Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 10. 1969 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1969)
Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz Jenő: Die Personalpolitik des Septimus Severus im Bürgerkrieg von 193–197. X, 1969. p. 69–86.
înschrift 10à getilgt worden war, 105a die legio III Augusta befehligt. Es wäre denkbar, daß Sex. Quintilius Condianus, der consul Ordinarius des Jahres 180, 106 zwischen dem Hof und den östlichen Provinzen zu vermitteln versucht hatte, und der dann 183 bei der Liquidierung der Verschwörung, zusammen mit seiner Familie ums Leben kam. Laut Dio Cassius hielt er sich in dieser Zeit in Syrien auf. 107 Tigidius Perennis suchte für seine 185 gescheiterte Verschwörung 108 in den Donauprovinzen militärische Unterstützung. Eo tempore in Sarmatia res bene gestas per alios duces in filium suum Perennis referebat — berichtet die História Augusta, 109 ähnlich schreibt auch Herodianus über die Geschehnisse. 110 In den Jahren 184/185 verwaltete L. Cornelius Felix Plotianus Pannónia inferior, 111 dessen Name auf den Inschriften der von ihm errichteten burgi getilgt wurde: 112 möglich, daß er dem Perennis-Kreis angehörte und das 185 mit dem Leben büßen mußte. In den Jahren 182—185 war L. Vespronius Candidus Statthalter in Dazien, 113 das wissen wir von einer Inschrift aus Apulum, die Commodus Augustus Pius nennt. 114 Während des sarmatischen Krieges, d. h. 185/186 115 stand an der Spitze der dazischen Armee — wie Dio Cassius berichtet 116 — wahrscheinlich der spätere Gegenkaiser, C. Pescennius Niger. 117 Demnach hatte Candidus Dazien spätestens im Laufe des Jahres 185 verlassen, noch vor oder nach Beginn der Feindseligkeiten. Im letzteren Fall wäre es denkbar, daß seine Dienstenthebung mit der Liquidierung der Perennis-Verschwörung im Zusammenhang gestanden hatte. Es ist bekannt, daß der Sohn des Perennis vom Kriegsschauplatz 105 Ann. Ép., 1955, 135.; Der unbekannte Statthalter hatte noch zu Lebzeiten Mark Aureis das Kommando der Legion übernommen, d. h. spätestens im Laufe von 179/180. Sein Nachfolger, M. Valerius Maximianus, ist in Numidien seit 183 nachweisbar (B. E. Thomasson, II, 190 — 192). Es wäre denkbar, daß dieser hervorragende Feldherr der Markomannenkriege unmittelbar das Amt des Unhekannten übernommen hatte. Unsere Vermutung kann durch die Datierung der Dienstzeit des Legionslegaten L. Vespronius Candidus in Numidien {cf. Anm. 120) bekräftigt werden. 105a p. Salvius lulianus {cos. ord. 175) fiel auch der Liquidierung der Verschwörung zum Opfer (SHA vita Comra. 4, 8). Laut Dio waren ihm größere Streitkräfte untergeordnet (Dio LXXII 5, 1—2). Aber nicht in Germania inferior (so PIR, S 104, richtig: RGS, 68-69, Nr. 27). Möglicherweise hatte auch lulianus eine der östlichen Provinzen verwaltet. 106 A.Degrassi, FC 50. w Dio LXXII 6, 1-5. 108 Herod. I 9, 1; G. BERSANETTT, Athenaeum, XXIX, 1951, 167, mit entgegengesetzter Meinung. Obwohl der Autor Perennis sehr vorteilhaft schildert, können wir mit seinen Aussagen nicht in allem übereinstimmen. Dio LXXII 10 1;9 1,2,;102;) Daß die britannischen Legaten zugunsten der Befehlshaber vom Ritterstand in den Hintergrund gedrängt wurden, ist durch den cursus honorum des L. Artorius Castus {CIL, III, 1919 — D., 2770, H. — G. Pflaum, Les carrières, 536, Nr. 196) bezeugt. Der sarmatische Krieg, an dem — wie es Quellenschriften bestätigen — der Sohn des Perennis als einer der Feldherren der römischen Armee teilnahm, ist