Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 19. 1979 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1981)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bánki Zsuzsanna: Heiligtum der Iuppiter Dolichenus in Vetus Salina. p. 95–133.

funden — das Signum einer unbekannten Auxiliartruppe. Die Figur aus Tarhos —Vincesziget in der ständigen archäologischen Ausstellung des Ungarischen National­museums (BÖKÖNYI 1974, 263) sieht dem britannischen Stück sehr ähnlich, da aber der Sockel fehlt, ist sie als Signum nicht nachweisbar. Mutmaßliches Alter: 2.—3. Jh. Im 2. Jh. wurden asiatische und afrikanische Pferde nach Pannonién gebracht: „The Syrian and Thracian Horses may have impregnated the Pannonian population of horses with strong eastern and southern elements" (BÖKÖNYI 1974, 267). Scheinbar führen uns nicht nur zoologische Feststellungen, sondern auch stilistische und künstlerische Merkmale auf thrakisches Gebiet. Die gleich­falls definierbare Funktion eines Wagenschmuckes erfüllt der Fund von Mogilovo (VENEDIKOV —TODOROV Nr. 111) aus dem 3. Jh., welcher beinahe als Spiegelbild unserer Figur zu betrachten ist. Einen Unterschied bedeutet die Figur der sterbenden Amazone am angeführten Stück, bzw. die tabula ansät a des Adonyer Fundes mit den drei ein­gravierten Palmenblättern. Wagenbeschläge mit bogenförmigem Sockel, vergleich­bar mit dem Stück von Mogilovo (infolge seiner Form gehört auch der Adonyer Fund diesem Kreis an), kommen laut Radnóti (1963, 70—71, Abb.l) in Gallien (hier allerdings nur als Einzelfund) sowie in Pannonién und Thrakien (in Wagenfunden) — am häufigsten in der letzt­genannten Provinz — vor. Radnóti meint, die thrakischen Wagner hätten die technischen Griffe durch römische Übermittlung von den Kelten übernommen (ibid., 95) und sodann in ihren fabricae angewendet. Sucht man nach inhaltlichen Analogien, so finden sich — in geringerem Maße — verwandte Wesenszüge mit un­serer Figur an einem Stück, welches in der Sammlung des Musée Calvet in Avignon aufbewahrt wird (ROLLAND 1967, Nr. 107). Das auf einem prismenförmigen Sockel stehende Pferdchen stellt das rechte Vorderbein (als Spiegel­bild der Adonyer Figur) auf einen Baumstumpf. Auf dem Sockel ist daneben auch ein Dioscur zu finden. Eine vor­zügliche Darstellung der Dioscuren oder Castores ist auf der zweiseitigen Tafel von Mauer an der Url zu sehen ; sie sind auch auf einem Relief des Egnatius Fructus (Fundort : Aventinus) zu beobachten (MERLAT 1951, 206). Durch die ähnliche Einstellung und die plastische Formulierung wird auch das Stück von Avignon in diesen Kreis einbezogen. Da diesbezügliche Spuren fehlen, wissen wir nicht, ob sich der Adonyer Pferdefigur nicht eine auf einem anderen, selbständigen Sockel stehende Dioscur-Figur angeschlossen hat, in dieser Form eine Statuengruppe bildend?! Der Castor Dolicheni von Aalen (MERLAT, 1951, 168) hält drei Palmenzweige in der Hand, das Vorderbein des Adonyer Pferdes ruht auf einer mit drei Palmenzweigen geschmück­ten ansa lunata und auch der Sockel der Doppelfigur von Avignon wird mit drei gravierten Palmetten verziert — überall die gleichen Attributen der Castores Dolicheni. Es ist nicht daran zu denken, daß die Pferdefigur als Wagenschmuck