Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 12. 1971 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1972)

Tanulmányok – Abhandlungen. A Pannonia Konferenciák aktái, I. – Akten der Pannonia Konferenzen I. - Höckmann, Olaf: Andeutungen zu Religion und Kultus in der bandkeramischen Kultur. – Fejtegetések a vonaldíszes kerámia vallásáról és kultuszéletéről. XII, 1971. p. 187–209.

hältnisse im Orient nur mit Vorbehalt als Maßstab für die Entwicklung in Europa akzeptiert werden können. Da zudem aus südosteuropäischen Kultur­gruppen, die die bandkeremische Kultur unmittel­bar beeinflußten, Hinweise dafür vorliegen, daß die Figuren und Figurengefäße als „lebende" Wesen empfunden wurden <3) , halten wir eine Interpretation als Idole nach wie vor für vertretbar. — Da sich seit unserer Bearbeitung im Jahre 1965 durch Neufunde bzw. Neupublikationen nicht allzuviele neue Ge­sichtspunkte ergeben haben, können wir uns hier weitgehend auf jene Ausführungen stützen. Unter den Tonstatuetten (Liste A) sind stehende Figuren von annähernd walzenförmiger Gestalt re­lativ am zahlreichsten bezeugt. Zwei sehr frühe Belege entstammen der Alföld-Linearkeramik Ungarns (A 1 — 2) ; ihre Form — zumal die übertriebene Betonung der Glutäen — legt nahe, sie auf Vorbilder aus der Köröskultur des ungarischen Frühneolithikum zu­rückzuführen. Dies ist umso plausibler, seit N. К a­1 i с z und J. M а к к а у <4) die Existenz einer Fa­zies der Köröskultur (Medina-Gruppe) im späteren Verbreitungsgebiet der linearkeramischen Kultur, in Transdanubien, wahrscheinlich machen konnten. Die­ser Gruppe wird das Statuettenbruchstück A 3 aus Esztergom zugeschrieben: ähnliche Stücke mö­gen den Anstoß zur Entstehung der ältesten linear­keramischen Figuren gegeben haben. Allerdings er­scheint bedeutsam, daß die linearkeramische Statu­ette von Zala vár (A 2) anscheinend keine Frau wiedergibt, sondern einen Mann. Da aus der Körös­kultur keine männlichen Statuetten bekannt sind, würde das Fundstück aus Zalavár — wenn unsere Interpretation zutrifft — dafür sprechen, daß die linearkeramische Plastik sich schnell von den Körös­Vorbildern gelöst und eine eigene Entwicklung ein­geschlagen hätte. Der Typ der Walzenfigur scheint eine lange, nur lückenhaft aus den Funden, zu rekonstruierende Entwicklung gehabt zu haben. Er liegt dem Großteil der rekonstruierbaren linearkeramischen Statuetten zugrunde, wobei es von untergeordneter Bedeutung ist, ob die Beine dieser Figuren einzeln modelliert oder aber zu einem walzenartigen Unterteil zusam­mengezogen sind (5) . — Die Arme scheinen in der Frühzeit als horizontale Stummel angedeutet worden zu sein (A 1, 2, 4), wie es in Ungarn auch zu späterer Zeit in der Szakálhát-Gruppe die Regel ist (A 9— 10) und öfters auch in anderen Landschaften sowohl in (3) Verf., Die menschengestaltige Figuralplastik in der südosteuropäischen Jungsteinzeit und Steinkup­ferzeit. Münstersche Beiträge zur Vorgeschichts­forschung 3-4, 1968, 142 (4) Referat „Südliche Einflüsse im frühen und mitt­leren Neolithikum Transdanubiens" , Székesfehér­vár 1970. (6) Ungewöhnlich ist das Fragment А 47 von Raun­heim — soweit ich sehe eines der ältesten Fund­stücke in