Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 16. 1975 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1978)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bóna István: Arpadenzeitliche Kirche und Kirchhof im südlichen Stadtgebiet von Dunaújváros. – Árpád-kori templom és temető Dunaújváros déli határában. p. 99–157.

ringe übte großen Einfluß auf die heimische Forsch­ung und jene der Nachbarstaaten aus, genau zur Zeit als die Abhandlungen über die Chronologie der Haarringe mit S-Enden entstanden. Mehr irreführend als das erste Schema ist nur das zweite. Diesmal folgt Török bereits seiner eigenen Gruppeneinteilung I — III und bespricht und charak­terisiert dementsprechend den Friedhof von Halimba. In der Grabgruppe I. befindet sich noch kein Haarring mit S-Ende. In der Grabgruppe II. erscheint der kleine oder mittelgroße, aus einfachen Draht gebogene Typus, der die frühe Phase der Gruppe charakterisi­ert^ 1 ). In den späteren Gräbern der Gruppe (welche er mit der Münze von Stephan der Heilige illustriert und bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts datiert), herrscht bereits der Typus aus dickem Draht, oft mit geripptem Enden( 52 ).In Grabgruppe III. (mit Münzen von Sala­mon und Ladislaus I. illustriert) präsentierte er ausschließlich Haarringe aus dickem Draht und meistens mit gerippten S-Enden( 53 ). Die Publikation des gesamten Materials (1962) des Friedhofs klärte das Mißverständnis. Es stellte sich heraus, daß für die Mehrzahl der Gräber in Gruppen II. und III. die kleinen oder mittelgroßen, aus dün­nem Draht gebogenen Haarringe mit S-Enden cha­rakteristisch sind. Ihr Gebrauch wurde überhaupt nicht unterlassen, und tipologisch sind sie voneinan­der nicht zu trennen( 54 ). In seiner Zusammenfassung Török vergeht die Mode der Haarringe zusammen mit dem Aufhören der Reihenfriedhöfe: „Die einheitliche Herstellung der Haarringe hörte im 12. Jahrhundert auf, einige Meister versuchten noch einzelne Haarringtypen in Mode zu halten, ihre Bemühungen waren jedoch vergebens. Die Kirche drang bei den Bestattungen im Kirchhof auf Einfachheit .... so das .... geme­ine Volk mit den heidnischen Bestattungsplätzen und Sitten vom 12. Jahrhundert an auch das Tragen der Haarringe allmählich aufgab"( 55 ). — Da jedoch die Kirche niemals das Tragen und die Bestattung der armseligen kleinen Haarringe, Fingerringe und Glasperlen verboten hatte, übernahm die Forschung nicht die derartige Quellenberufung entbehrenden Vorstellungen von Török ( 56 ). Die Übernahme der „Chronologie von Halimba" (besonders deren frühe Varianten) wurde in ihren Folgen dennoch zur Feh­lerquelle für die Archäologie der Arpadenzeit. (51) ID., Die Bewohner von Halimba-C seres nach der Land­nahme. Leipzig, 1959, Abb. 6—7. (52) Ibid., Abb. 9. (53) Ibid., Abb. 13—14. (54) ID., Die Bewohner von Halimba im 10. und 11. Jahr­hundert. AHung, XXXIX, 1962, 43—45, 100—101. (55) Ibid., 103. (56) Laut G. Fehér sen. hatte die Kirche die Beigabe von Münzen in den Kirchhöfen — als heidnische Ge­wohnheit — verboten, AArchHung, VIII, 1957, 313). — Eine Menge von Beispielen bezeugen, daß sie wenig Erfolg hatte. Vgl. die Zusammenfassung und Anschauung von B. SZŐKE, A honfoglalás és kora Árpádkori magyarság régészeti emlékei. RT, I, 1962, 91—92. Als Abschlu ß der j ahrzehntelangen (besonders heimi­schen) Debatten über die „denUrsprung und das Ethnikum" bestimmende Rolle der Haarringe mitS­Enden, hatte sich eine bestimmte Chronologie entwik­kelt. A. Kralovánszky hat die von ihm gesam­melten und auf eine Verbreitungskarte dargestellten Typen von der Mitte des 10., bis Ende des 11. Jahrhun­derts datiert^ 1 ). B. Szőke hat in seiner, als Ab­schluß der Diskussion betrachteten Zusammenfaßung erstens seine eigene „kurze" Chronologie (die sich auf Haarringtypen, anstatt auf die Münzenbeigaben stützte) abgeändert ( 58 ), und bestimmte die Zeit der Belegung des Friedhofes von Fiad-Kérpuszta „von der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts bis zum 12. Jahrhundert "( 59 ). Er datiert die als Basis und Gegen­stand der Datierung dienenden einfachen Haarringe mit S-Enden „auf die zweite Hälfte und das letzte Drittel des 10. Jahrhunderts", während er die Haar­ringe mit anderthalbmal gebogenen S-Enden auf das letzte Drittel des 11. Jahrhunderts setzt. Er fügt hinzu : „Sie kommen aber auch noch an der Wende des 11. und 12. Jahrhunderts vor (Kerpuszta)"( 60 ). Einige Zeit hindurch wurde kein Versuch gemacht, die drei, in manchen Punkten widerspruchsvollen Haarringtypologien (Gy. Török, В. Szőke, A. Kralovánszky) zusammenzustimmen. Ihre einheitliche Datierung auf das 10—11. Jahrhundert wurde von der Forschung ohne Debatte angenommen. Als Resultat dessen : 1. wurden die durch Münzen nicht datierten arpadenzeitlichen Haarringe und deren Fundorte praktisch ausnahmslos auf das 11. Jahrhundert datiert; — 2. wenn in einem Kirchhof, dessen Gräber aus­schließlich Münzen aus dem 12— 13. Jahrhundert bar­gen, Haarringe vorkamen, führte man den Beginn des Kirchhofes auf das 11. Jahrhundert zurück. 3. „Es gelang" den Massenbau der arpadenzeit­lichen Dorfkirchen mit Hilfe der Haarringe auf der Verordnung von Stephan der Heilige zurückzuführen, selbst dann, wenn die mit Münzen aus dem 12—13. Jahrhundert datierten Dorfkirchhöfe eben das Gegen­teil beweisen. 4. Das archäologischen Material des 12. Jahrhun­derts verschwand fast spurlos, — ausgenommen jene ein-zwei „zufällig" im Gebrauch gebliebenen Haarrin­ge, die mit Münzen zusammen zum Vorschein kamen. (57) A. KRALOVÁNSZKY, AÉrt, LXXXIV, 1957, 175— 186. (58) В. SZŐKE, AArchHung, III, 1953, 299. (59) ID., AÉrt, LXXXVI, 1959, 38. (60) Ibid., 41. — In seinem großen zusammenfassenden Werk (o. c, RT, I, 1962, 86—88) Sucht er den Ur­sprung des Haarringes mit S-Ende im Karpaten­becken und weist auf seine Interetnizität hin. „Der einfache Haarring mit S-Ende blieb im Karpaten­becken bis zum 14. Jahrhundert in Mode", schreibt er, indem er sich auf K. Szabó bezieht; bei der Behandlung dieses Typus beschäftigt er sich — im Rahmen Seines Themas — bloß mit den Haarringen bis zur Wende des 11/12. Jahrhunderts, — deshalb ist seine Stellungnahme nicht eindeutig. 132

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