gleichfalls auf 185/186 datierbar. Die historischen Geschehnisse, mit denen die antiken Autoren den Sturz des Perennis in Zusammenhang brachten, hatten sich tatsächlich, so wie es geschrieben steht, ereignet. Die Ungnade, in die L. Cornelius Felix Plotianus gefallen war und seine annehmbare Ermordung sind ein überaus wahrscheinlicher Beweis für die Verschwörung in den Donauprovinzen. Die zu Commodus aufmarschierenden Soldaten standen — bei Herodianus — unter dem Kommando des jüngeren Perennis (19,7), nach anderen Quellen waren sie aus Britannien gekommen (Dio LXXII 9, 4). M. Aurelius Cleander war insofern am Sturz des Perennis schuld (Dio LXXII 9, 3), weil er die Verschwörung aufdeckte. In Beziehung mit den Geschehnissen über die Zuverläßlichkeit von Dio, cf. F. MILLAR, A Study of Cassius Dio, Oxford, 1964, 129. 109 SHA vita Comm. 6,1. 110 Herod. 19,1,: rolt, vioiÇ êavroti veavlaiç oëaviv êy%eiQÎaai ... rrp nqóvoiav rCùv ÛXVQIX&V orgarev/uárcov ... 111 A. Ant. Hung., XI, 1963,277-278. 112 CIL HI 10507; В. KUZSINSZKY, Aquincum, Budapest, 1934, 200; CIL III, 3385; G. ERDÉLYI-F. FÜLEP, Intercisa, A. Hung., XXXIII, 1954, Nr. 297-307. «з A. Stein, Dazien, 51-52. «* CIL, III, 1092; G. Barbieri, Albo, 250. «ЗА. Arch. Hung., XIV, 1962,83-87. «в Dio LXXII 8, 1: êyevovro ôé xai лоАе /Lioí nveç avrá> TCQÔÇ TOVÇ imèg rrjv Aaxiav ßaQßdqovc, êv olç о re AÄßvoc xai о Niyqoç olrw avroxgároQi ZeovrjQO) fiera rama avrinoXe^csavreç, evooxifirjoav. "' A. PREMERSTEIN, Klio, XIII, 1913, 102; W. REUSCH, RE, XIX, 1938,1091 ; A. Arch. Hung., XIV, 1962, 86. zurückbeordert wurde und ihn das gleiche Schicksal ereilte wie seinen Vater. 118 Die Verschwörung wurde eigentlich nach Beginn des sarmatischen Krieges niedergeworfen. Wenn Candidus um diese Zeit abgesetzt wurde, obwohl er an der Verschwörung nicht teilgenommen hatte und mit den Verschwörern vielleicht auch sympathisierte — entrann dem Schicksal, das Perennius, sein Sohn oder L. Cornelius Felix Plotianus erleiden mußte. Daß er 193 vom Senat in das Lager des Severus entsandt wurde, könnte seine damalige Stellungnahme erklären: 119 Auch er gehörte zu den Gegnern des Commodus. 120 Mit der Rolle, die der jüngere Perennis in den Donauprovinzen spielte, waren in der Forschung verschiedene Vermutungen aufgekommen. 121 Sein Führerposten läßt vermuten, daß er als Legat dem Senatoren-Stand angehörte. 122 Wenn er nicht an der Spitze einer Legion stand, so könnten wir ihn für den unbekannten Statthalter dieser Jahre in Moesia superior halten. 123 Die militärische Basis der Perennis-Verschwörung waren in erster Linie jene Provinzen, deren Einheiten für den Krieg gegen die Sarmaten mobilisiert worden waren. Die dritte Verschwörung folgte dem Beispiel der beiden früheren Versuche und wollte sich auf die militärischen Kräfte der Provinzen stützen. Sie folgte den Spuren der Perennis-Verschwörung, indem sie ihre Macht auf den Legionen der Donauprovinzen begründen wollte. Die Laetus-Verschwörung unterscheidet sich — hinsichtlich der Wahl des Nachfolgers des Commodus — wesentlich von den beiden anderen. Die Drahtzieher des ersten 118 Dio LXXII 9, 4, 13, 1; Herod. I 9, 8-10.; A. STEIN, RE, II/6, 1937, 954 119 SHA vita Did. Iul. 5,5-6; vita Sev. 5, 5-6, Dio LXXIII, 17, 1. 