977, 435—438). Gleichzeitig formulierte sich in der Forschung der Zweifel, ob das Fortprägen der Philipper durch Handelsbeziehungen mit den nördlichen Nachbarn und die einschlägigen Wirtschaf tsinteressen hinreichend motiviert war (NEWELL 1912, 22; PINK 1939/1974 2 , 31—32). Diese weit verbreitete Auffassung erklärt nämlich nicht die Tatsache, daß die kleinen Titel von Silber- und Bronzemünzen Philipps auch nach dem Tod des Herrschers ausgegeben wurden, aber fast ausschließlich zu makedonischem Gebrauch (Bellinger 1964, 47—52). Nach einer geistreichen Interpretation von J. R. Ellis war Alexander d.Gr. aus politischen Ursachen gezwungen, die Philipper nachzuprägen, um dadurch seiner Treue zum Andenken des Vaters besonderen Nachdruck zu verleihen und sich somit die Unterstützung von Philipps Hetairoi gegen die Verschwörung des Amyntas zu sichern. Die vorübergehende Einstellung der postumen Münzprägung entfiel in die Zeit, wo Alexander als Nachfolger des persischen Großkönigs auf dem Gipfel seiner Macht stand. Im Jahr 323 beschloß Antipater, ein ehemaliger Hetairos von Philipp, ebenfalls zwecks politischer Demonstration die postume Ausgabe der Münzen Philipps IL, nachdem er gegen Ende der Regierungszeit Alexanders d.Gr. in Ungnade gefallen war (Ellis 1971, 15—24; ELLIS 1976, 223—227). Diese Münzprägungspolitik behielt ihre Aktualität bis zur Thronbesteigung von Demetrios Poliorketes (ELLIS 1976, 235—239; LE RIDER 1977, 436). Das auch ohnehin lange Fortleben des Philippers sowie hre in Geldumlauf gebrachten ungeheuren Summen liefern die Erklärung dafür, daß diese Münze für den Norden, für die „barbarischen" Nachbarn Mazedoniens das beliebteste und anerkannteste Zahlungsmittel wurde (LE RIDER 1977, 255—319, 437). Nach all dem wurde K. Pinks Auffassung über die Chronologie der postumen Münzen Philipps IL unhaltbar, ebenso auch die Ansicht, wonach die Nachahmung des Philippers bei den Ostkelten gegen Mitte des 2. Jh. v.u.Z. begonnen habe. Zur Frage der Nachahmungen nahm auch Le Rider Stellung und setzte die ersten noch vor den Zeitpunkt von Preda: Der sog. paionische Schatz und der Münzfund von Rejantzi (Grahovo) dürften kurz nach 316/5 v.u.Z. vergraben worden sein, wobei Nachahmungen silberner Tetradrachmen von Philipp IL in beiden vorkommen. Le Riders Hypothese, diese seien zu der Zeit geprägt worden, als die postume Prägung der Philippern in den Jahren 328—323 vorübergehend aufgehört habe, liegt auf der Hand. Es versteht sich allerdings von selbst, daß es unbegründet wäre, die großen Serien der Nachahmungen in die Zeit vor 294 v.u.Z. zu datieren (LE RIDER 1977, 442—443, vgl. 304—, bzw. 443 und vgl. 400). Solcherart steht nun der Auffassung nichts mehr im Wege, wonach der Anfang der ostkeltischen Münzprägung auf das 3. Jh. v.u.Z. anzusetzen ist (Vgl. damit aus numismatischem Gesichtspunkt PREDA 1973, 400—, 450—451; Kolniková 1970, 143—145; KOLNIKOVÁ 1978, 100—101). Natürlich ist dies auch für den Fund von Egyházasdengeleg nicht gleichgültig. Es stellt sich aber die Frage, wie das Erscheinen der Münzen des Audoleontyps in den gezeichneten chronologischen