Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 16. 1975 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1978)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bóna István: Arpadenzeitliche Kirche und Kirchhof im südlichen Stadtgebiet von Dunaújváros. – Árpád-kori templom és temető Dunaújváros déli határában. p. 99–157.

andere. Betreffs des zweiten Modells begegneten wir in Orosháza —Rákóczi-telep ( „Gellértegyháza ")( 21 ) einem sehr ähnlichen Wiederspruch wie in Dunaújvá­ros. In „Gellértegyháza" begann die fortlaufende Bestattung an der Wende des 11—12. Jahrhunderts, was aufgrund der Beigaben des Grabes 96, sowie der etwas unsicher bestimmbaren Münze von Koloman (1095—1116) (Grab 193) angenommen wurde. Die 15 Gräber jedoch, die im 680 Gräber umfassenden Kirchhof Beigaben von Haarringen mit S-Enden enthielten, stammten dennoch aus einem Teil des Kirchhofes, wo die Gräber Münzen von Bela II, Ste­phan IV, Bela III und Emerich bargen( 22 ). Das Grab 57, mit Beigaben von Steigbügel und Trense, auf­grund dessen der Beginn der Belegung des Friedhofes auf das 10. Jahrhundert datiert wurde, lag weit außer­halb des die Kirche umringenden Kirchhofes, — viel­leicht wirklich in einem Reihengräberfeld. Aufgrund eines einzigen Grabes traute sich auch der Aus­grabungsleiter nicht, den Bau der Kirche auf eine frühere Epoche als das 12. Jahrhundert zu datieren( 23 ). Problemstellung Archäologischer Begründer der unbedingten Datie­rung auf das 11. Jahrhundert der in den Dorfkirchhö­fen der Tiefebene gefundenen Haarringe mit S-Enden, war M. Széli, Bearbeiterin des Fundmaterials des 10— 16. Jahrhunderts der südlichen Tiefebene. Einige Beispiele : Hódmezővásárhely — Kápolna Kirche und Kirchhof. Beigaben: „Schläfenringe aus dem 11. Jahrhundert, Perlen und Münzen aus der Zeit vonGezaII."( 24 ) Hódmezővásárhely — Szenterzsébet Kirche und Kirchhof. Aus den Gräbern kamen Mün­zen von Stephan III. und Stephan IV., Armband, Schläfenring zum Vorschein. „Diese Funde beweisen, daß das Dorf bereits zu Beginn der Arpadenzeit bestand "( 25 ). (21) E. ZALOTAY, O. C, 50—52. — Aufgrund der origina­len Dokumentation analysiert I. D i e n e s aus­führlieh die Ausgrabung und die Publikation, о. c, 158—160. — und überzeugend trennt er das Fried­hoffragment aus dem 10. Jahrhundert vom am frühe­sten unter Ladislaus I. begonnenen Kirchhof. Die aus letzterem zum Vorschein gekommenen Haarringe mit S-Enden, auch jene mit gerippten Verzierungen nennt er mit „dem gewohnten Fundmaterial der Kirchhöfe" zusammen! Cf. noch J. KOVALOVSZKY, Orosháza története I., 183. (22) Die Münzenbeigaben der Gräber 366. und 579, mit Haarringen mit S-Enden waren leider derart verwit­tert, daß sie nicht mehr bestimmt werden konnten. Dies weist jedoch auf die papierdünnen Brakteaten des 12—13. Jahrhunderts. (23) E. ZALOTAY, О. C, 52. (24) M. SZÉLL, Dolg, XVI, 1940, 173. (25) Ibid., 171. Hódmezővásárhely — Fecskés „Kirche und Kirchhof aus dem 11. Jahrhundert" { 2в ). Beigaben: Schläfenring, Eisenstücke, Eisenring, Schleifstein; andererseits Steigbügel aus dem 15. und Axt aus dem 16. Jahrhundert. Hódmezővásárhely— Veresegyház Kirche und Kirchhof. Als Einzelfunde kamen „zwei Haarringe aus dem 11. Jahrhundert" ( 21 ), Trense, Axt, Pfeilspitze, Schnürnadel zum Vorschein. Aus obigen Beispielen ist ersichtlich, daß M. S z é 11 die Haarringe mit S-Enden immer ins 11. Jahrhun­dert datiert und das 12—13. Jahrhundert nur dort erwähnt, wo kein Haarring gefunden wurde. Die Datierung wird auch theoretisch unterstützt: „Die zur Zeit der Landnahme häufigen Anhängsel und Metallbeschläge, kommen zusammen mit den zu Beginn der Arpadenzeit sich verallgemeinerenden Schläfenringen mit S-Enden vor, es ist nämlich nicht überraschend, daß das Fundmaterial des mit­einander in Verbindung tretenden lokalen Volks­elementes (Haarringenträger) und jenes der vom Osten gekommenen Ungarn sich vermischt "( 28 ). Dieser, von J. Hampel geerbte „ethnische Standpunkt" wurde als Fundament der Chronologie anerkannt und dadurch zu einer derartigen Fehler­quelle, die in den Werken von J. Hampel nicht vorkommt ( 29 ). Dem eben damals authentisch ausgegrabenen und publizierten Gegenargument wurde keine Aufmerk­samkeit gewidmet. Im Kirchhof von Kaszaper kamen aus dem Grab 239, samt der Münze von Stephan II. (1116—1131), ein Paar kleine und ein Paar große Haarringe mit S-Enden zum Vorschein, — sie glichen vollkommen jenen Typen, die in 19 anderen Bestattungen desselben Kirchhofes gefun­den wurden ( 30 ). Die Theorie war aber stärker als die Tatsachen. Ein Jahr später war in der Auswertung eines, Bestat­tungen mit Beigaben von Haarringen enthaltenden Friedhofes, folgendes zu lesen : „Mezőkovácsháza war im 11. Jahrhundert bewohnt", weil „die Haarringe das Alter der Gräber auf das 11. Jahrhundert datie­ren'^ 31 ). Derweil wurde der Angabe von Kaszaper mit der Zeit derart vergessen, daß ihn später der da­(26) Ibid., 172. (27) Ibid., 177. (28) M. SZÉLL, Dojg, XVII, 1941, 172. (29) J. HAMPEL, Újabb tanulmányok a honfoglalási kor em­lékeiről. Bp., 1907, 12—15. — Dieser Anschauung folgt, mit Betonung der auf slawisches Ethnikum weisenden Rolle der Haarringe mit S-Ende, G. FE­HÉR sen., AArchHung, VIII, 1957, 277—281, 305— 317. — Es ist jedoch bezeichnend, daß er die Haar­ringentracht nie mit dem 11. Jahrhundert abschloß, ihr Vorkommen im 12—13. Jahrhundert recht gut kennt, und sogar — etwas übertrieben —ihr Weiter­leben bis zum 15. Jahrhundert folgt. (Ibid., 314). (30) A. BÁLINT, Dolg, XIV, 1938, 142—143, 177, Taf. уд 1 g n о (31) A. BÁLINT, Dolg, XV, 1939,154, und 157. 127

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