Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 10. 1969 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1969)

Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz Jenő: Die Personalpolitik des Septimus Severus im Bürgerkrieg von 193–197. X, 1969. p. 69–86.

traten bei der Reorganisation nach dem Sieg über Niger an die Stelle der früheren Kommandanten, die — wie wir sa­hen — die Statthalterschaft der eroberten Provinzen über­nahmen. 181 Um diese Zeit übernahm auch Tib. Claudius Claudianus — als Nachfolger des Ti. Manilius Fuscus — das Kommando der dazischen Vexillation. 182 Wahrschein­lich wurde auchQ. Anicius Faustus, dessen glänzende Lauf­bahn wir seit 197 verfolgen können, 183 um diese Zeit zum Kommandanten irgendeines Heeres befördert. 184 Ähnlich wie beim Feldzug der Jahre 193/194 wurden auch die Vorkehrungen für den Krieg gegen Clodius Albi­nus getroffen und auch vollführt. Einige Einheiten der nach Osten abkommandierten Armee kehrten noch vor dem den praefectus praetorio des Didius Iulianus, der Severus ermorden wollte, getötet (SHA vita Did. lui. 8, 1). 2. Er war einer der Feldherren des ersten und des zweiten Parther-Krieges (Dio LXXV 2, 3; 10, 2 — 3,), den — weil er nach dem zweiten Parther-Krieg überaus populär geworden war — (Dio LXXV 9, 1 -2), Septimius Severus ermorden ließ (Dio LXXV 10, 3; SHA vita Sev. 15, 6; Herod. 3, 7, 4). 3. Er war jener Feldherr, der die Schlacht gegen Clodius Albinus entschieden hatte (Dio LXXV 6, 8; Herod. Ill 7, 3—6), der dann Septimius Severus zum Opfer fiel (Herod. III 7, 4, 5). Die Forschung hatte auf verschiedenster Art und Weise versucht, die drei Laetus-namigen aufeinander abzustimmen: a) lulius Laetus war der sieg­reiche Feldherr von Lugdunum (G. Barbieri, Albo, 297 a; P1R 2 I 373), wäh­rend ein anderer Laetus am ersten und am zweiten Partherkrieg teilgenom­men hatte (G. Barbieri, Albo, 323 a; PIR 2 , I 373); - b) lulius Laetus war Befehlshaber der praecursores im italischen Feldzug des Severus, er war ein Ritter, kann mit dem Feldherrn im Rang eines Senators nicht identifiziert werden, höchstens mit dem Verteidiger von Nisibis (/. Hasebroek, 34, Anm. 5), Laetus, der Oberbefehlshaber der beiden Partherkriege und der Schlacht von Lugdunum ist ein und dieselbe Persönlichkeit (ibid. 98,, 116); — c) Es gab aber nur einen Laetus, der nach dem Sieg bei Lugdunum den Befehl erhielt, Nisibis und die östliche Front zu verteidigen (FLUSS, RE, II A, 1923, 1969). — Die Ermittlung wird dadurch erschwert, daß die Belagerung von Nisibis bereits während des Bürgerkrieges begonnen hatte (Dio LXXV 9, 1). Sollte aber die Zeitstellung von Fluss stichhaltig sein, und wenn der Krieg im Sommer 197 ausgebrochen war (so: P. V. HILL, The Coinage of Septimius Severus and his Family of the Mint of Rome A . D 193-217, London, 1964, 6; G. WALSER -T. PÉKÁR Y, о. с. 4), scheint es wahrscheinlicher, daß es sich um eine Person gehandelt haben mochte. Die Quellen machen keinen Unterschied zwischen den in den drei Kriegen erwähnten Laetus', der Sieger von Lugdunum und der Feldherr des zweiten Partherkrieges sind — den antiken Quellen gemäß — Opfer der Eifersucht des Septimius Severus geworden. Andererseits aber — wie es beispiels­weise durch die Laufbahn des T. Claudius Candidus und P. Cornelius Anullinus bezeugt ist — hatten die führenden Feldherren bei mehreren Feldzügen die Armee des Severus befehligt. Wenn wir diesen bedeutenden Feldherrn mit lulius Laetus gleichsetzen — der nicht notwendigerweise Ritter sein mußte —, dann stellt es sich heraus, daß er bereits im Jahre 193 im Lager des Septimius Severus war. (Selbstverständlich wäre es möglich, daß er nach der Ermordung des Tullius Crispinus mit allectio — als praeto­rius? — in den Senat aufgenommen wurde, und 194 