Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 6.-7. 1965-1966 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1966)
Tanulmányok – Abhandlungen - Bakay Kornél: Gräberfeld aus den 10–11. Jahrhunderten in der Umgebung von Székesfehérvár und die Frage der fürstlichen Residenz. Archäologische Studien zu der Frage der ungarischen Staatsgründung. II. VI–VII, 1965–66. p. 43–88. t. XVI–XLVI.
Stätten liegen kaum 400 m weit voneinander entfernt (s. Karte). Das Fundmaterial der 8—14 Gräber, die 1892, und das der 15 Grabstätten, die 1894 freigelegt wurden, sind sozusagen vollständig vernichtet. Die auf uns überkommenen Stücke sind auf Taf. XLV. zu sehen. Die Funde (ein Ring mit S-förmigem Ende, ein aus Bronzdrähten gedrehter Halsring, vier aus schlechtem Silber gegossene Scheiben mit Anhängsel, ein Ring aus Bronze, Perlen) fügen sich vollkommen dem Fundmaterial ein. Diese Gräber gehören wahrscheinlich der letzten Etappe des gegen Norden belegten Gräberfeldes an. Es sei noch erwähnt, dass die Skelette (der Aussage J. Lichtneckerts gemäss) 312 im allgemeinen O-W gerichtet waren. Die in einem Abstand von 1 m nebeneinander gelegenen Gräber erweckten den Eindruck einer Reihung. Die letzterwähnten Angaben sind deshalb wichtig, wiel bis in die jüngste Vergangenheit die Meinung vorherrschte, dass die beiden (?) Gräberfelder von Maroshegy typisch slawisch seien. 313 Hier möchten wir noch bemerken, dass die meisten Archäologen in topographischer Hinsicht keinen Unterschied zwischen den Gräberfeldern Maroshegy I und II machen. Gy. Acsádi und J. Nemeskéri behandelten diese zwar gesondert, 314 aber bei der Bewertung stellte es sich heraus, dass dies nur eine Täuschung war. 315 Aus diesem Teil des Gräberfeldes steht der Forschung kein anthropologisches Material zur Verfügung. In der Studie von K. É г y und А. К г a 1 о v án s z к у 316 ist dieser Teil des Gräberfeldes von Demkóhegy überhaupt nicht erwähnt. Das erhalten gebliebene Fundgut vom Ende des 10. und vom Beginn des 11. Jahrhunderts bestätigt die Datierung des Gräberfeldes von Demkóhegy. SZÉKESFEHÉRVÁR—RÁDIÓTELEP (Rundfunkstation—Bikasziget) Die Lage des Gräberfeldes kann unbezweifelbar festgestellt werden: es liegt auf dem 120 m hohen, südwestlich von Székesfehérvár, an der Nordseite der nach Urhida führenden Strasse gelegenen Hügel „Bikasziget" (s. Karte). 1923 Wurden 7, im nächsten Jahr 68 Gräber freigelegt. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass das sog. Grab „A", das die Ausgrabungen veranlasst hatte, am Südabhang des Hügels, in der Nähe der Strasse nach Urhida lag. Es war zusammen mit einem 5—6 m weit davon gelegenen, armen, beigabenlosen Grab, in einer Entfernung von etwa 100—150 m von den übrigen Gräbern entdeckt worden. 317 Hier möchte ich auch eine andere Bemerkung A. Maros i's, die einer besonderen Beachtung wert ist, wörtlich anführen: ,,. . .die Gräber des Gräberfeldes lagen von dem von Arbeitern freigelegten Grab (Grab ,,A") 100—150 m weit entfernt und waren Von diesem durch eine sattelförmige Mulde getrennt." 318 Demnach erscheint die Hypothese nicht unbegründet, dass der im Grab ,,A" bestattete Tote auf einen besonderen Platz, fern von dem Gemeinschaftsfriedhof, begraben wurde. Die im Grab zutage gekommenen Funde scheinen dies zu bekräftigen. Es ist zu bedauern, dass eben dieses reiche Grab nicht fachkundig ausgegraben, vielmehr durchwühlt wurde, und nur die auffallend schönen Stücke geborgen wurden. Um derartige Fragen einwandfrei austragen zu können, wären naturgemäss Karten notwendig. Das Fehlen von Karten macht sich bei dem Gräberfeld von Rádiótelep besonders fühlbar, weil dieses — im Gegensatz zu den anderen Gräberfeldern — den Möglichkeiten entsprechend fachkundig freigelegt wurde. Bei den Ausgrabungen war sogar der Anthropologe L. Bartucz anwesend, so dass wir über diese Gräber viel besser unterrichtet sind, als über das Gräberfeld von Demkóhegy. Hier bot sich uns erstmalig die Gelegenheit, bei der Bewertung des Gräberfeldes auch solche Elemente in unsere Untersuchungen mit einzubeziehen, die uns eine Rekonstruktion des damaligen Lebens besser ermöglichen, als es die blosse Charakteristik der Gegenstandstypen vermocht hätte. Vor allem wollen wir das Grab des Mannes, der fern von den anderen, an einem besonderen Platz bestattet wurde, untersuchen. Die Grabgrube war 46 cm tief; der Tote, der im Leben sicherlich ein Mann von Rang war, wurde in seinen Prunkgewändern 319 beigesetzt und mit Beigaben reich ausgestattet. Die vier 0,5 cm breiten Goldblechstücke, die die Arbeiter A. Marosi übergeben hatten, (wir vermuten aber, dass im Grab viel mehr Goldplättchen vorhanden waren) und eine Goldblechscheibe (2,5 cm) lassen auf eine reiche Verzierung des Leichengewandes schliessen. Die Verzierung des Kleides mit Gold312 LICHTNECKERT 1883b :30H, 303 313 FEHÉR 1956:34-36, 1957:276; FITZ 1967:6 314 ACSÄDI—NEMESKÉRI 1959:506-507, 1960:4921, 315 Ibid. 316 ERY—KRALOVÄNSZKY I960 und 1963 317 MAROSI 1923-26:246 318 Fejénmegyei Napló, 5. Oktober 1924 319 DIENES 1956:269, 1957:35 75