Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 12. 1971 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1972)
Tanulmányok – Abhandlungen. A Pannonia Konferenciák aktái, I. – Akten der Pannonia Konferenzen I. - Bregant, Tatjana: Elemente der adriatischen Mittelmeerkulturgruppe im Alpenfazies der Lengyel-Kultur. – Az Adria-vidéki ún Földközi-tengeri művelődés elemei a Lengyeli kultúra alpesi fáciesében. XII, 1971. p. 181–186.
nischen anderseits mit der Erklärung abtun könnten, daß unsere Fundorte einer späteren Zeit angehören als die von Lasinja und daß die Dekorationselemente überlebt waren und deshalb verschwanden. Unsere Eundorte weisen in den Gefäßformen eine stärker ausgeprägte Verwandtschaft und entwicklungsmäßige Anknüpfung und Weiterführung der Danilophasen III und IV auf, was die Vermutung nahelegt, daß es noch einen anderen Verbindungsweg zwischen unseren Fundorten und der adriatischen Mittelmeergruppe gegeben haben muß. Zwar muß bemerkt werden, daß die Lasinjafundorte an der Kolpa schlecht erforscht sind und daß uns ein großes Gebiet mit seinem Material noch nicht bekannt ist, deshalb könnten neue Forschungsarbeiten das heutige Bild verändern. Am Karst und im slowenischen Küstenland und im Gebiet von Triest gibt es, wie schon anfangs gesagt wurde, Fundorte der adriatischen Mittelmeergruppe, auch in Istrien gibt es Fundorte mit dieser Kulturgruppe angehörendem Fundgut. Am Karst sind es vor allem Grotten (66) , in Istrien ist eine Siedlung im Freien bekannt — Javorika auf Brioni (67) . Alle diese Eundorte, wenn sie auch sozusagen unerschlossen sind und trotzdem, daß vor dem IL Weltkrieg bei der Erforschung von Karstgrotten die Stratigraphie der Funde zu wenig beachtet wurde, weisen dennoch im Fundgut das Vorkommen aller jener Elemente auf, die in unserer Kultur als adriatisch bestimmt werden konnten. So sind pyrrhiforme Amphoren in Orehova Pejca und in Pejca in Lasca (68) vertreten, halbkugelige Schalen vom Hvartypus in Orehova Pejca (ß9) und in Javorika auf Brioni (7(>) , bikonische Terrinen in Pecina pod Steno (71) und in Javorika (72) . Schüsseln mit verdichtetem Mundrand kommen in Pejca von Leskovec (73) und in Javorika vor und halbkugelige Kelche in Orehova Pejca und in Pecina na Doleh (74) . Nach dem heutigen Fundgut aus Karstgrotten scheint es kaum glaubhaft, daß dieses Gebiet die Entwicklung aller adriatischer Elemente im alpinen Fazies der Lengyelkultur direkt beeinflußt hätte. Es scheint wahrscheinlicher, daß diese Elemente in beide Gebiete aus demselben Zentrum gelangten, wobei Istrien und die Karstgrotten von der adriatischen Mittelmeergruppe vollkommen abhängig sind, während unseres Gebiet die adriatischen Elemente als wichtige Entwicklungskomponente aufweist. Die Fundorte in Zentralslowenien sind heute noch zu wenig zahlreich, daß alle Grundlagen, die die Physionomie unserer ganzen Kultur, wie sie heute bekannt ist, mitgeformt haben, mit Bestimmtheit hervorgehoben werden könnten. Jedenfalls scheint der Fundort am Resnikov prekop der älteste zu sein, wegen der starken Vertretung von Elementen der Danilophase IV und in einigen Elementen sogar der Phase III, (66) F. LEBEN, Stratigrafija in casovna uvrstitev jamskih najdb na Trzaskem Krasu. AArchSlov 18, 1967, 43 ff. (67) Unveröffentlichtes Material im Arheoloski muzej in Pula. Es wurde mir liebenswürdigerweise von B. Bacic gezeigt, vofür ich ihm besonders danken möchte. (68) F. LEBEN, o. c, AArchSlov 18, 1967, T. 4, 9; T. 7,5, 6,12,14; T. 20, 7, 21; (69) Ibid., T. 7,10. so in den Gefäßformen wie in der Ornamentik. Chronologisch steht am wahrscheinlichsten an zweiter Stelle Drulovka, wo schon die Amphore mit hohem Zylinderhals geformt wurde, wo aber Schüsseln mit verdicktem Mundrand, bikonische Terrinen langsam verschwinden und kugelige Amphoren ohne Hals überhaupt nicht bekannt sind. Der Fundort auf dem Ptujski grad ist wahrscheinlich gleichzeitig mit Drulovka einzustufen, es kommen aber auch ältere Elemente vor, die ihn in die Nähe von Resnikov prekop rücken. Von allen wird der jüngste Fundort — nach dem heute bekannten Material — Ajdovska jama sein, für alle übrigen Fundorte steht noch zu wenig Material zur Verfügung, daß sie zeitlich eingestuft werden könnten. Unser alpine Fazies der Lengyel-Kultur kann keinesfalls der adriatischen Mittelmeergruppe zugeordnet werden, letztere stellt nur eine starke Komponente in dieser Kultur dar und bei weiteren Forschungsarbeiten wird es anhand neuen Materials möglich werden, näher festzustellen, wie sich die neue Kultur mit der Zeit herausgebildet hat. Unsere Fundorte können auch der Lasinjakultur keineswegs zugeordnet werden, wie sie von den Fundorten an der Kolpa bekannt ist (75) . Es besteht zwar eine Verwandschaft beider Kulturen, zugleich aber auch zu viele trennende Unterschiede. Es ist wahrscheinlich, daß beide Kulturen aus derselben Grundlage hervorgegangen sind und daß jede im eigenen Raum ihre Eigenheit herausgebildet hat. Wegen der geographischen Nähe der adriatischen Mittelmeerkultur hat die Lasinjakultur in ihrem Fundgut wahrscheinlich noch eine Reihe von ausgesprochen adriatischen Dekorationselementen beibehalten, was für unsere Fundorte weniger charakteristisch ist. Zugleich können aber wegen dieser adriatischen Dekorationselemente die heute bekannten Lasinjafundorte chronologisch nicht vor unsere Fundorte eingestuft werden, denn in ihnen kommen außer diesem Material auch entwicklungsmäßig jüngere Gefäßformen vor, wie sie bei uns in Drulovka und Ajdovska jama vorkommen. Die Lasinjakultur und die alpine Fazies der Lengyelkultur sind in der Tat zwei Varianten mit einer Reihe von gemeinsamen Zügen, aber auch einer Reihe von stark trennenden Unterschieden. Ich möchte hier nicht auf eine Analyse von eventuellen „pannoni sehen" Elementen in unserer Kultur eingehen, doch dürften heute die Benennung unserer Kultur als „alpinen Fazies der Lengyelkultur" nicht mehr haltbar und vertretbar sein, weil diese Elemente, insofern sie in unserer Kultur vorkommen, von sekundärer Bedeutung sind. Ljubljana T. Bregant (70) Unveröffentlicht im Arheoloski muzej in Pula. (71) F. LEBEN, o. c, AArchSlov 18, 1967, T. 1,2; T. 6,3, 11, 12 (?). (72) Unveröffentlicht im Arheoloski muzej in Pula. (73) F. LEBEN, o. c, AArchSlov 18, 1967, T. 15, 3,8; T. 21, 10; (74) Ibid., T. 7, 2; T. 9, 5; (75) S. DIMITRIJEVIC, Opusoula archaeologica 5, 1961, 22 ff. 185