Westdeutschland (Stufe II nach W. Meier — Arendt). Es gehört möglicherweise nicht zu einer stehenden Statuette, sondern als Sitz zu einer thronenden Figur. der linearkeramischen (A 23?, 34, 47, 51, 57, evtl. 59) als auch der stichbandkeramischen Kultur (A 73) begegnet. Kennzeichnend für die Plastik der Bükker Kultur (A 15, 17, 20, 22, 35, 35a) ist es, daß die Arme nicht wiedergegeben sind, was vereinzelt (A 8, 27) auch in der Linearkeramik nachzuweisen ist — ver­mutlich war ein Teil der schlicht walzenförmigen Sta­tuetten wie А 75 so beschaffen — und auch an den stichbandkeramischen Figuren А 43 — 44 zu erkennen ist. Auffälliger sind jene linearkeramischen Idole (A 14, 31, 37?, 46, 48, 56, 63, 65, 77), deren Arme frei­plastisch zu den Hüften gebogen sind. Ich meinte früher, diese Armhaltung auf Vorbilder aus Vinca B2 —Cl, d. h. dem sog. Vor­Lengyel-Horizont, zu­rückführen zu können (6) . Ein Armfragment aus G r i e d e 1 (A 56), für das allerdings auch eine Deu­tung als Horn einer Stierfigur erwogen wurde <7) und das der älteren Linearkeramik angehört, sowie wohl auch ein Fragment aus Diemarden (A 63) fügten sich chronologisch einer Herleitung von Vinca B2 —Cl aber nicht ein. Seit nun auch die kunstvolle Statuette von Bicske (A 14) die Exis­tenz des Motivs in der linearkeramischen Kultur für eine ältere Zeit als Vinca B2 sicherstellt, haben wir uns mit der Möglichkeit vertraut zu machen, daß die abgewinkelte Armhaltung die Vinca-Kultur von Nor­den her erreicht hat <7a) . Daß dies gerade während des Vor-Lengyel-Horizonts geschah, wäre recht plau­sibel, bezeugen doch genügend andere Importe die Intensität der Kontakte zwischen Vinca und der bandkeramischen Kultur für diesen Zeitraum. — Selten ist die Angabe der Arme als Reliefleisten, die vor dem Leibe liegen (Wehlitz-Schkeuditz A 68). Diese Haltung ist auch in Südosteuropa selten und erscheint häufiger nur an mittelneolithischen Statu­etten aus dem makedonisch-thrakischen Raum (8) . Da verbindende Funde aber fehlen, kann die mittel­deutsche Figur nur als atypischer Einzelfall gewertet werden. Die Köpfe linearkeramischer Statuetten haben na­hezu ausnahmslos stark verbreiterte Stirnseiten (A 9, 27, 29-32, 46, 59, 71; ähnlich: A 5, 6, 10, 20, 33) oder Dreieckform mit gerader oder gerundeter Stirn (A 4, 7, 8, 14, 15, 18?, 19, 21, 65, 75), wobei sieh für die letztere Variante eine östliche Verbreitung (Un­garn bis Schlesien) abzeichnet. Auch hierfür sind die Vorbilder im Bereich der Vinca-Kultur zu suchen, wo die besten Entsprechungen wiederum dem Proto­lengyel-Horizont angehören (9) . Die Erwähnung eines Dreieckkopfes aus Körös-Kontext (10) läßt zwar die (6) Verf., o. c, JRGZM 12, 1965, 6. (7) W. MEIER - ARENDT, Die bandkeramische Kul­tur im Untermaingebiet. Veröffentlichungen des Amtes für Bodendenkmalpflege im Regierungs­bezirk Darmstadt 3, 1966, 107. (7a) Hierfür könnte auch sprechen, daß gewinkelte Arme in Bosnien und Syrmien früher bezeugt sind als in Vinca selbst (Verf., Figuralplastik, S. 68, 71 f.). (8) Verf. о. c, 39, 105 f.; 78, 108, 115. (9) Verf., o. c, JRGZM 12, 1965, 5 f. (10) I. BOGNÁR-KUTZIÁN, Arch.Au 40, 1966, 259, 188

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