Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 1. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1960)

Tanulmányok – Abhandlungen - Vágó Eszter, B.: Kelten- und Eraviskengräber von Nagyvenyim und Sárkeszi. I, 1960. p. 43–62. t. XXIX–XLI.

61 Abb. 12. Bemaltes Gefäss Nr. 2 von Aquincum bemalt. Bei den Gefässen von Lovasberény und Tokod sind die Dreiecke abwechselnd schwarz bemalt und schraffiert. Bei den Gefässen Aquincum Nr. 1 und Nr. 2. ist das Anfangsmotiv ein Gittermuster. Bei dem Gefäss Nr. 1 aus Aquincum und dem aus Nagyvenyim Nr. 1 füllen den zweiten Streifen Spiralen aus. Bei den Gefässen von Lovasberény und Aquincum Nr. 2. folgt dem Anfangsmotiv ein umlaufender Streifen. Bei dem Gefäss aus Tokod beginnt unmittelbar unter­halb des Anfangsmotivs das zentrale Bildfeld. In dem zentralen Bildfeld erscheinen die laufen­den Tiere, die durch stilisierte Tannen, durch Sonnen­scheiben, geometrische Formen, Spiralen oder pflanz­liche Ornamente von einander getrennt sind. Auf dem Gefäss von Tokod befindet sich die Darstellung einer Frauengestalt, neben der wir ein begonnenes geomet­risches Muster sehen. Hier wirft sich unwillkürlich die Frage der Bedeutung der Menschengestalt in der Komposition auf. Der abschliessende Streifen der Gefässe von Nagyvenyim und Aquincum Nr. 2 trägt zwischen zwei umlaufenden horizontalen Streifen senkrechte Striche. Dieses abschliessende Motiv kommt aber auch auf den Gefässen von Lovasberény und Aquincum Nr. 3 vor, doch ist hier die Strichlierung etwas schräg. Bei dem Gefäss Nr. 1 aus Aquincum besteht das Abschlussmotiv aus nebeneinander gestellten Dreiecken, wobei die Verlängerung der Seitenlinien die Abgrenzungslinien des Bildfeldes überschneidet. Bei den Gefässen aus Nagyvenyim und Aquincum Nr. 1 verzieren auch unter dem abschliessenden Streifen angebrachte Wellenlinien den Unterteil des Gefässes. Vermutlich wurden die bemalten Gefässe in einer Werkstatt in der Nähe von Aquincum angefertigt, von wo sie dann in die Provinz gelangten. Annehm­barerweise befinden sich noch zahlreiche bemalte Gefässe in der Erde vergraben, doch sind die bereits gehobenen nicht nur vom Blickpunkt der Archäologie von Bedeutung, sondern sind zugleich ein erneuter, wichtiger Hinweis auf die Kunst der Eravisker. Unter den Meistern der bemalten Keramik kön­nen wir bis nun drei Gruppen unterscheiden. Die Gefässe von Nagyvenyim und Lovasberény sind Werke der bedeutendsten Meister: ist doch auf diesen Gefässen die Formgebung der Tiere, die schwungvolle Darstellung des Rennens vollkom­men. Wahrscheinlich stammen beide Stücke von ein und derselben Meisterhand. Jendenfalls handelt es sich hier um Ornamente, die vollständige Fertigkeit und Technik des Zeichnens voraussetzen. Bei den Keramiken von Nagyvenyim wird der Raum oberhalb der Tiere mittels Spiralen ausgefüllt. Desgleichen können wir im Feld unter den laufenden Tieren beobachten. Auf dem Topf von Lovasberény, der bedeutend kleiner ist, als das Gefäss von Nagyvenyim, bewegen sich die Tiere in einem freien Feld. Es sind dies auffallend schöne Tiergestaltungen. Den Maler des Gefässes von Tokod würde ich einer ganz eigenen Gruppe zuteilen: nicht nur, weil er sich an die Darstellung eines Menschen heran­wagte, sondern weil er auch am System des Malens ändert. Dem Anfangsmotiv folgt sofort das zentrale Bildfeld. Der Meister von Aquincum arbeitete nicht mehr mit einer so> sicheren Hand, wie der Schöpfer des vorhin genannten Werkes. Noch bezeugt die Zeich­nung der Spiralen und der pflanzlichen Ornariiente zwischen den Tieren einen Meister vom Fach. Doch gelang; ihm die Darstellung der Tiere beiweitem nicht so vollkommen, wie die Gestaltung jener auf den Gefässen von Nagyvenyim und Lovasberény. Das Gefäss Nr. 2 von Aquincum wurde von einem weniger befähigten Meister angefertigt. Nicht nur die Ausarbeitung des einleitenden und ab­schliessenden Motivs ist weniger ansprechend, auch die Darstellung derselben scheint Schwierigkeiten verursacht zu haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich hier um weniger gut gelungene Ko­pien von Meisterwerken. Die bemalten Gefässe, die bis zum Vorschein gekommen waren, stammen zumeist aus Gräbern. Über die Fundumstände des Gefässes Nr. 2 von Aquincum wissen wir nichts: möglich, dass es sich hier ebenfalls um eine Grabbeigabe handelt. Gefäss Nr. 1 lag in Scherben in der Abfallgrube des Bades von Papföld. Auch von Gefäss Nr. 3 aus Aquincu n besitzen wir nur Bruchstücke. In der Tokoder Siedlung konnten ebenfalls nur Gefässbruchstücke geborgen werden. Daraus ergibt sich die Folgerung,

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