und historischen Rahmen eingefügt werden kann. Schon seit Beginn dieses Jahrhunderts führt die Forschung unter den keltischen Münzen des Karpatenbeckens die Nachahmungen von Prägungen des Paionenkönigs Audoleon in Evidenz (FORRER 1908, 163—, ad Nr. 321). Paionien gehörte zu den mit Mazedonien benachbarten kleinen Staaten und vermochte seine Unabhängigkeit trotz der Eroberungsabsichten des mächtigen Nachbarn für kürzere oder längere Zeit zu bewahren. Zur Betonung ihrer Souveränität ließen die Könige in den Jahren 350—280 v.u.Z. eigenes Geld prägen (Lenk RE, 2403—2408; CASSON 1926, 191; GAEBLER 1935, 199—). Audoleon (in antiken Quellen AùSoXéwv oder AUTOASOÙV auf der Münzen AùScoXéwv) saß um 310 v.u.Z. schon bestimmt auf dem Thron. Der Anfang seiner Regierungszeit ist unbekannt, doch um 315 v.u.Z. regierte jedenfalls noch sein Vorgänger Patraos.( 19 ) Um 310 wurde Paionien von einem Angriff der Autariaten bedroht. Zur Abwendung der Gefahr leistete Kassander dem Audoleon Hilfe. Nach einhelliger Auffassung der Forschung wurde die Wanderung der Autariaten nach Osten durch den Angriff der Kelten ausgelöst. Kassander bekämpfte die letzteren erfolgreich in der Gegend des Haimos Gebirge.( 20 ) Unmittelbar nach 306 nahm Audoleon den Kőnigtitel (Basileus) an (GAEBLER 1935, 205: seine Datierung beruht auf numismatischen Argumenten). In den Jahren 287/6 unterstützte er die von der Herrschaft des Demetrios Poliorketes befreite Stadt Athen mit Getreide, und ihm aus Dank wurde das Bürgerrecht verliehen (Syll. I 3 , Inschr. Nr. 371. Zur Datierung vgl. Lenk RE, 2406). Seine antimazedonische Politik zeigt auch darin, daß er seine Tochter mit Pyrrhos verehelichte (HAMMOND 1967, 587, bzw. 582). Er dürfte irgendwann vor 281 gestorben sein. Von den inneren Unruhen profitierend, versuchte Lysimachos Paionien unter seine Macht zu bringen (Vgl. Diod. XXI, frg. 13; Polyain IV, 12, 3. — Zur Interpretierung vgl. Lenk RE, 2406). Diese chaotischen Geschehnisse sind näher nicht bekannt, jedenfalls wurde Paionien im Jahr 280 v.u.Z. von den Kelten unter Brennos und Akichorios besetzt (Liv. XXXVIII, 17; Paus X, 19, 7. — Vgl. Mócsy 1966, 93, Anm. 100). Aus der Sicht der keltischen Münzgeschichte sind die silbernen Tetradrachmen des Königs mit der Inschrift Audoleontos besonders bemerkenswert, die nach dem reduzierten phönizischen Münzfuß geprägt wurden. Auf dem Avers ist ein behelmter Athenakopf fast von vorn, auf (19) Zur Namenform: Kaerst RE, 2279 — Zur Datierung seiner Regierung s. Diod. XX 19,1 ; lust. XV, 2,1 ; Vgl. Mócsy 1966, 92; LE RIDER, 1977, 304 — Das Ende der Regierung des Patraos wird von den Numismatikern 315 v.u.Z. angesetzt. Vgl. LE RIDER 1977, 304, Anm. 5. (20) Zum Angriff der Autariaten s. Anm. 19. Zur Ursache der Abwanderung der Autariaten, entgegen der märchenhaften Erzählung antiker Quellen (lust. XV, 2,1:... propter г апатит muriumque multitudinem relicto patrio...) s. ZIPPEL 1877, 40; Mócsy 1966, 92 — Kassander und die Kelten: Seneca, quaest. nat. III. 11,2 Plin. n. h. XXXI, 53 (nach Theophrastos). Zur Datierung des Ereignisses vgl. Szabó 1968, 176. 52