Legionslegat bzw. Vexillations-Kommandant geworden war.) 181 Bis zur Beendigung des Nigerschen Feldzugs wurden folgende Vexillations­Kommandos umbesetzt: a) Germania inferior, wo anstelle Q. Venidius Rufus möglicherweise (lulius) Laetus trat, von dem die Forschung voraus­setzte, daß er an der Schlacht bei Lugdunum als legátus legionum Germanici­anorum teilgenommen hatte (PIR 2 , I 373). — b) Dazien, Ti. Manilius Fuscus wurde von Tib. Claudius Claudianus abgelöst. — c) Von der Spitze unbekannter Vexillationen wurden Valerianus [...] ninus und M. Caecilius Fuscinus Crepereianus Floranus zu Statthaltern praetorischer Provinzen berufen. An die Stelle des einen trat T. Sextius Lateranus, der 195 bereits mit Aufgaben eines Feldherrn betraut wurde. Lateranus hatte höchstens bis 196 die Vexillation kommandiert, weil er zu Beginn des darauffolgenden Jahres bereits consul Ordinarius war: am Feldzug gegen Clodius Albinus hatte er kaum mehr teilgenommen. Wenn Lateranus die niederpannonische Vexillation befehligte, dürfte ihn 196 Tib. Claudius Claudianus abgelöst haben (Epigraphica, XXIII, 1961, 82 — 84).T.D.Barnesäußerteseine Beden­ken hinsichtlich unserer Deutung der Inschrift von Calama (CIL, VIII, 5349), wir sagten aus, daß Claudianus zwischen seinem dazischen Vexilla­tionskommando und seiner niederpannonischen Statthalterschaft auch die legio I adiutrix befehligt hatte (T. D. Barnes schrieb irrtümlich legio II adiutrix) , (o. c., 99, Anm. 100). Wir halten — mit einer gewissen Abände­rung — auch weiterhin an unserer Aussage fest. Wir sind der Ansicht, daß Claudianus 195 mit einem Spezialauftrag das Kommando der legio V Mace­donica in Dazien übernommen hatte (die Gründe dafür cf. im Folgenden). Im Krieg gegen Albinus dürfte er wierderum mit der Führung einer Vexil­lation — als Kommandant der niederpannonischen Streitkräfte — beauf­tragt worden sein. Nach dem Februar 197 blieb er weiterhin an der Spitze der legio II adiutrix, schon als prätorischer Statthalter von Pannónia infe­rior. 182 Cf. Anmerkung 80. 183 Nach der Niederwerfung des Albinus — in den Jahren zwischen 197 und 201 — war er Legat der legio III Augusta (В. E. Thomasson, II. 197 — 201), 198 consul designatus (CIL, VIII, 2550, möglicherweise schon 197: CIL, VIII, 2438), 202—205 Konsulaer von Moesia superior (A. Stein, Moesien, 53—54), 217 und 218 Prokonsul von Asia (P. Lambrechts, La Composition II, 1157; G. Barbieri, Albo, Nr. 27; D. Magie, II, 1585; PIR 2 , A 595). 184 Unter den neuen hohen Militärs hatten T. Sextius Lateranus wahrschein­lich, Tib. Claudius Claudianus vermutlich schon früher mit Septimius Severus in Verbindung gestanden. Möglicherweise war es auch bei Q. Ani­cius Faustus nicht anders. Das bedeutet, daß Severus mit der Ernennung neuer Legaten in hohe Militärämter eine Erweiterung und Festigung seines Vertrauenskreises bezweckte. Bruch, — d. h. im Laufe des Jahres 195 — ih ihre früheren Garnisonen zurück. In dieser Zeit errichtete die legio V Macedonica in Potaissa eine Inschrift, 185 die von M. Lae­lius Maximus befehligte legio VII Claudia hielt sich gleich­zeitig bereits in Moesia superior auf. 186 Bei den strategisch wichtig gewordenen Provinzen wurden bedeutsame Umbe­setzungen vorgenommen. So wurde z. B. T. Flavius Secun­dus Philippianus, der Legat der legio XIV gemina nach Lugdunensis entsandt, 187 Lusitanien übernahm С Caeso­nius Macer Rufianus. 188 Der persönlichen Stärkung der gefährdeten westlichen Provinzen diente auch das Mandat des C. lulius Pacatianus, der kurz zuvor Prokurator von Osrhonoe, dann der Präfekt der legio II Parthica gewesen war, und nun zum procurator Alpium Cottiarum ernannt wurde. 189 Zur Sicherung des Weges, der nach dem Westen ziehenden Armee wurde T. Statilius Barbarus für seine Verdienste im Parther-Krieg nach Thrazien beordert. 