Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 13. 1972 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1974)

Tanulmányok – Abhandlungen - Radan, T. G.: Angaben zur Frage der sogenannten „Leuchttürme”. XIII, 1972. p. 149–161.

2. Gorsium. Inv. Nr. 65.122.3. (Abb. 2/2, Taf. I. 2.) Handgeformtes, roh (gelblich) ziegelfarbenes Bruch­stück eines Turmes. Nur das erste Stockwerk und der Ansatz des zweiten sind erhalten geblieben. Vierek­kiger Sockel, an den vier Seiten schräg laufende Rip­pen, die sich auch an den Seiten des Stockwerks fort­setzen. In der Mitte der Seizenflachen befindet sich je eine Tür- bzw. Fensteröffnung, oben gewölbt, mit eingeengtem Bogenanfänger. Die Stockwerke sind durch eine Rippe voneinander getrennt ; aus dem fragmentarischen Ansatz sind die Spuren des zweiten Stockwerks noch erkennbar. Die Zahl der Öffnungen scheint sich am zweiten Stockwerk verdoppelt zu haben. Grobe Arbeit. Der Turm wurde aus zwei Lehmplat­ten gebildet, somit ist das Innere des Turmes von einer unregelmäßigen Kreisform, doch wurde die Außenform eckig, nachdem der Sockel angebaut und die Rippen auf die Seiten aufgetragen wurden. Die nachträgliche Auftragung der Rippen ist unterhalb der die Stockwerke trennenden Rippe sowie an Treff­punkt der horizontalen und vertikalen Rippen deut­lich sichtbar. Keine Spur von Farbenanstrich. Auch das Innere weist keinerlei Brandspuren auf. H.: 18 cm, Grundfläche: 19,5x19,5 cm, Höhe des Stockwerks: 12 cm, Wanddicke: 2,5 cm. 3. gorsium. Inv. Nr. 63.11.1. (Abb. 3, Taf. II.) Handgeformtes hellrohziegelfarbenes Turmfragment. Das ersre Stockwerk und der Ansatz des zweiten sind erhalten geblieben. Eckiger Sockel, mit schräger Rip­pe an den vier Seiten. Die Rippe setzt sich auch an den Seiten des Stockwerks fort. In der Mitte der Seiten­flächen Tür- bzw. Fensteröffnungen, oben gewölbt, mit eingeengtem Bogenanfänger. Auch hier sind die beiden Stockwerke durch eine glatte Rippe vonein­ander getrennt. Aus dem fragmentarischen Ansatz des zweiten Stockwerks läßt sich ein schräges Gitter­werk, bestehend aus Dreiecken, rekonstruieren. Grobe Arbeit. Am erhaltenen Bruchstück kann die Fertigungsweise gründlich untersucht werden. An den beiden gegenüberstehenden Ecken des Turmes ist von innen deutlich sichtbar, wie der Körper des Turmes aus zwei Lehmplatten zusammengefügt wurde (Taf. III. 2.). Die Zusammenfügung war von außen durch eine aufgetragene Rippenapplikation verdeckt. Die bei der Abgleichung zurückgebliebene Messerspur ist am Bruchstück deutlich erkennbar. Auch am Sockel ist der nachträglich aufgetragene Teil deutlich zu unter­scheiden (Taf. III. 1.). Die Öffnungen wurden mit ei­nem Messer ausgeschnitten, ohne auf ihre Gleichmä­ßigkeit zu achten. Keine Spur von Farbenanstrich. Im Inneren des Turmes sind keine Brandspuren zu erkennen. H. : 21 cm, Grundfläche: 22X22 cm, Höhe des Stock­werks: 10 cm, Wanddicke: 3,5 cm. 4. Gorsium. Inv. Nr. 68.335.1. (Abb. 2/1, Taf. IV. !•) Auf der Scheibe gedreht, hell rohziegelfarbenes Turmfragment. Kreisförmiger Grundriß, nur der Sockel und Bruchstücke des ersten Stockwerks sind erhalten geblieben. An der Außenseite einiger Bru­chstücke sind Brandspuren zu bemerken. Der Sok­kel wird vom Stockwerk durch eine glatte Rippe getrennt. Das Stockwerk wird durch vier, gleichmäßig angeordnete ovale Öffnungen gegliedert. In der Mitte der Flächen zwischen den Öffnungen befindet sich je eine kleine runde Öffnung. Aufgrund des Bruchstückes nach der glatten Rippe, die das erste Stockwerk ab­schließt, läßt sich ein ähnliches, zweites Stockwerk rekonstruieren. Der Baustoff des Turmes ist kreiden­artig und gut geschlämmt. Töpferarbeit. Der obere Teil des Sockels, das Stock­werk und die trennenden Rippen sind dunkel-oran­gefarbig angestrichen. Die Rippen wurden nachträ­glich aufgetragen. Im Inneren des Turmes gibt es keine Brandspuren. H. : 17,5 cm, Grundfläche: 17,6X18 cm, Höhe des Stockwerks: 8,5 cm, Wanddicke: 1 cm. 5. Gorsium. Inv. Nr. 67.170/830.6. Fragment eines dem gedrehten Turm Nr. 4 ähnlichen Stückes, mit Spuren von Farbenanstrich. Die zum Vorschein gebrachten Stücke können in die beiden Gruppen eingestuft werden, die in der Fachliteratur allgemein anerkannt werden (3) : 1. kreisförmig, an der Scheibe gedreht, mit Farben­anstrich verziert ; 2. eckig, handgeformt, grob bearbeitet, nicht ange­stri chen . Keines der Stücke von Gorsium ist intakt, und nur bei einem ist eine Rekonstruktion möglich. Was ihre topographische Lage betrifft, wurden alle im Sied­lungsgebiet, sogar in dessen Zentrum gefunden. Dies ist um so bemerkenswerter, als in Gorsium bereits recht umfangreiche Flächen der Gräberfelder erschlos­sen worden sind, dort aber — ebenso wie an vielen anderen Stellen — kein einziges Bruchstück dieser Objekte gefunden wurde. (4) Unsere Bruchstücke befanden sich in der planierten Bodenschicht des 3. Jh., konnten also nicht später als das Ende des 3. Jh. entstanden sein. Laut Lajos Nagy er­scheinen diese Keramiktürme bereits in der 2. Hälfte des 2. Jh., und ihre Anfertigung läßt sich nach der 1. Hälfte des 3. Jh. nicht weiter verfolgen. <5) Die Unterschiede zwischen den Türmen ergeben sich aus den verschiedenen formellen und strukturellen Lösungen, die aber keineswegs bedeuten, daß etwa die Türme unterschiedlich verwendet worden wären. Typische Zusammenhänge sind gerade in Tác bei jenen Stücken nachweisbar, die von derselben Stelle bzw. derselben Hand herrühren. Charakteristisch ist vor allem die Fertigungstechnik, die bei allen drei handgeformten und eckigen Türmen ähnlich ist. Diese Technik ist besonders deutlich am 3. Turm zu be­(3) Cf. Anm. 1 und die in dor angeführten Literatur befindlichen diesbezüglichen Bemerkungen. (4) Zusammenfassung der Ausgrabungen von Gorsium und Auskünfte über ihr Volumen: J. FITZ, AArch­Hung, XXIV, 1972, 3-52. (5) L. NAGY, О. С, 190. Das anscheinend älteste glasierte Bruchstück aus Szombathely, meint Lajos Nagy, doch sind das Alter und die Beziehungen zu unseren Stücken noch nicht geklärt. 150

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