Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 12. 1971 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1972)

Szemle – Rundschau - Balla Lajos: Numerus Maurorum Hispanorum in Dazien. XII, 1971. p. 245–247.

W. WAGNER, о. с, S. 209-210, usw.) die Lesung Maur(orum) Tibi( scensium) , M(aurorum) Tibi(scensium ) empfohlen bzw. angenommen, wobei die eigenartige Ligation von HISP in den Inschriften CIL, HI, 1149 und 1294 mißverstanden wurde. Die Lesung bzw. Auflö­sung HISP bzw. H(isp.) von AI. P о p a und I.Berciu (o. c, S. 1001-1007; vgl. noch N. GOSTAR, AMN 5, 1968, S. 473, Anm. 22) dürften als vollkommen über­zeugend gellen. Weniger beruhingend ist demgegenüber die Auflösung m(üitum) bzw. die Restauration des Truppennamens in der Form n(umerus) m,(ilitum) H(ispanorum), zu deren Belegung die Verfasser auf der (nur aus handschriftlicher Beschreibung bekannten) In­schrift CIL, HL 1294 die Auflösung bzw. Lesung mil(es) n(umeri) m(ilitum) Aur(eli) Hisp(anorum) Antoniniani empfahlen (AL.POPA - I. BERCIU, o. c, S. 1001 - 1007). Andererseits schlössen Al. P о p a und I. Berciu in Bezug auf den Truppennamen der neuen Inschrift von Ampelum auch die Möglichkeit der Lesung n(umerus) M(aurorum) H(isp.) nicht aus (vgl. N. GOSTAR, о. c). Die Frage ist schließlich folgendermaßen zu stellen: War N.M.HISP. ein auf nationaler Basis organisierter irregulärer Verband, ein -numerus, oder eine vexillatio­artige Formation, gebildet aus gewissen hispanischen Truppenverbänden? Geben wir der ersteren Alternative den Vorzug, dann ist die Auflösung m(ilitum) als nicht üblich abzulehnen (vgl. H. DESSAU, ILS III, 1. Berlin 1914. S. 471-474; H. T. POWELL, о. с, S. 1329-1341, 2537-2553; W. WAGNER, о. с, S. 202-216; H. CAL­LIES, о. г., S. 181-187; A. v. DOMASZEWSKT, Die Rangordnung des römischen Heeres. 2 Einführung, Berichti­gungen und Nacht rage von B. DOBSON. Köln — Graz 19(57, p. XVII-XVIIT. 59-61). Entscheiden wir uns aber für die letztere (vgl. vexillatio equitum IUyricorum = numerus equitum IUyricorum CIL, XVI, 75, = AE 1962, 264; IL SAXLK, Untersuchungen zu den Vexillationen des römischen Kaiserheeres von Augustus bis Diokletian. Epigr. Studien 1, 1967, S. 28, no. 48, S. 52, no. 94; A. N HUMANN, Vexillatio. RE VIIT/A, col. 2443.), so bereitet schon Aurelius — das auf den Gründerkaiser anspielende Attribut — ernsthafte Probleme. Solche Attribute sind bei den aus Vexillationen entwickelten Numeri ebenso nicht üblich, wie bei den irregulären Verbänden. Übrigens wurden die aus Vexillationen gebildeten permanenten Truppenverbände nur vorübergehend numerus genannt, früher oder später wurden aus ihnen reguläre Hilfstrup­pen organisiert. (R. SAXER, о. c). Infolgedessen müssen wir den Verband von Ampelum auch weiterhin als eine irreguläre; Truppe — numerus — betrachten und anstatt der Auflösung tn(ilitum) eine andere Interpretation suchen. In Bezug auf die Lesung des in der Form von N.M.H. bzw. N.M.HTSP. erhalten gebliebenen Trupennamens scheint in Anbetracht des in der Inschrift CIL, III, 1294 erwähnten Namens NMAVRHISP vor allem n(umerus) M(aurorum) Hisp(anorum) bzw. n(umerus) Maur(orum) Hisp(anorum,) eine akzeptable Möglichkeit zu sein. Diese Auslegung trifft auch dann zu, wenn der Truppenname der Inschrift CIL, III, 1294 folgendermaßen aufgelöst wird: n.M.Aur(elius) Hisp, wenn also die Abkürzung AVR vorn M getrennt als Attribut des Gründerkaisers aufgefaßt wird. Falls das Gesagte zutrifft, so sind die in den vier dazischen Inschriften genannten Personen als Soldaten bzw. Befehlshaber eines numerus zu betrach­ten, der ursprünglich aus hispanischen Mauren zusammengestellt wurde. Doch selbst diese Auslegung bedarf einerweiteren Erklärung, denn in der Benennung der numeri, wie sie im 3. Jh. verbreitet war, finden wir neben dem Wort numerus und dem Völkernamen im plur. gen. gewöhnlich die; adjektivische Form, gebildet aus dem Namen des Garnisonsortes bzw. des Lager­platzes (vgl. H. CALLIES, o. c, S. 181 - 187 ; W. WAGNR, o. c, S. 202 — 216, usw.). Infolgedessen müßten die Abkür­zungen H. bzw. HISP. für irgendeinen dazischen Ortsna­men stehen, doch gibt es dafür keinerlei Beweise (vgl. AL. POPA - I. BERCIU, o.c.,S. 