Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 12. 1971 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1972)
Irodalom – Beschprechungen - Fitz Jenő: Alföldy G., Fasti Hispanienses. XII, 1971. p. 242–244.
Posten eines Kommandanten der legio VIT Gemina stand nicht gerade hoch im Ansehen. Dementsprechend wurden zumeist Senatoren mit geringeren Fähigkeiten und von nicht vornehmer Herkunft als Legaten herkommandiert. Ähnlieh verhielt es sich im Falle der Statthalter von Lusitania, einer der beiden anderen iberischen Provinzen. Da hier keine Legion stationierte, gehörte Lusitania zu den weniger bedeutenden, durch praetorii verwalteten Provinzen. Dementsprechend waren ihre Statthalter größtenteils von niedriger Herkunft, die auf ihrer Laufbahn nur langsam vorwärtskamen. Was das gesellschaftliche Ansehen und die Senatorenlaufbahn anbelangt, war Baetica schon von größerer Bedeutung; die proconsules dieser Provinz kamen aus den verschiedenen Schichten des Senatorenstandes; im Unterschied zu Hispánia Citerior, wo man unter den Legaten nur ganz ausnahmsweise Hispanier findet, waren sie größtenteils Hsipanier oder allenfalls mit der Halbinsel in irgendeiner Form verbunden. Der analysierende Überblick über die hispanischen Beamtem und Militärkommandanten vom Senatorenstand vermitteln weitere Kenntnisse über die wohldurchdachten Regierungsmethoden und die feststehende Praxis der Kaiserzeit. Innerhalb einer Provinz standen hier viele Senatoren in öffentlichem Dienst; in der Bedeutung der Ämter sowie in der gesellschaftlichen Position und den Fähigkeiten der Beamten kamen auf lange Sicht Ausgewogenheit und eine weitblickende Handhabung des verfügbaren Menschengutes zum Ausdruck. Die einzelnen Ämter wurden unter Beachtung der jeweiligen Lage und je nach Bedarf, gewöhnlich aber doch mit Männern von ähnlichem Format besetzt. Auf die allerhöchsten und verantwortungsvollsten Posten wurden nach Möglichkeit Senatoren gestellt, die in ihrer früheren Laufbahn ihre Fähigkeiten bereits bewiesen haben. Diese Tendenz führte von selbst, ohne bewußten Entschluß zur Entwicklung einer Praxis, wonach die Statthalter, der wichtigsten Provinzen aus den militärischen Provinzen geholt wurden, wo ihre Fähigkeiten am stärksten in Anspruch genommen waren. Em 2. Jh. kamen fast sämtliche Statthalter von Britannia und Hispánia Citerior aus den beiden Germanien und den beiden Moesien; einige von ihnen verwalteten später Syrien. Der Verfasser meint, von den germanischen, bzw. moesischen Legaten seien jene nach Hispánia gekommen, die im Laufe ihrer Karriere nicht an die Spitze von Britannia, bzw. Syria befördert wurden. Allerdings dürfte die Auswahl auf dieser Ebene nicht in diesem Maße dem Zufall überlassen gewesen sein. Der Kaiser sandte vielmehr jene Senatoren nach Britannia und Syria, die in den wichtigen militärischen Provinzen ihre besten Heerführerqualitäten bewiesen haben und für die Leitung der wichtigsten militärischen Provinzen in Betracht kommen konnten. In der Auswahl der hispanischen Legaten war aber nicht dieser Gesichtspunkt ausschlaggebend: mit dieser Provinz wurden vielmehr die vornehmsten Senatoren geehrt, die nicht in jedem Fall vorzügliche Militärs waren. Bei der Verwaltung Hispaniens waren eigentlich die militärischen Qualitäten, die die germanischen und moesischen Legaten unbedingt besaßen, gar nicht gefragt. Wenn also die hispanischen Statthalter trotzdem konsequent aus diesen vier Provinzen befördert wurden - von Traianus bis Anfang des III. Jh., auch С lunius Faustinus Placidus Postumianus und Pollienus Auspex mitgerechnet und, den in einer Sondermission nach Hispánia geschickten Ti. Claudius Candidus ausgenommen, in jedem bekannten Fall —, dann haben wir die Erklärung in anderen Zusammenhängen zu suchen. Den Ausschlag gaben offenbar nich die militärischen Qualitäten der Legaten der vier Provinzen: weder Dazien noch die Ostprovinzen oder Pannonién gaben Hispanien einen Statthalter, obgleich es auch durchaus begabte Militärs unter ihren Statthaltern gegeben hat. Auch aus Dalmatia ist kein Avencement nach Hispánia zu verzeichnen. Die beiden Germanien und die beiden Moesien unterschieden sich von den genannten Provinzen insofern, als sie von den höchst begabten Senatoren verwaltet wurden, in eine dieser vier Provinzen befördert zu werden bedeutete Anerkennung und Rang zugleich. Obgleich der Kaiser in der Auswahl des neuen Statthalters keinerlei Regeln zu berücksichtigen hatte, war sein Spielraum infolge der festgelegten Ebene der von Senatoren zu besetzenden Ämter zwangsläufig begrenzt. Der Verfasser lehnt entschieden die etwaige Anwendung des Karrier-Schemas ab. Dem Gesagten ist zweifellos zu entnehmen, daß es kein verbindliches Avancementsystem gab, welches automatisch bestimmt hätte, aus welchem Amt in welche Position der in kaiserlichen Diensten stehende Senator befördert werden konnte. Es entstand aber eine Praxis, die sich fortlaufend geltend machte. Гп Pannonién scheint die Regierung den Ortskenntnissen und der Kontinuierlichkeit der Kontakte mit den hier stationierten Streitkräften besondere Bedeutung beigemessen zu haben. Vor ihrem Konsultat haben die Statthalter von Pannónia Superior gewöhnlich Pannónia Inferior verwaltet, und standen noch früher an der Spitze einer Legion von Pannónia Superior. Andere Gesichtspunkte kamen in Britannia oder Hispánia zur Geltung, waren aber von dauerhafter Wirkung und wurden gewissermaßen zur feststehenden Praxis. Wahrscheinlich dürfte ein germanischer oder moesischer Statthalter in der zweiten Hälfte oder am Endes des 2. Jh. damit gerechnet haben, nach Britannia, Hispánia oder Syria befördert zu werden, obgleich er sich auf keinerlei Regel beziehen hätte können. Diese damalige Praxis kann aus dem Gesischtspunkt der gegenwärtigen Forschung als Schema aufgefaßt werden, in der Feststellung der früheren, unbekannten Posten eines Senators können die bekannten Zusammenhänge und die nachweisbare Praxis zu wahrscheinlichen, wenn auch nicht unbestreitbaren Schlußfolgerungen führen. Ebenso wie es unmöglich wäre die im Altertum geltende Praxis zu übersehen, hätte es auch keinen Sinn, die erkannten Gesetzmäßigkeiten in den prosopographischen Forschungen nicht auszunutzen. Das großangelegte und umfassende Werk von G. Alföldy ist nicht nur für die Erforschung von Hispánia, sondern auch für die Prosopographie der Kaiserzeit von grundlegender Bedeutung und bleibendem Wert. J. Fitz 244