Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 12. 1971 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1972)

Szemle – Rundschau - Fitz Jenő: Clodius Celsinus und die Revolte in Viminacium. XII, 1971. p. 249–253.

Vibius. RE VIII A, 1958, coll. 199!}, Nr. 58. ; J. SZILÁGYI, Inschrifteil mit historischem Hintergrund aus Aquincum. Acta of the Fifth International Congress of Greek and Latin Epigraphy Cambridge 1967. Oxford, 1971, p. 313 — 314.) Nach Ansicht von M. Mirko vie ist der Zeitpunkt des inschriftlich verewigten Ereignisses das Jahr 249, und die beiden Jiostes publici sind Philippus und dessen Sohn gleichen Namens. Nach dem Abzug von Decius nach Italien wurden in der Münzanstalt von Viminacium erneut für Philippus Münzen geprägt, was mit der Wider­stand der niedermoesischen Truppen erklären läßt. Die dem Decius feindlich gesinnte uexillatio bildete die Gar­nison von Viminacium während der Abwesenheit der legio VII Claudia in Italien (M. MIRKOVIC, Das Jahr XI der Münzstätte Viminacium. Ziva Antika 19, 1969, 58 — 61). Für die weiteren Forschungen ist den entgegengesetz­ten Meinungen folgendes zu entnehmen: 1. Im Konflikt, der wegen der Entfernung der Kaiser­bildnisse ausgebrochen war, stand auf der Seite der im Donaugebiet herrschenden Kaisers der mit der Durch­führung der damnatio 'memoriae beauftragte Clodius Cel­sinus and der Spitze von näher nicht bekannten Streit­kräften, während es die uexillatio von Nicder-Moesien mit den für hostes publici erklärten früheren Kaisern hielt. Clodius Celsinus ließ seine Inschrift in Aquincum oder in der Nähe dieser Siedlung aufstellen, mit der mili­tärischen Aktion mochte also in irgendeiner Weise das Heer von Nieder-Pannonien oder zumindest die legio II Adiutrix etwas zu tun haben. Aus der Inschrift ist einwandfrei nur der eine Schluß zu ziehen, daß die mili­tärische Aktion nicht gegen diese legio gerichtet war. Suchen wir nun, nach der Meinung von A. Radnóti, den Schauplatz der fCreignisse in Aquincum, so müssen wir voraussetzen, daß die uexillatio zu jenem Zeitpunkt dort stationierte (so: R. HANSLIK, с. с, col. 1993), was jedoch mindestens zweifelhaft ist: der Ersatzdienst oblag hier im allgemeinen der legio IV Flavia. Auch umge­kehrt ist die Lage vorstellbar: Clodius Celsinus gehörte der legio II Adiutrix an. In diesem Falle konnten auch die legio von Aquincum oder ihre Verbände dem Heer angehört haben, die gegen die nieder-moesische uexillatio auftrat und diese besiegte. Weitere Möglichkeit: Celsinus ist nach Aquincum durch Avancement oder einen neuen Auftrag gekommen. 2. Die legio VII Claudia war abwesend und wurde deshalb von der uexillatio ersetzt, doch ist auch die Möglichkeit nicht auszuschließen, daß Celsinus diesen Verband kommandierte). Aputleg(ionem) VII Cl(audiam) scheint eher den Schauplatz d. h. Viminacium und Um­gebung als die legio des Celsinus anzudeuten. Zur Zeit des Zusammenstoßes hat sich die nieder-moesische uexilla­tio hier aufgehalten. 3. Die beiden Herrscher, deren Erinnerung in den Lagern des Donaugebiets ausgelöscht wurde, waren ehedem anerkannte Kaiser, deren Statuen auch im Heiligtum des Lagers von Viminacium standen. Wahr­scheinlich waren also die aus dem Donaugebiet verdrängten Kaiser legal, während der tatsächliche Machthaber ein neuer Geigenkaiser war. Es folgt schon aus der Aktion, daß sich der Gegenkaiser zur Zeit des Auftritts von Celsinus nicht in der Nähe, vermutlich in Donaugebiet, aufgehalten hat: Die Streitmacht des Usurpator — der auch die legio VII Claudia angehört haben dürfte — hätte schon mit ihrer Anwesenheit oder ihrer Nähe das Verhalten der uexillatio unmöglich gemacht. Laut A. Stein deutet die Inschrift darauf, daß die beiden legalen Kaiser zur Zeit der Aktion bereits besiegt waren. Ähnlich werden die Ereignisse auch von R. E g g e r ausgelegt. Allerdings folgt diese Hypothese nicht aus dem Text, sondern lediglich aus den geschichtlichen Umständen, die mit der Aktion in Zusammenhang gebracht wurden. Sinngemäß bedeutet hostes publici eher „einander gegen­überstehende Gegner", und auch die Stellungnahme der niedermoesischen uexillatio konnte nur so lange sinnvoll sein, bis sie