Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 4.-5. 1963-1964 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1965)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bánki Zsuzsanna: Villa II von Tác. IV–V, 1963–64. p. 91–127. t. XI–XXXIV.

tantius Chlorus) wurde unter dem Fussboden­belag entdeckt; im Kanal des Raumes 13 fan­den sich die kleinen Bronzemünzen des Cons­tantinus I., des Constantius Gallus und Iulianus: aus dem Heizkanal konnten die Mittelbronze von Vespasianus und Traianus, zusammen mit je einer kleinen Bronzemünze des Constantius II. und Valentinianus I. geborgen werden. Die Verteilung der Münzfunde beschränkt sich vor­nehmlich auf den nördlichen Trakt der Villa (Taf. 2), u. zw. auf die Räumlichkeiten 8, 10, 13/b und 14/a kamen Münzen von fast allen ge­nannten Herrschern vor. Die Münzen des Constantinus I., Licinius, Constans, Constantius IL, Constantius Gallus,. Iulianus, Iovianus lagen zum Teil auf Fuss­bodenniveau oder kamen aus dem Kanal, der Raum 13/b in NO-SW-Richtung durchquert, zutage. In anderen Räumen fanden sich nur aus­nahmsweise Münzen. Es ist anzunehmen, dass Auf unserem Grabungsgelände war der Villa eine einheimische Siedlung vorangegangen. Dies wird zum Teil durch einige frühzeitliche Münz­funde bestätigt, aber auch durch ein angren­zendes Gräberfeld. Nach einer zeitweiligen Sto­ckung der Geldzufuhr kann erst in den dreissi­ger Jahren des 4. Jahrhunderts wieder ein re­gerer Geldverkehr beobachtet werden. Auf Grund der Münzfunde kann demnach der Bau der Villa auf diese Zeit datiert wer­den. Die Zeit, da sie nicht mehr bewohnt war, fällt auf den Beginn der Regierungszeit Valen­tinianus I. Münzen des Iulianus und Iovianus treten in der Provinz in der bekannten Zahl auf. Die frühzeitlichen Münzenserien von Va­lentinianus L, die anderswo reichlich vorkom­men, begegnen hier nur in geringer Anzahl und in Schichten oberhalb des Fussbodens. Auch die späteren Serien sind nur mit zahlenmässig we­nigen Stücken vertreten und kamen in ver­schiedenen Ebenen zum Vorschein. Diese müs­sen zusammen mit den im Gelände des Gräber­feldes gefundenen Münzen naturgemäss als Streufunde behandelt werden. In Anbetracht des oben gesagten und des Umstandes, dass Gratianus-Münzen (seit 367) nicht mehr auf­treten, kann die Zeit, da die Villa verlassen oder zum Teil zerstört wurde — obwohl Brand­spuren nirgends festgestellt werden konnten — mit dem Einfall der Sarmaten und Quaden im Jahre 365 in Zusammenhang gebracht werden, 115 M .R. ALFÖLDI, Intercisa I. Arch. Hung. 33 (1954) 118-142; 121. es repräsentative Räume waren. Bis zu einem gewissen Grade trug der Umstand, dass es sich um ein gestörtes Gelände handelt — da doch ;: das Wohnhaus des Weingärtners den Südwest­e trakt, die Wirtschaftsgebäude aber die Ostfront t der Villa überlagerten — mit dazu bei, dass s hier keine Münzen gefunden wurden. Die Mün­э zen, die im Bad zum Vorschein kamen, gelang­ten möglicherweise anlässlich eines Umbaues i dorthin. , Bei dem Umfang des Objektes ist der Münz­fund als beträchtlich anzusprechen: insgesamt konnten zusammen mit den Streufunden 233 , Stück geborgen werden. ,-.• Es ist allgemein bekannt, dass von 320 an der Geldverkehr Pannoniens zunahm. 115 Dies с hängt allerdings mit einer allmählichen Geld­entwertung zusammen, bestätigt aber auch gleichzeitig die wachsende Bedeutung Pannoni­ens als Grenzschutzgebiet, das vornehmlich 5 unter Constantius II. in Erscheinung trat. über den Ammianus Marcellinue berichtet (XXVI, 4, 5). 116 Eine Untersuchung der Münzfunde ergab, dass die Villa gegen Ende der Regierungszeit Constantinus I. erbaut worden w r ar, d. h. um 330. Doch gehört der überwiegende Grossteil des sonstigen Fundmaterials dem 2—3. Jahr­hundert an, und stammt aus der Schichte unter dem Fussboden. Ein Teil der Terra sigillaten, der eingestem­pelten Keramik, der bemalten und grauen Ha­uskeramik gehört nicht zum Leben der Villa, ist als terminus post quem zu behandeln, (bei­spielsweise die im Katalog unter IV. а ; 1, 13, 23; b/4, 13, 14, 16; c/2, 6; d/7, 8 angeführten Funde). Beachtet wurden vor allem jene Funde, die aus verhältnismässig intakten Teilen des sonst stark gestörten Geländes zum Vorschein ge­kommen waren. Der 1 x 5 m grosse Suchgraben, mit dem wir den Terrazzoboden in Saal 5 durchschnitten, brachte hauptsächlich Keramik­scherben aus dem 2. Jahrhundert zum Vor­schein. Fundmaterial des 4. Jahrhunderts —­über dem Fussboden der Villa — ist in viel geringeren Mengen vorhanden, weil die obere Bodenschichte stark gestört ist. Somit sind die Erkenntnisse, die aus den Münzfunden hinsicht­lich der Erbauung der Villa abgeleitet werden konnten, durch die zutage gekommenen Kera­mikreste bestätigt. 116 A. ALFÖLDI, Budapest im Altertum 2 (1942) 683. V. GESCHICHTLICHE ZUSAMMENFASSUNG 123

Next

/
Thumbnails
Contents