Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 14. 1973 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1975)
Tanulmányok – Abhandlungen - Schwappach, F.: Zur Chronologie der östlichen Frühlatene-Keramik. XIV, 1973. p. 109–136.
Tab. I: Gliederung der Siedlungsfunde von Tuchomëfice — Knëzivka bei Prag. E. Soudská F. Seh we ppach Hütte 1965* 1966** 1968*** -, 8/59 I. Horizont Phase III LT A/B Phase III В LT Ai Mitte 4. Jh. 5. Jh. LT A, 9/59 II. Horizont Phase IV LT В Phase IV В LT A 2 /B Ende 3. Jh. 10/59 HI. Horizont Phase V 2. Jh. Spätes 5./ Frühe 4. Jh. LT A 2 * E. SOUDSKÁ AROZ, XVII, 1965, 342 ff. ** ID., PA, LVII, 1966, 535 ff. *** ID., Berichten van de Rijksdienst voor het Oudheidkundig Bodemonderzoek XVIII, 1968, 131 ff. daß wir bis heute keine Schnabelschuhdarstellungen kennen, die jünger sind als frühes 4.Jahrhundert( 13 ), ist aufgrund der Formmerkmale der Keramik aus Hütte 10/59 kein anderes als ein LT A 2-zeitliches Datum zu gewinnen. Die Schulterschale (Taf. IX, 11) kann keinesfalls so spät wie 2. Jahrhundert sein. Nahverwandt ist eine Schale, die zu den Funden aus Grab 3 von Hradistë zählt (Taf. IX,14)( U ). Bemerkenswerterweise ist auch in diesem Ensemble eine Schnabelschuhdarstellung enthalten, hier allerdings in Fibelform (Taf. IX,17)( 15 ). Die übrigen Funde von Hradistë, von denen ich in Taf. IX eine kleine Auswahl wiedergeben kann, sind ganz unzweifelhaft der Stufe LT A zuzuweisen( 16 ). Es ist deshalb abschließend festzuhalten, daß die von Soudská vorgelegte Keramikgliederung nicht eine Zeitspanne vom Beginn des Frühlatene bis hin zum 2. Jahrhundert umfassen kann, sondern mehr oder weniger ausschließlich auf die Stufe LT A zu beziehen ist. Immerhin erschei ntmir aber bemerkenswert, daß Soudskás Abfolge jene Formensequenz widerspiegelt, die wir im vorhergehenden erarbeitet haben. So hilfreich unsere „Bandformenchronologie" bei der Datierung der Keramik sein kann, sie sollte stets nur in Verbindung mit den anderen oben genannten Kriterien von Form und Machart gesehen werden und zur Anwendung kommen. Auch ist zu berück(13) Cf. F. SCHWAPP ACH, PA, LVIII, 1967, 320 ff. ; ferner z. В. E. SOUDSKÁ, AROZ, XX, 1968, 451 ff. und weitere Neufunde vom Dürrnberg : E. PENNINGER, Der Dürrnberg bei Hallein I, 1972, Taf. 49, В (Grab 49) ; F. MOOSLEITNEB - L. PAULI - E. PENNING ER, Der Dürrnberg bei Hallein II, 1974, Taf. 135,6 (Grab 70/2/; 138,36 (Grab 71/2). (14) J. SIBLIK, PA, XXII, 1908, 343 ff. (15) Ibid., 349, Abb.4, h; F. SOHWAPPACH, PA, LVIII, 1967, 320 ff. (16) J. SIBLIK, О. C, 349, Abb. 4. sichtigen, daß durchaus fließende Übergänge bestehen, daß ältere Formen selbstverständlich neben jüngeren Neuentwicklungen einherlaufen und mit diesen folglich auch in einem Funde vergesellschaftet sein können (cL die Taf. X — XXII) . Im übrigen sei noch einmal ausdrücklich vermerkt, daß die aufgezeigte Entwicklung der Keramik ausschließlich für den östlichen Frühlatenekreis Geltung hat. Man kann demnach, um es in anderen Worten zu wiederholen, östliche Kriterien nicht auf Gefäße westlichen Gepräges übertragen. Dies zu wissen ist gerade dann unerläßlich, wenn wir Vasen zur Beurteilung vor uns haben, die zwar aus östlichen Funden stammen, die aber nicht den dort erwachsenen und gültigen Gestaltungsprinzipien unterliegen. Es ist beispielsweise im LT B-zeitlichen Grab 16/2 vom Dürrnberg (Taf. XX,3, 5; XXI, 6 —8) eine Fülle von Gefäßen östlichen Charakters vertreten. Das hohe kelchförmige Fußgefäß (Taf. XX,4) indessen ist hier ganz singular, denn es spiegelt westlichen Einfluß, wenn auch nicht unbedingt westliche Herstellung, wider( 17 ). Man wird folglich zur Datierung nicht mittels unserer für den Osten erstellten Kriterien schreiten dürfen. Aber es gibt im östlichen Frühlatenebereich nicht nur gelegentliche keramische Mischinventare, sondern ganze Landstriche, in denen während der Stufe LT В so gut wie kein Geschirr östlicher Formgestaltung mehr auftritt. Inbesondere in weiten Teilen Mährens und Polens sowie Nord- und Mittelböhmens wurden in dieser Zeit westlich anmutende Hochformen getöpfert( 18 ). Östliche Formentradition lebte (17) In diesem Sinne äußerten sich schon E. PENNINGER - M. HELL, Germania, XXXVIII, 1960, 375. (18) Cf. z. B. die Funde bei J. FILIP, Keltövé ve stfedni Evropë. Praha, 1956; J. POULIK, Das keltische Gräberfeld von BrÜ7in-Malmeritz. Zeitschrift des Mährischen Landesmuseums NF, II, 1943, 49 ff. ; J. MEDUNA, Sborník CSA Brno, II, 1962, 167 ff. ; ID., PA, LUI, 1962, 87 ff. ; ID., PA LXI, 1970, 225 ff. ; Z. WOZNIAK, Osadnictwo Celtyckie w Polsce, 1970. 8 Alba Regia 113