Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 13. 1972 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1974)
Közlemények – Mitteilungen - Visy Zsolt: Előzetes jelentés Intercisa 1970–1972. évi feltárásáról. – Ausgrabungen in Intercisa (1970–1972). XIII, 1972. p. 245–263.
freigelegt. Die nach Süden sanftabfallende Fläche war nach der Verschüttung des Grabens die äußere Fußoberkante des fächerförmigen Turmes. Weiter südwärts, nach der ca. lim langen Mauer des Turmes, zeichnet sich nach Verschneidung eines Stückes der senkrecht abgestürzten Uferkante ein weiterer Graben ab, der höchstwahrscheinlich zum Turm gehörte. Auch der Graben des Palisadenlagers kam zum Vorschein : Er führt geradeaus weiter nach Osten, unter dem Horizont der nach Norden abbiegenden Hauptmauer. An der decumanaF vont wurden zwei Profile nur aus topographischem Grund eröffnet. Im IV. Profil kamen die zum Teil ausgehöbene Mauer und zwei Gräben zum Vorschein (der äußere Graben durchquert den inneren), während im V. Profil an der Innenseite der Mauerrest eines Gebäudes mit Steinfundament gefunden wurde. Die Lage stimmt also ungefähr mit den Beobachtungen an der Südseite überein. Aus all dem lassen sich nachstehende Schlüsse ziehen : 1. Im Durchschnitt ist eine 5 — 10 m breite Zone des castellum den Uferabbrüchen zum Opfer gefallen. Die Festung war ca. 210 m lang. 2. An der Südseite entfernt sieh die Steinmauer nicht vom Graben des Palisadenlagers, sondern erstreckt sich selbst an der östlichsten Stelle oberhalb desselben, bzw. biegt von dieser Stelle nach Norden ab. Bis zu den weiteren Ausgrabungen bleibt also die Frage offen, ob es in der Südmauer des castellum einen Bruch gibt. Aufgrund der bisherigen, jedoch nicht endgültigen Angaben gibt es keinen. 3. Die Abmessungen des Palisadenlagers lassen sich auch weiterhin nicht bestimmen. Die Tatsache, daß das Seitenmaß um 10 m und die gegenwärtige Länge um 20 m kleiner sind als die Vergleischszahlen des Steinlagers, gibt uns noch keinen Anhaltspunkt, um die Breite des noch fehlenden, wenngleich nicht sehr bedeutenden Streifens feststellen zu können. 4. Nach all dem, was wir bei dem I., dem IV. und dem südöstlichen Eckturm beobachten konnten, ist anzunehmen, daß man bei der Errichtung der letzteren bzw. beim Umbau der porta decumana in einen hufeisenförmigen Turm den früheren, unweit der Mauer laufenden Graben zugeschüttet und einen neuen ausgegraben hat, dessen Achse 9,4, 9,1 bzw. ca. 15 m vom Außenrand der Mauer liegt. Bauwerke im castellum Im I. Profil (Taf.1.3.) ist die via sagularis 280 cm breit; an der Nordseite schließt sich ihr ein 50 cm breiter Wasserableitungskanal an. Die Straße, die über eine Strecke von 650 cm gefunden wurde, befindet sich in gutem Zustand und ist mit großen Steinplatten bedeckt. An beiden Seiten sehließt sich ihr je eine Häuserreihe an. Im (550 cm breiten Streifen zwischen der Straße und der Mauer haben wir drei Räume einer langen Gebäudereihe freigelegt. Das an der Nordseite freigelegte Gebäude (2 Räume) ist mit der früher freigelegten spätrömischen principia identisch, d. h., dieses Gebäude hat noch eine Reihe von Räumen an der Südseite, und diese schließen sich der via sagularis an. Der bisher beschriebene Baukomplex ist auf den Anfang des 4. Jh. zu datieren. Am westlichen Ende der Straße ist die Straßenfläche infolge einer früheren Grube (71 /35) eingesunken. Fünf Reparaturschichten lassen sich unterscheiden. Im 2. und 3. Horizont (von oben gerechnet) befanden sich Valentinianische Kleinbronzen. Die Gruben 71 /35 und 1965/A lassen vermuten, daß die Innenseite der Mauer im 2 — 3. Jh. nicht eingebaut war. Es fragt sich nun, wo damals die via sagularis führte und wie sie gebaut war (die bisher gefundenen Strecken sind einschichtig). Auch in