Fülöp Gyula (szerk.): Festschrift für Jenő Fitz - Szent István Király Múzeum közleményei. B. sorozat 47. (Székesfehérvár, 1996)
Zs. Bánki: Wangemälde in Gorsium (Fresko-Haus)
Abb. 16 nerhalb des Quadratnetzes gleichsam ein diagonales Gesamtmuster (Abb. 20). Datiert vom letzten Viertel des 3. Jh., findet sich eine reichere Variation des Deckenmusters, auf schwarzem Grund rote, gelbe und blaue Kreise (Durchm.: 13 cm) in Virunum (Kenner-Pra- SCHN1KER 1947, 175, Abb. 154-156). Aus einer villa rustica in Allaz (Abb. 21 ) ist aus der 2. Hälfte des 3. Jh. ein Deckenfragment mit Kreisen (Durchm.: 18 cm) bekannt (Drack 1950, 39, Abb. 162, Beilage 5). Stilverwandte Motive sind an Freskofragmenlen aus Amiens (Abb. 22) (Állag 1983, 197, fig. 10) und Avenches (Abb. 23) (Drack 1986,60, Abb. 48-49) sowie an der Decke eines market hall vom 3. Jh. aus Leicester (Abb. 24) zu beobachten (Davey 1972, 264, fig. 11). Ähnliches Material publiziert Claudine Állag (Abb. 25) aus einem Bad in Orléans. Muster: konzentrische Kreise in netzartiger Anordnung. (Állag 1983, 191). Die Motive wurden zunächst mit einem Zirkel. sodann mit eingeritzten Linien fixiert. Spuren dieser Methode sind auch an unseren Stücken aus Gorsium zu entdecken. Der Innendekoration der beiden Räume von Gorsium ähnli che Verzierungen finden wir noch an zahlreichen Stellen, z. B in Carnuntum (Brandenstein 1958, 20-21, Taf. Vll/f-h), Haus VI: bräunlich roter Kreis in grauschwarzem Rahmen (Abb. 26), am Fundort Goritschach in Kärnten (Kenner 1950,168), in der Pamdorfer Villa (Saria 1951,62), wo die Räume III und X rote und blaue Kreise mit einem schwarzen Doppelkreis umrahmt sind. In Augusta Rauricorum roter Kreis, gleichsam der Kern einer stilisierten Blume mit grünen und gelben Blättern (Drack Abb. 17 1950,89, Abb. 80), aus einer villa rustica in Kirchberg schwarzer Kreis mit rotem Punkt in der Mitte (Ibid., 51, Abb. 18), ebenfalls aus einer villa rustica in Döttingen Bruchstücke, verziert mit rot umrandeten schwarzen Kreisen auf weissem Grund (Ibid., 77, 'Abb. 60). In der Fachliteratur wird diese Art der Wandbemalung aus dem Orient hergeleitet (Kenner-Praschniker 1947, 222), mit hellenistischen Wurzeln, u. a. als Modetrend von Alexandria (Kenner 1950,168; Póczy 1958, 129), vor allem bei Deckengemälden und in Mosaikverzierungen des Fussbodens. Die erwähnten Analogien stammen grösstenteils aus dem 3. Jh. Laut H. Kenner wäre diese Dekorationsmethode für die 2. Hälfte des 3. Jh. - 4. Jh. bezeichnend. (Im Mosaik besteht sie im Orient noch im 5.-6. Jh.) (Cf. Chéhab, 1958, 166, Pl. CVI) Gewiss gilt der von H. Kenner angegebene Zeitpunkt für da; Imperium ganz allgemein, doch im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Gebäude, welches schon in der 1. Hälfte des 3. Jh. existierte - es brannte tatsächlich im Jahre 260 infolge eines Angriffes der Roxolanen ab (Brandspuren sind am Fresko deutlich erkennbar) - die Anwendung des Musters ist also zeitlich früher anzusetzen. Vermutlich weniger weitverbreitet in Wurzeln und Vorbildern, existierte es immerhin im 1. Jh., z. B. im Haus des Pinarius Cerealis in Pompei (Schefold 1962, Taf. 140), oder im ausgehenden 2. Jh., an einer Decke aus Verulamium (Davey 1972, 254, Abb. 2). Mit der Herrschaft der Severi erhielt diese Stilrichtung einen neuen Schwung. Wie K. Póczy im Falle von Aquincum aus dem Erscheinen orientalischer Elemente auf die Ansiedlung vorderasiatischer Maler schliesst (Póczy 1958, 124) können auch wir nicht ausschliessen, dass sich solche auch in anderen Städten der Provinz, so auch in Gorsium, betätigt haben. Abb. 18 36