190 In Viminacium, dem Mittelpunkt der Ereignisse des Jahres 196 hielt sich — wahrscheinlich schon seit dem Ende von 195 — die bedeutsamste Persönlichkeit jener Zeit, L. Fabius Cilo auf. 191 Diese Vorkehrungen sollten einesteils die be­dingungslose Treue der Provinzen gewährleisten, anderenteils aber die unzuverlässigen Elemente, die es mit Clodius Albi­nus hielten, liquidieren : dies war auch Zweck und Ziel der Sondervollmacht des nach Asia, in der Folge nach Noricum gegen die rebelles entsandten Ti. Claudius Candinus, ver­mutlich noch vor dem Aufmarsch des Heeres. 192 Überaus wichtige militärische Erwägungen hatten Septimius Seve­rus dazu bewogen, diese Vorkehrungen zu treffen, mit denen er die Expansion des Albinus so lange eindämmen wollte, bis er mit seinem Heer von den Ostgrenzen des Imperiums nach Westen gelangen konnte. Diesen rechtzeitig und mit größter Umsicht vorbereiteten Maßnahmen war es zu dan­ken, daß Albinus — trotz seines Sieges über Virius Lupus 193 und der Eroberung Galliens 194 — seine vorteilhafte Lage nicht ausnützen konnte. Bezeichnend ist in dieser Hinsicht die Gestaltung der hispanischen Lage : Der Statthalter von 185 CIL, III, 905. Das Mandat des Tib. Claudius Claudianus galt als eine beson dere Vertrauensaufgabe, die bereits im Zeichen der Vorbereitungen auf den Feldzug gegen Albinus stand. Schon die zweitmalige Ernennung zum dazi­schen Legionslegaten war etwas Außergewöhnliches, da es sich eigentlich um einen niedrigeren Wirkungskreis handelte. Daß von einer zeitweiligen Ungnade nicht die Rede sein konnte, ist durch die späteren wichtigen und vertraulichen Aufgaben, die Claudianus erhielt, zur Genüge bezeugt. "««QL, III, 8103, 14507. 187 Im Jahre 196, als Albinus nach Gallien hinübersetzte, war Philippianus bereits in Lugdunum. 188 Zur Chronologie seiner Karriere cf. Anm. 76. Auch so kann der Zeitpunkt seines lusitanischen Auftrags nur bedingt sein. » 9 CIL, XII, 1856 = D., 1353; H.-G. Pflaum, Les carrières, Nr. 229; Auch in Rom festigte Septimius Severus seine Stellung durch die Entsendung seiner Getreuen auf Vertrauensposten. So kam 196 Sex. Varius Marcellus (CIL, X, 6569 = D., 478), der Gemahl der Iulia Soaemias (H.-G. Pflaum, Les carrières, Nr. 237), als procurator aquarum nach Rom. 190 Auf einem Teil der thrazischen Caracalla-Münzen fehlen sein Name und sein Bildnis (A. Stein, Thracia, 41—44). Auf seiner Inschrift von Perinthus (IGR, I, 787) wird Caracalla Cäsar genannt. 191 Die Ablösung von [Vettule]nus Pompeianus und die Ernennung von L. Fabius Cilo in Moesia superior erfolgte vermutlich am Ende des Jahres 195 (A. Stein, Moesien, 53; W. Reidinger 99). Im Frühjahr 196 kam Septi­mius Severus nach Viminacium, wo er Caracalla am 4. April zum Cäsar ernannte (E. HOHL, Klio, XXXIV, 1941, 281, Anm. 7; demgegenüber behauptet D. Magie 1541, daß Caracalla bereits Ende 195, bevor er Syrien verließ, Cäsar war). Um diese Zeit war Cilo bereits in Moesien. Sein kurzer, offenbar vertraulicher Auftrag war mit den Vorbereitungen auf den Empfang des Kaisers abgeschlossen. Es ist möglich, daß er zusammen mit dem Kaiser, oder nicht viel später Moesien verließ. Sein neuer Auftrag war wiederum eine vordringliche Spezialaufgabe: duci vexill. per haliam exer­citus Imp. Severi Pii Pertinacis Aug. et M. Aureli Antonini Aug. (CIL, VI, 1408 = £>., 1141; in ähnlicher Weise CIL, VI, 1409 = D., 1142). Am Ende des Jahres 196 begleitete er Septimius Severus mit einem starken Détache­ment nach Rom (/. Hasebroek, 94), während die Armee den Marsch nach Gallien fortsetzte. 192 Latomus, XXV, 1966, 844-845. i!>3 Dio LXXV 6, 2. 184 CIL, XIII, 1673 = D., 1152; G. Barbieri, Albo, Nr. 241 ; J. Hasebroek, 96­82

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