sich neben den als legal betrachteben Kaisern einsetzen konnte, deren Herrschaft durch die Niederlage und den Tod nicht endgültig abgeschlossen war. In die geschichtliche Situation, die durch die Inschrift von Aquincum bestimmt werden kann, paßt die usurpatio von Macrianus überhaupt nicht hinein: Das Donaugebiet hat sich diesem orientalischen Aufstand selbst vorüber­gehend nicht angeschlossen, und so konnten weder in Viminacium noch in den anderen Lagern die Bildnisse der Kaiser aufgestellt werden. Unter den Thronstreitig­keiten, die noch außerdem um die Mitte des 3. Jh. statt­gefunden haben, kommt auch die Zwistigkeit zwischen Valerianus und Aemilianus nicht in Betracht, denn der Gegner war hier nur ein Herrscher, und nicht zwei. Pacatianus, Tngenuus und Regalianus haben das Donau­gebiet nicht verlassen, sie hatten ihren Sitz vielmehr in Sirmium, unweit von Viminacium. Es ist unwahrschein­lich, daß sich die Aktion des Clodius Celsinus während der kurzen Regierungszeit einer dieser Kaiser abge­spielt hätte, etwa gegen die beiden Philippi bzw. Valeria­nus und Gallienus. Lassen wir nun die aufgezählten Fälle bei der Deutung der Ereignisse in Viminacium außer acht, verringert sich die Zahl der möglichen Zeit­punkte auf drei: 1. Die Aktion konnte sich im Jahre 238 ereignet haben, wie R. E g g e r es behauptet. Die geschicht­lichen Momente jedoch, auf die sich der österreichische Forscher berief, sind zumindest fraglichen Wertes. G. M. Bersanetti zählte die beiden Pannonién sowie Dazien und Moesia Inferior zu den Provinzen, die sich gegen Maximinus Thrax aufgelehnt haben (G. M. BERSA­NETTI, Studi suli'imperátore Massimino il Trace. Roma, 1940, 60 — 70), während uns über Moesia Superior keine Angaben zur Vefügung stehen. R. E g g e r meinte, die thrakischen Landsleute des Maximinus hätten ihm auch nach seinem Tod die Treue gehalten, und auch in der in Viminacium stationierten uexillatio gedient. Demge­genüber nennt G. M. Bersanetti nicht nur Moesia Inferior, sondern auch Thrakien unter den Provinzen, die dem Maximinus feindlich gesinnt waren. Wenngleich diese Angaben eher nur auf die Schwäche der Argu­mente von R. Egge r aufmerksam machen, ohne die Datierung der Ereignisse von Viminacium auf 238 zwangsläufig auszuschließen, sehen wir uns dennoch von der historischen Situation veranlaßt, den Zeitpunkt des in der Inschrift von Aquincum erwähnten Zusammen­stosses um einige Jahre zu verlegen. Die Anwesenheit der uexillatio Moesiae Inferioris in Viminacium oder in der Umgebung bedeutet nicht zwangsläufig die Ersetzung der legio VII Claudia. Seit der Regierungszeit des Philip­pus (246 — 247) bis zum Sturz des Regalianus wurden die Streitkräfte der Donauprovinzen konzentriert und unter ein gemeinsames Kommando gestellt, um ihre Wehrbereitschaft zu erhöhen. Die den Legionen entzo­genen Vexillationen wurden im Mittelpunkt der Provin­zengruppe — im weiteren Umkreis von Sirmium — stationiert und bildeten eine bedeutende bewegliche Streit­macht, ähnlich dem Reiterheer des Gallienus in Medio­lanum. Der Garnisonsort der aus der nieder-moesischen Armee gebildeten Abteilung konnte in Viminacium bzw. im Territorium der legio VII Claudia gewesen sein. Aus der Inschrift von Aquincum folgt keineswegs, daß Clodius Celsinus von Aquincum aufgebrochen war um den Auf­stand niederzuwerfen; wir können ihn mit Recht als einen Offizier der zentralen Streitkräfte betrachten, viel­leicht — aber nicht unbendingt — als den Befehlshaber oder einen Führer der uexillatio von Nieder-Pannonien, der sich mit seiner Truppe in der Nähe aufgehalten hat. 2. Ein anderes mögliches Datum ist das Jahr 249, als die Provinzen des Donaugebietes den Decius gegenüber den beiden Philippi auf den Thron erhoben. So wurden die Ereignisse von Viminacium von M. Mirko vie datiert, der weitere Angaben zum Widerstand der nieder­moesischen uexillatio gefunden hat. Schon in früheren Forschungen sind Hinweise zu finden, daß sich gewisse Verbände zu Beginn geweigert haben sollten, den Decius anzuerkennen. B. F i 1 о w nennt z. B. die legio VII Claudia, die Garnison von Viminacium. (B. FILOW, Die 250

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