Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 8.-9. 1967-1968 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1968)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bakay Kornél: Gräberfeld aus den 10–11. Jahrhunderten in der Umgebung von Székesfehérvár und die Frage der fürstlichen Residenz. II. – A Székesfehérvár környéki 10–11. századi temetők és a fejedelmi székhely kérdése. VIII–IX, 1967–68. p. 57–84. t. VII–XXII.

BEITRÄGE ZU DER FRAGE DER UNGARISCHEN FÜRSTENRESIDENZ NACH DER LANDNAHMEZEIT DIE ENTSTEHUNG DER STADT SZÉKESFEHÉRVÁR Unsere Kenntnisse über die Entstehung der Stadt Székesfehérvár beruhen auch gegenwärtig noch vornehm­lich auf mittelalterlichen Schriftquellen. Dass Fehérvár in der neuen ungarischen Heimat von Anfang an eine bedeutende Rolle gespielt haben soll, stammt vom folgenden Bericht des Meisters Simon Kézai aus seiner um 1283 geschreibenen GESTA HUNGARORUM : „Als dann die Ungarn die Donnau übersetzten und in Pannonién eindrangen, Hess Árpád seine Zelte an jener Stelle aufschlagen, wo jetzt Fehérvár liegt. Das war das erste Lager Árpáds." 145 Über dieses Ereignis berichtet die „Képes Krónika'' (Bilderchronik) wie folgt: „Nachdem Árpád zusammen mit den anderen Ungarn Swatopluk geschlagen und getötet hatte, liess er unfern von Fehérvár auf dem Berg Nyék (Noe) seine Zelte aufschlagen. Weil sich zuerst Árpád in Pannonién diesen Ort ausgewählt hatte, gründete König István der Heilige, der von ihm abstammte, in der Nähe jener Stelle die Stadt Fehérvár (civitas Alba)" li6 В о n f i n i und Petrus Ran­s a n u s haben später die Berichte der Chroniken be­stätigt. Da Fehérvár im Mittelalter eine wahrhaftig bedeutende Rolle spielte, zweifelten die meisten ungarischen Histori­ker nicht an der Authentizität der Chroniken. Mihály Horváth, der hervorragende ungarische Historiker des 19. Jahrhunderts, stellte nur so viel fest, dass sich Árpád auch in der Nähe von Fehérvár Grundbesitz erworben habe. 147 B. Hóman versucht eine genauere Umgrenzung des Siedlungsgebietes der Árpádén: „Das Geschlecht der Árpádén besetzte das Flussgebiet der Sár an den beiden Ufergebieten der mittleren Donau, im späteren zweiufrigen Komitat Fejér, und auch die angren­zenden Landteile in den Komitaten Tolna und Veszp­rém." 148 An anderer Stelle behauptet er entschieden, dass die Residenz des Fürsten Árpád Fehérvár gewesen ist. 149 Obwohl L. G 1 a s e r die Glaubwürdigkeit der KÉZAI-Chronik bezweifelte, gelangte er letzten Endes doch zu der Schlussfolgerung dass das Winterquartier des Árpádengeschlechtes in der Umgebung von Fehérvár zu suchen sei. 150 Auch E. Molnár räumt den Überliefe­rungen der Chroniken einen gewissen Platz ein, indem er sagt: „In Transdanubien wurde (Székes)Fehérvár die Residenz des Fürsten." 151 J. Fitz, ein gegenwärtiger Monographist von Székesfehérvár, bekennt sich fast schon mit einem übertriebenen Lokalpatriotismus zu der Authen­tizität der Chroniken. 