Farkas Gábor: Szabadhidvég története – István Király Múzeum közleményei: B sorozat 22. (Székesfehérvár, 1962)

( auch unter den Arbeitern, die bei der Sió-Regulierung arbeiteten, rege Streikstimmung­in 1922 wurde die einheitliche Verwaltung eingeführt. Nun fiel es der Führerschaft der Gemeinde zu, alles, was in den letzten 50 Jahren versäumt worden war, mit schnellem Eingreifen nachzuholen. Ihre Plane konnten einerseits wegen der Politik der zwanziger und dreissiger Jahre, andererseits wegen der Rüstung vor dem zweiten Weltkrieg nicht verwirklicht werden, obwohl es gelang wenigstens etwas — so z. R. die Elektrifizierung — durchzuführen. Nach der Befreiung war die Führerschaft des Dorfes, die sich aus Vertretern der demokratischen Parteien heranbildete, bestrebt, die Vorbedingungen zur Schaffung eines neuen Lebens zu verwirklichen. Bei Durchführung der Bodenform wurden aus den landwirtschaftlichen Arbeitern und Knechten Klein und Mittelbauern; die mit grossem Schwung einer unsicheren Zukunft zusteuerten. Das nachherfolgende anderthalb Jahrzehnt war die Zeit der revolutionären Umwälzungen. Die neuen Grundbesitzer begannen die landwirtschaftlichen Arbeiten mit geringer Zugkraft und konnten sich erst nach einigen Jahren erholen- Die äusseren Siedlungen des ehema­ligen Grossgrundbesitzes wurden lebensfähige Gemeinden der neuen Be­sitzer: in 1948 lebten in Pélpuszta 450, in Rebecpuszta 260, in »der Mei­erei Oroszi 200 Seelen. In 1948 wurde die Schule der Reformierten und der Katholiken verstaatlicht, die einstige Schule des Dominiums in Pél­puszta erhielt eine Beisteuer von der Gemeinde und schliesslich wurde in 1947 in Meierhof Oroszi eine Grundschule errichtet. Zur Schaffung einer grosszügigen landwirtschaftlichen Produktion machte man in 1949 die ersten Schritte: die erste LPG bildete sich in Rebecpuszta durch Beitritt von 15 Ramilien. Ihr ganzes Vermögen bestand aus 150 Katastraljoch Boden, 2 Paar Pferden und einer. Kuh. Durch staatliche Subvention konnte sie sich kräftigen und auch die Zahl der Mitglieder wuchs. In 1950 wurde in Oroszi im Meierhof Nándor ein staatliches Dominium ins Leben gerufen, das seine Bodenfläche — infolge der Verzichtleistungen auf die Acker-noch vergrössern konnte. Die zu Beginn der fünfziger Jahre angetriebene grosszügige Industrialisierung zog viele landwirtschaftliche Arbeiter in die Industriezentren, in die Städte. Die sozialistische Organi­sation der Landwirtschaft erfolgte in 1959; nun trat die ganze Bauern­schaft der Dörfer den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften bei- Zur Zeit sind zwei landwirtschaftliche Betriebseinheiten im Gebiete der Gemeinde: die LPG Vörös Csillag (Roter Stern) und das staatliche Dominium in Pélpuszta. Die Zahl der verdienenden Werktätigen ist 926, und 688 von diesen arbeiten in der Landwirtschaft. 56

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