den beiden Räumen des Gebäudes am Nordrand der Straße fanden sich reichhaltige Schichtereihen. Der Schotterboden des westlichen Raumes wurde später mit einer Lehmschicht überzogen. Im unteren Horizont kamen Münzen des Valens und des Valentinianus zum Vorschein. Im östlichen Raum gab es fünf Fahrflächen, von denen nur zwei dem Gebäude angehörten; die übrigen sind älter. Die unterste war der Stampfboden eines in den Boden gesenkten Fachwerkhauses. Vom Haus wurde nur eine Fläche von 2x4 m freigelegt. In der aus drei Lehmziegeln bestehenden, mit Asche gefüllten Feuerstätte lag ein mittelmäßig abgenütztes Denarstück des Nero. Die an Hand des I. Profils beschriebene Konstruktion des 4. Jh. konnten wir auch im IL Profil entdecken, allerdings mit dem Unterschied, daß hier die N — S-Strecke der via sagularis mit den Gebäuden an beiden Seiten zum Vorschein kam <8) (Abb. 2). Die Straßenfläche war mit kleinen Steinehen und Tegulafragmenten bedeckt; vermutlich wurden die größeren Pflastersteine aufgerissen — dies konnte allerdings nur Ende der Römerzeit erfolgt sein. Am Westrand der Straße wurde eine größere Fläche freigelegt. Hier kamen, zumeist in ausgehobenem Zustand, die Mauern der anschließenden Häuserreihe sowie mehrere Fahrflächen zum Vorschein, wobei wir nicht bis zu den untersten Schichten vorgedrungen sind. In der östlichen Häuserreihe wurde je ein Teil von drei Räumen freigelegt, hier sind die Mauern zu einem größeren Teil erhalten geblieben. Nur eine Quermauer der westlichen Reihe befand sich im Profil, einen erhalten gebliebenen Teil dieser Mauer überdeckte der gestempfte Lehmboden eines späteren, abgebrannten Hauses, dessen südliche und westliche Mauer erhalfen blieb. Auch die unterschiedliche Orientierung deutet daraufhin, daß dieses Haus nach der Zerstörung des Komplexes Straße-Häuserreihe gebaut worden ist. Im Profil wurde noch ein interessantes Bauwerk — ein rundes Fundament — gefunden. Die Steine sind viel größer als die Steine des spätrömischen Fundaments nebenan; daß die beiden Gebäude nicht zusammengehörten, ergibt sich auch aus der Tatsache, daß die am höchsten reichenden Steine des ersteren Fundaments höher liegen als die Fußoberkante des anderen Gebäudes. Die Schichten des 4. Jh. wurden am westlichen Straßenrand durchbrochen, doch kamen wir nur bis zur vorangegangenen Periode hinunter. Hier kamen mehrere kleine Backöfen sowie — teils schon in der Einschüttung unter der Straße — einige Freskenbruchstücke zum Vorschein. TT. Canabae Unsere Ausgrabungen waren größtenteils von den gegenwärtigen Bauarbeiten örtlich bestimmt. Dies hatte ganz natürlich zur Folge, daß wir nur selten große, zusammenhängende Flächen freilegen konnten. Aus dem bereits 1969 beobachteten regelmäßigen Bausystem und auch aus den Beobachtungen, die wir in den Gräben des über das ganze Gebiet laufenden Leitungssystems machen konnten, vermochten wir immerhin auch allgemeine Schlüsse auf die canabae von Intercisa zu ziehen. Nach den mehr oder minder bedeutenden Ausgrabungen und Beobachtungen der früheren Jahre konnte eine größere Fläche in der bürgerlichen Siedlung 1967 dann 1 989, an der Stelle des neuen Wasserturmes freilegen werden. Seit 1970 hat sich die Lage in dieser Hinsicht verändert, denn unsere Arbeit verlief fortan zu einem größeren Teil in der canabae und nur zu einem geringeren in den Gräberfeldern. Neben der angefangenen Freilegung des castellum ist dies von größter Bedeutung, denn es ist ja gerade die bürgerliche Siedlung, deren gründliche Erforschung gewöhnlich der Nachwelt überlassen wird. (7) E. B. VÁGÓ, 112. (8) Ibid. — Im Jahre 1965 hat an dieser Stelle auch E. B. Vágó die Ost-Strecke der via sagularis freigelegt, doch wegen der Freilegung der darunter befindenlich großen Grube abgebrochen. 17* 259