gedient hätte. (Höchst unwahrscheinlich, daß die Arbeiter, die das Heiligtum entdeckt hatten, mit der Hälfte des Dolichenum-Gebäudes zugleich auch ein Wagengrab freigelegt hätten — die Pferdebeine und die Eisenreifen der Wagenräder wären seiner Aufmerksamkeit keineswegs entgangen.) Vielleicht dürfte aber jene Gedankenreihe eine Erklärung herbeiführen, die István Tóth (1973, 108) aus den Worten lecticarius dei der aventinischen Inschrift (MERLAT 1951, 194, 200) in Gang gesetzt hat. Anläßlich der sakralen Prozessionen, als die Pferdefiguren als kultische Statuen oder Insignien herumgetragen wurden, dürfte man auch einen lectica-arügen Tragsessel oder eine baldachin- oder aedicula-arüge Konstruktion auf die Schultern gehoben haben. Als dekorative Elemente dieser Objekte konnten auch die wahrscheinlich paarweise vorhandenen (und ver­mutlich mit Castores-Figuren verbundenen) Pferdefiguren dienen. (Laut Radnóti 1963, 73 — konnten die kleineren Wagenbeschläge zu Tragsesseln gehören; auch die Ab­messungen unseres Stückes entsprechen eher dieser Ver­wendung, zumal der Fund von Mogilovo, der tatsächlich ohne Zweifel ein Wagenbeschlag ist, mit seinen Dimen­sionen von 21,5 x7 cm beinahe doppelt so groß ist wie das Adonyer Stück!) Als Dekoration einer Querstange am unteren Teil eines Tragsessels (auch auf den dreieckigen Platten sin die Castores und ihre Requisiten meist in der unteren Zonen zu finden) konnten diese Figuren auch im symbolischen Sinn, als Stützpfeiler des Himmelgewölbes, einen idealen Platz eingenommen haben. 11. Votiv-Fragment Bronze, stellenweise Versilberungsspuren. Besteht aus drei Stücken. Verjüngung nach oben, oberes Ende abgeschnitten, unteres Ende abgebrochen. Die ganze Fläche ist mit schrägen Rillen bedeckt, die von den Rändern in Richtung Mitte (Achse) zusammenlaufen. Gesamtlänge der drei Stücke: 22,9 cm. (Inv.­Nr.: 75.61.6; Fo.: Profil J; Taf. XIII, 2). In der Tabelle von R. Noll (1980, 75) wird das Stück dem Typ von Mauer an der Url zugeordnet. Da es sich der Form nach um eine naturalistische Darstellung eines Palmenzweiges handelt, sehen wir aus genealogischer Sicht die Deutung des „Palmbaummotivs" (ibid., 76) unsererseits bestätigt. Da der Werkstoff massiver ist als die feinen Silberbleche bedurfte es unseres Erachtens nicht unbedingt einer Befes­tigung, doch die Nietenlöcher am oberen Ende scheinen dennoch derartiges anzudeuten. 12. Eisenlanze Mit dem obigen Fund zusammengebrannt und -geklebt zum Vorschein gekommen. In schlechtem Zustand, mit Hohlstiel. L. : 42 cm, Br. : 15,5 cm. (Cf. Die Römer an der Donau, 1973, 394, Abb. 58) (Inv.-Nr.: 75.61.8; Fo.: Profil J) (Abb. 14/1). Dem Komplex schloß sich ein strigilis aus Eisen an. L. : 23 cm. (Inv.-Nr.: 75.61.7; Fo.: Profil J; Abb. 14/2). Aus einem Brand­grab in Brigetio ist aus der ersten Hälfte des 3. Jh. ein ähnliches Stück bekannt (Bonis 1968, 56). Ihre Anwesenheit im Doli­chenum ist als ex-voto zu deuten. 13. Bronzegefäß Aryballos, Schulter und Mündung gegossen, gedreht; vom rundlichen Bauch und dem Unterteil gesondert gemacht. In der Mitte des Unterteils mit Sohlring, aus dem Gefäßboden erhebt sich eine spitze Bosse. Die beiden Henkel befinden sich 111

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