Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 4.-5. 1963-1964 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1965)
Tanulmányok – Abhandlungen - Somogyi Árpád: Neuere Beiträge zu der Geschichte der Goldschmiedekunst im Komitat Fejér. IV–V, 1963–64. p. 135–140. t. XXXVII–XLI.
tern und -Werkstätten landauf-landab. Meister aus Komárom, Pozsony, Pest, Buda, Győr hatten für die Gemeinden des Komitates Fejér gearbeitet. Die erste Bestellung an einen Meister von Komárom erging von der Gemeinde Bicske. Im 17. Jahrhundert gaben die edelgeborenen Herren Mátyás Szabó und András Csizmadia von Bicske die Anfertigung eines Abendmahltellers bei György Szentjóbi in Auftrag. Die 1666 fertiggestellte Arbeit ist ein schönes Stück der Spätrenaissance (Taf. XXXVII, 3). Das Blumen- und Blättergeranke, das den Tellerrand schmückt, erspriesst aus einer Renaissancevase und beweist den anspruchsvollen künstlerischen Sinn des Meisters. Szentjóbi war einer der hervorragenden Goldschmiede seiner Zeit. In Komárom nahm er im Zunftleben der Stadt eine ehrenvolle Stelle ein: er war es, der bei dem in Kolozsmonostor abgehaltenen Konvent den Zunftbrief der Goldschmiede von Győr— Komárom bestätigen Hess. Márton Juhász, der Goldschmied von Komárom fertigte 1755 einen Abendmahlteller für die Kirchengemeinde von Tabajd an. Die gravierten Wappen der beiden Donatoren, des damaligen Pastors der Gemeinde, Péter Tudós Örsi Nagy und Péter Böcskei, der für die Kosten aufkam, schmücken den Tellerrand. Ein anderer Meister von Komárom, der im Auftrag des Komitates Fejér arbeitete, war Márton Üveges. Die reformierten Gläubigen von Sárbogárd bestellten 1807 einen Kelch bei ihm. Diese Arbeit von Márton Üveges gehört zu den frühen Arbeiten Empirestils in Ungarn. Den Kelch mit kreisrundem Fuss, den von einem mehrfach gegliederten Baluster getragenen Nodus und die Kelchkuppe, die einer erblühenden Glockenblume gleicht, kennzeichnet eine vornehme Linienführung. Ziselierter Schmuck bedeckt die ganze Oberfläche des Kelches. Den Fussrand schmückt palmettenförmig zusammengefasstes Blätterwerk, Rebengeranke mit Weizengarben dazwischen bildet die Kuppe. Es ist dies der für die Empire-Goldschmiedekunst charakteristische Ornamentenstil, der mit mehr oder minder guter Ausführung von allen ungarischen Meistern angewendet wurde. Der grosse Meister dieser Verzierungsart war József Szentpéteri; eine seiner ähnlich gestalteten Arbeiten blieb in Sárkeresztes im Komitat Fejér erhalten. Die Goldschmiedewerkstätten von Pozsony sind im Komitat Fejér durch die Werke von Daniel Faber und Mathias Tierisch vertreten. Daniel Faber fertigte um die Mitte des 18. Jahrhunderts eine navicula für die katolische Kirche von Bodajk an, M. Tiertsch einen prächtigen Louis XVI.-Kelch im Auftrag der katholischen Kirchengemeinde von Rácalmás (Taf. XL, 3). Der Schmuck dieser Arbeit ist massvoll. Den grossen, kuppeiförmig hochgezogenen Fuss zieren nur bandförmig aneinandergereihte Blüten. Am Knauf wiederholt sich dieses Blütenband, während der Kelch in einer aus Blätterwerk gebildeten Kuppe sitzt. Von den Werken Schiers blieb im behandelten Raum nur eine silberne Votivgabe erhalten und auch Josephus . Gerick ist dort gleichfalls nur durch eine ofera vertreten. Gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts standen die Goldschmiede von Pest in ständigen Beziehungen zu dem Komitat Fejér. Dies versteht sich von selbst, da doch zahlreiche Wege aus dem Komitat unmittelbar nach Pest führen. Im 18. Jahrhundert arbeiteten Josephus Schätzl, Josephus Pasperger und Emericus Luhisics für das Komitat, Ein Kelch Schätzls befindet sich in der katholischen Kirche von Bicske, der bereits den massvollen, bereits abgeklärten Barockstil vertritt (Taf. XXXVIII, 2). Luhisics hatte den reformierten Gläubigen von Cece einen Abendmahlkelch angefertigt, der gleichfalls schlicht und massvoll ist (Taf. XXXVIII, 3). Die reformierte Kirche von Enying besitzt einen Kelch von Pasperger (Taf. XXXVIII, 4). Er ist im Louis XVI. Stil gehalten und war bereits — wie es die Marken bezeugen — 1785 fertig. Doch wurde er von der Kirchengemeinde von Enying erst 1802 erstanden. Im Komitat blieben noch mehrere kleinere Arbeiten Paspergers erhalten, zu denen auch die ofera von Bodajk zählen. Erwähnen möchte ich das besonders kunstvolle Relief, das eine antikgewandete Mutter mit einem Kind im Schoss darstellt. Ein Abendmahlteller des Pester Goldschmiedes Leopoldus Fischer ist in Cece: Johannes Krieck hatte 1815 zwei gleichförmige Kelche für die reformierte Kirche von Szilasbalhás (jetzt Mezőszilas) angefertigt (Taf. XXXIX, 3). Der Abendmahlkelch der reformierten Kirche von Felcsút ist eine Arbeit von Josephus Prandtner. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten aber zählen die silbernen Kirchengeräte der katholischen Kirche von Väl (Taf. XLI, 4). Die Lokalforschung unseres Komitates hatte zu der Biographie von József Szentpéteri einen beachtlichen Beitrag geliefert. Die Stadtmarke bezeugt, dass er 1832 der reformierten Kirche von Sárkeresztúr einen Kelch anfertigte (Taf. XLI, 1). Beachtenswert ist, dass dieser Kelch in Form und Ausschmückung dem kurz zuvor von Franciscus Günther, dem Goldschmiedemeister von Székesfehérvár gearbeiteten Kelch getreu nachgebildet wurde (Taf. XLI, 2). Günthers Kelch datieren die eingestempelten Marken auf 1830, somit entstand der Kelch zwei Jahre früher. Es ist allgemein bekannt, das^ vornehmlich in grösseren reformierten Kirchen die Verteilung des Abendmahles aus zwei Kelchen erfolgte. Wenn hiezu unterschiedliche Kelche verwendet worden wären, 137