120 Von den Mitgliedern der Delegation,die der Senat zu der Armee des Severus sandte, erwähnt die História Augusta drei (vita Did. lui. 5, 5 —6): L. Vespronius Candidus, der ein Jahrzehnt zuvor Dazien verwaltete, Valerius Catullinus, der der Sohn oder ein Verwandter des Valerius Catullinus gewesen sein mochte, der Prokurator von Dacia Porolissensis war {CIL, III, 857; A. Stein, Dazien, 83—84); letztlich M. Aquilius Felix, centuriofrumentarius , von dessen eventuellen Beziehungen zu Septimius Severus wir (unter Anm. 36) schon sprachen. Didius lulianus hatte Valerius Catullinus die Statthalterschaft von Pannónia superior übertragen, und der trotzdem für Severus Partei nahm und dem — ebenso wie den beiden anderen — kein Leid widerfahren war. Der Fall des M. Aquilius Felix könnte als ein Beweis dafür gelten, daß bei der Zusammenstellung der Delegation den Senat nicht nur die Verbundenheit zur Armee leitete, sondern auch die zu Septimius Severus. Gesetzt den Fall, daß die Wahl des Candidus kein Fehlgriff war {A. Stein, Dazien, 51 ; R. HANSL1K, RE, V1II/A, 1958, 1717), so war bei ihm seine Feindseligkeit Commodus gegenüber, und seine Teilnahme an der PerennisVerschwörung ausschlaggebend gewesen. — Die Forschung äußerte sich ziemlich einhellig dahin, daß wegen der Ereignisse des Jahres 193 (seine Teilnahme an der Delegation des Didius lulianus, die feindliche Haltung der Armee), Candidus keinesfalls Prokonsul unter Septimius Severus in Afrika gewesen sein konnte {A. Stein, Dazien, 52; R. HANSLIK, REI, VIII/A, 1958, 1716; B. E. Thomasson, II, 90-91). Doch überzeugt diese Anschauung nicht restlos, steht aber auch in einem gewissen Widerspruch zu der Laufbahn des L. Vespronius Candidus. Nach seiner 182 — 185 absolvierten Statthalterschaft in Dazien, dürften wir sein Konsulat eher auf die Jahre um 180 datieren, als auf 171 {B. E. Thomasson, II, 187), oder auf die Zeit um 176 {A. Stein, Dazien, 52; R. HANSLIK, о. c, 1716). Legat der legio III Augusta konnte er entweder zwischen M. Aemilius Macer Saturninus {B. E. Thomasson II 185 — 186) und A. Iulius Pompilius Piso (ibid., 187 — 189) in den Jahren 174 — 176, oder zwischen A. Iulius Pompilius Piso und dem erwähnten Unbekannten (Ann. Ép., 1955, 135; В. E. Thomasson , II, 189-190) in den Jahren 177/178-179 gewesen sein. Sollte er noch in Numidien für das Konsulat designiert worden sein {CIL, VIII, 2752 B. E. Thomasson, II 186), dann war er suffectus in der zweiten Variation vermutlich im Jahre 179 oder 180. Dieser Datierung entsprechend, die auf dem einzigen Fixpunkt seiner Laufbahn - der Statthalterschaft in Dazien — beruht und am glaubwürdigsten scheint, dürfte er nach einem etwa 15 jährigen Zeitabstand nach seinem Konsulat das afrikanische Prokonsulat erhalten haben und zu den ersten Prokonsulen des Septimius Severus gehören. Wenn wir also die Laufbahn des Candidus nicht von einer anfechtbaren Prämisse ausgehend zu datieren versuchen, vielmehr aus sich selbst heraus, erscheint seine Tätigkeit im Jahre 193 in einem ganz anderen Licht, gleichzeitig wird aber auch unsere Vermutung bestärkt, daß er 185 irgendeine Rolle in den Plänen der Donauprovinzen gespielt hatte und deswegen Dazien vorzeitig verlassen mußte. 121 E. Ritterling hielt es für möglich (AÉrt, XLI, 1927, 292-293), A. Stein behauptete es {RE H/6, 1937, 954), daß Perennis' Sohn um diese Zeit als prätorischer Statthalter Pannónia inferiors in führender Stellung am Krieg teilgenommen hatte. Dem widersprechen aber die Inschriften dîr burgi entlang der Donau: 184/185, als die Inschriften entstanden, verwaltete L. Cornelius Felix Plotianus diese Provinz (IKMK, E/3, 1959, 1-3). 1 22 A. Stein, Ritterstand, 321. 123 A. Arch. Hung. XIV 1962, 85, Anm. 48. 77