Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 15. 1974 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1976)

Tanulmányok – Abhandlungen - Gábler Dénes – Kocztur Éva: Terra sigillata Depotfund von Gorsium. XV, 1974. p. 65–88.

kige Bruchstück einer dicken Bronzeplatte sichtbar, mit dem Abdruck eines gebrannten Holzstückes (Inv. Nr. 69. 206. 2). Unter den Schüsseln Drag. 31 war der Boden eines grob gearbeiteten Kruges im Schutt eingezwängt (im Scherbeninventar). Darunter sowie unter den Schüsseln lagen zwei scharnierartige eiserne Bruchstücke (Inv. Nr. 69. 206. 9). Der Fund enthält auch den eisernen Henkel eines Kästchens (Taf. II. — Inv. Nr. 69. 206. 3). Die Lage der Ge­fäße und die an beiden Seiten sichtraren Holzkoh­lenstreifen lassen die Vermutung zu, daß das ganze Material in einer Holzkiste verborgen war {Taf. I. — IV — V.). Außerhalb des Holzkohlenstreifens lag ein Bruchstück des Bodens eines Glasbaisamariums, nicht angebrannt (Inv. Nr. 69. 206. 9). Neben dem Fund lag auch eiserne Glocke (Taf. 1.9. — Inv. Nr. 69. 206. 8). Aus der Krümmung der gefundenen Eisenreifen läßt sich auf ein Fäßlein von 19 cm Durchmesser schließen; die Breite der Reifen beträgt 20 mm, ihre Dicke 4 mm; es gibt darunter auch zusammengebogene und aneinandergerostete Stücke, die stark angebrannt sind. Der oben erwähnte Henkel könnte zu diesem Fäßlein gehören und paßt eher zu diesem als zum Kästchen mit Bronze­spangen. Der Durchmesser des Henkels beträgt 16 mm, den abgebrochenen, aufwärts gebogenen Teil mit­gerechnet. Falls man die Deformierung des Reifens mit 2—3 cm berechnet, sind die beiden Abmessungen nahezu gleich. Möglicherweise hielt man darin die delte sich hierbei hauptsächlich nicht um die Strafe für die Entwendung der Glocke, eines kostbaren Gerätes, sondern vielmehr um die Bestrafung eines Vergehens gegen das Privateigentum, denn ,,Die Glocke konnte ein Merkmal des Eigentümers oder der Gemeinschaft sein, um deren Eigentumsrecht zu be­zeugen und zu sichern."( 5 ) Die um den Schatz gefundenen Schlüssel dürften die der zugesperrten Wohnung gewesen sein (Taf. 1.7. — Inv. Nr. 69. 206. 4 und Taf. 1.8. — Inv. Nr. dieselbe), vielleicht stellten sie ebenso die Wertgegen­stände das Hauses dar, wie die übrigen, unbestimm­baren Bruchstücke (Taf. 1.3. — Inv. Nr. 69. 206. 7 und 69. 206. 9 Bruchstücke verschiedener Haken und Ringe). Bemerkenswert unter den letzteren ist ein rechteckiges, massives Eisenstück (Taf. 1.6), in das der Schlüssel der Taf. 1.7 genau hineinpaßt. Aus der Zusammensetzung des Fundes läßt sich eindeutig auf die Tatsache der Verbergung schlie­ßen. Auch die Fundumstände scheinen dies zu be­stätigen. In unserem Schnitt deutet die ausgehobene Mauer (Abb. 2) eine zur Mauer gehörende, frühe Periode — vermutlich um die Wende des 1—-2. Jh. — an und war um die Mitte des 2. Jh. bereits zerstört. Dies beweist der Brennofen Nr. VI, dessen Gewölbe (5) Ibid. auf die Mauer gebaut wurde. ( 6 ) Die während der Ausgrabung 1974 freigelegten Wohngruben Nr. 19,20 und 20 sowie der Brennofen Nr. VIII, die weiteren Requisiten der Töpfersiedlung wurden alle oberhalb der frühzeitigen Mauern gebaut.( 7 ) Etwa 100 cm unter dem Brennofen Nr. VIII befindet sich z. B. die Mauer. Dénes Gabler datiert das Depot zwischen die Jahre 175 und 178, es wäre demnach gleichaltrig mit den Wohngruben. ( 8 ) Die Vermutung ist also naheliegend, den Eigentümer und Verstecker des all­mählich zusammengetragenen Schatzes unter den Meistern der Töpfersiedlung zu suchen, der seine Wertgegenstände vor der herannahenden Kriegs­gefahr in die Erde versteckte. Er suchte sich einen ihm selbst wohlbekannten Ort aus, den er zu den umliegenden Brennöfen und Hütten eingemessen hat : lauter Anhaltspunkte, die — falls zerstört — auf der Oberfläche genaue Spuren hinterlassen, zudem in einer Umgebung, wo es niemandem einfallen wür­de, nach Schätzen zu forschen. Möglich ist freilich auch, daß er sie unter ein Wirtschaftsgebäude ver­graben hat, doch ist das heute leider nicht mehr festzustellen. Unmittelbar neben das Depot wurde nämlich im 4. Jh. eine Mauer (Abb. 2) bzw. ein Gebäude errichtet — ein Gang verlief hier ( Abb. 1—2), doch wurde gerade dieses Gebiet von den neuzeit­lichen Bauten und den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges am schwersten betroffen. Auch die Zusammenhänge der auf unserem Grundriß (Abb. 2) dargestellten Mauern wurden von den späteren Bau­arbeiten unkenntlich gemacht. Eines steht jedoch fest : Mitte des 2. Jh. standen schon und noch keine Steinbauten hier. Unter dem gebrannten Fußboden­niveau kamen folgende Funde zum Vorschein: Taf. III. 1: Bemalte Schüssel, Bruchstück, aus glim­merigem gelbem Ton Form Dr. 36; das Bruchstück mit Rund-Rand ist mit einem dunkelroten Farbstoff von guter Qualität strahlenförmig verziert. Cf. К. BETTERMANN, Saalburg Jb, VIII, 1934, 101; K. Sz. PÓCZY, ArchHung, VII, 1956, 91). Erste Hälfte 2. Jh. Taf. II 1.2: Faß förmiges Gefäß. Müudungsweite : 16,8 cm. Taf. II 1.3: Faß förmiges Gefäß, mit glänzender oran­gegelber Bemalung ; angebrannte Ober­fläche. Mündungsweite: 12 cm. Taf. III. 4: Bruchstück eines naturfarbenen, fein geschlämmten Kruges. Gelber, glimme­riger Ton geglättete Oberfläche. Taf. III. 5: Bruchstück einer fein geschlämmten, grauen, Schüssel, mit glänzender Bema­lung, Form Dr. 37. (6) É. KOCZTUR, o. c, 43—58, — ID., Alba Regia, XIII, 1974. Auswertung des Materials der Urbevöl­kerung von Tác (Gorsium); mutmaßliche Betrieb­dauer der Töpferei: von den 30er Jahren des 2. Jh. bis 178. (7) Zerstörungsschieht eines Gebäudes nicht aus dem 3. Jh. — cf. Vorberieht AÉrt, XCVII, 1970, 312. (8) Ë. KOCZTUR, О. C, 68

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