1006). Zur Zeit ist in Dazien keine Siedlung solchen Namens bekannt (vgl. Tabula Imperii Romani Aquincum — Sarmizegetusa — Sirmium, L 34. Budapest. Zusammengestellt von S. SOPRONI. Budapest, 1968, S. 64- 65; Tabula Imperii Romani Ronmla-Durostorum-Tomis, L 35 Bucarest. Bucarest, 1969. usw.), obgleich die erwähnte Möglich­keit nicht ganz auszuschließen ist. Aufgrund unserer Kenntnisse ist also H(...) bzw. HISP(. ..) als ein Attribut des höchstwahrscheinlich einen Volksnamen andeutenden M(...) oder MAVR(...) zu betrachten, jedoch nicht als ein dazischer Ortsname sondern als die Bezeichnung des Abstammungsortes der M(aurus) auszulegen. Es scheint, wir können tatsächlich mit hispanischen Mauren als Soldaten des Numerus rechnen. Von Mauren, die während des Prinzipats in geschlosse­nen Gruppen in Hispanien gelebt, hätten, ist uns zwar nichts bekannt, doch weiß man, daß die unruhigen und unbezähmbaren Ureinwohner von Mauretania Tingitana und Caesariensis die benachbarten römischen Gebiete, so auch die hispanischen Provinzen, wiederholt behelligten (vgl. ST. WEINSTOCK, Mauretania. RE, XIV, 2375­2376). Besonders häufig wurden die Auseinandersetzun­gen der römischen Provinzialverwaltung mit den Mauren seit dem 2. Jh., als unter Antoninus Pius starke Verbände aus anderen Provinzen — so auch vom Donau-Limes — herkommandiert werden mußten um sie in die Knie 2 zu zwingen (vgl. W. HÜTTL, Antoninus Pius I. Prag 1936, S. 301 — 315). Während der Markomannenkriege unter Marcus haben sie sich wahrscheinlich zweimal revoltiert (171 und 177) und nahezu ganz Hispanien verwüstet (H. — G. PFLAUM, Les carrières procuratorien­nes équestres sous le Haut-Empire Romai?) I —IV. Paris 1960-1961, S. 456-464, no. 180., S. 585-590, no. 221+ Add.; A. R. BIRLEY, Marcus Aurelius. London 1966, S. 229, 281.; G. ALFÖLDY, Fasti Hispanienses. Wiesbaden 1969, S. 40.). Aber auch unter Commodus mußten die Mauren bekämpft werden (vita Commodi SHA 13, 5. vgl. W. WEBER, САН XI, 1936, S. 385.). Diese Aufstände und die unter Marcus nachweisbare Verheerung Hispaniens dürften die Anwesenheit einer größeren Anzahl von Mauren in Hispanien erklären. Es ist nämlich anzunehmen; daß die besiegten Maiiren wenigstens zum Teil auf dem Gebiet der angegriffenen Provinz angesiedelt wurden und daß die Männer, nach einer auch anderenorts erkennbaren Praxis, in eine entlegene Provinz zum Militärdienst verschickt wurden (vgl. A. MÓCSY, Pannónia. RE Suppl. IX, col. 7IL; DIO 71, 16, 2;. BOISSEVALN, p. 263.; vgl. S. FRERE, Britannia. A History of Roman Britain. London, 1967, S. 162, 186- 187;. R! SAXER, o. c, S. 72.no . 181.). Die früheste datierbare Angabe über die Erscheinung der Mauren in Dazien ist aus dem Jahre 158 (CIL, XVI, 108. ; R. SAXER, о. c. S. 32. no. 61.); diese Mauri gentiles dürften nach der Niederwerfung des Maurenaufstandes unter Pitis in die römische Armee bzw. nach Dazien gekommen sein (vgl. H. CALLIES, o. c, S. 183, 201)., wo ihr Einsatz wegen der eigenartigen Geländeverhältnisse und der damaligen gespannten militärischen Lage gleichermaßen gerechtfertigt; war (vgl. L. BALLA, Dácia II. századi hadtörténetének kérdéseihez (Zu den Fragen der Kriegsgeschichte Daziens im 2. Jh.) (106—167). AÉrt 92, 1965, S. 145- 146.). Wahrscheinlich wurden die maurischen Numeri, die seit der 2. Hälfte des 2. Jh., besonders aber unter Severus in Dazien auftauchen, aus den Soldaten der bereits erwähnten Mauri gentiles organisiert — wenigstens zum Teil. Damals setzten sich die Soldaten dieser Numeri in ihrer überwiegenden Mehr­heit noch aus Mauren zusammen, die die Stammesver­bände erst knapp verlassen hatten und so ist es verständ­lich, daß wir von den Soldaten dieser Truppen erst um einige Jahrzehnte später mehrere Inschriften haben (vgl. FR. VITTLNGHOF, Zur angeblichen Barbari si erung des römischen Heeres durch die Verbände der Numeri. História 1, 1950, S. 389-407.; В. DOBSON, im: A. v. DOMA­SZEWSKT, о. с, S. XVII-XVIIL). Den Verband des numerus Maurorum Hispanorum konnte man aber erst unter Marcus, während der Markomannenkriege — oder noch später — organisiert haben, diese Soldaten konnten 243

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