152 Wenn wir die Zuverlässigkeit der Chroniken anerken­nen, stellt sich von selbst die Frage, warum Fehérvár schon in so frühen Zeiten ein Fürstensitz geworden ist. Mit Rücksicht auf die topographischen Verhältnisse von Székesfehérvár (siehe später), kann als entscheidendes «в GYÖRFFY 1958 : 145. «e Képes Krónika, Budapest 1964 : 87. I" HORVÁTH 1860 : 45. us HÓMAN 1923 : 41, 45, cf. BAKAY 1967:106 149 HÓMAN-SZEKF Üo. Jz. 165. is» GLASER 1937 : 10, 17. isi MOLNÁR 1949: 110. 152 FITZ 1957 : 6 FITZ 1966 : 6-7. Argument nur die Tatsache in Frage kommen, dass es dort bereits vor der Landnahme der Ungarn eine nicht unbedeutende Siedlung gab, deren Besitz wirtschaftlich und strategisch wichtig war. Alle, die die Stadtentstehung von Székesfehérvár erforschen wollten, waren darum bemüht, die vorland­nahmezeitliche Vergangenheit der Stadt zu ermitteln. Geraume Zeit hindurch war man der Ansicht, dass an dieser Stelle eine römische Stadt gestanden habe. Anlass zu dieser Vermutung waren jene römerzeitlichen Denk­mäler — vor allem die Steindenkmäler, 153 — die Während der fast hundert Jahre dauernden Freilegung der Basilika (1848—1938) ans Licht kamen, und die anderen Funde — vornehmlich römische Münzen —, die in der Um­gebung gesammelt oder ausgegraben wurden. A. P 1 e i d e 11, der bekannteste Vertreter der Konti­nuitätstheorie der römisch-pannonischen Städte, beruft sich bei seiner Beweisführung im Zusammenhang mit Székesfehérvár auf folgendes: 154 1. auf die zahlreichen inschriftlichen römischen Steindenk­mäler, Votivaltäre, usw.; 2. auf die abgenutzten römischen Münzen, die bezeugen, dass sie auch nach dem 4. Jahrhundert noch lange im Umlauf waren ; 3. auf das Weiterleben des Ausdrucks „vicus latindrum" und die Inschrift im Stadtsiegel: „S. Latinorum civium Albensium". Dass die römerzeitliche lateinische Bevölke­rung weiterlebte, bezeugt auch ANONYMUS. 4. Der römische Name der Stadt Fehérvár: „Curia". 1. Erstmalig hat A. Marosi darauf hingewiesen, dass es dort, wo jetzt Székesfehérvár liegt, neimals eine römische Siedlung gegeben hat und dass die vielen römi­schen Steindenkmäler von anderswo hierhergelangten. 155 Weitere Nachforschungen bestätigten die Richtigkeit seiner Vermutung. 1936 stellte A. Graf fest: „In Fehér­vár selbst sind Spuren einer römischen Ansiedlung nicht bekannt." 156 A. Alföldi wies nach, dass die römischen Steindenkmäler zum grössten Teil aus Aquincum stam­men: 157 „Im Mittelalter hatte man derart viele inschrift­liche römische Steine von Aquincum zum Bau der alten Hauptstadt verschleppt, dass die moderne Forschung dort eine blühende römische Stadt und eine Kultstätte vermutete, obwohl dort keine Spur dergleichen vorhanden war." 158 E. M о 1 n á r, 150 A. R a d n ó t i, 169 J. S z ű с s, 161 G. F e h é r, 162 G y. Székely 163 und letztlich auch 163 HENSZLMANN 1890 : 90-93; KÁROLYI 1896 : 97— S 154 PLEIDELL 1934 : 164-175, 278-290. 155 MAROSI 1934 : 53. ff. lee GRAF 1936 : 120. 157 ALFÖLDI 1940 : 195-196. 158 ALFÖLDI 1942 : 300. 159 MOLNÁR 1949 : 241 -242. «о RADNÓTI 1954 : 491. iei SZŰCS 1955 : 13. lea FEHÉR 1956 : 34; FEHÉR 1957 : 275. 163 SZÉKELY 1961 : 73-74. i, 113. 72

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