Gunda Béla et al. (szerk.): Ideen, Objekte und Lebensformen. Gedenkschrift für Zsigmond Bátky - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 29. (Székesfehérvár, 1989)

László Lukács: Feuerstätten im ost-transdanubischen Haus

Scherben, Glasscherben und Alteisen gelegt, damit die Wärme erhalten und gleichmäßig verteilt wird. Die Ofen­wand und das Gewölbe waren aus Lehm oder Ziegeln. Die Wandstärke entsprach der Breite eines Lehmziegels oder Ziegelsteines, damit die dicke Wand die Wärme besser hält. Nachdem das Gewölbe fertig war, wurde dem oberen Ofenteil durch Lehmverputz eine eckige Form verliehen. Es gab nur selten eine Ofenbank, allenfalls eine ganz schmale vorne, an die man beim Brotbacken die Backschau­fel stützte. Im Ofendach befand sich ein runder oder viereckiger Rauchabzug, aus dem der Rauch in den offenen Schornstein zog. Die Mündung war durch die innen aus Lehm, außen aus Blech gefertigte Backofentür verschlossen. Meine Gewährsleute betonten allerdings, die Blechtür sei nur „zur Schau“ dagewesen; die Backofentür aus Lehm ließ die Wärme aus dem Backofen nicht entweichen (Sár­bogárdi. Der Backofen in der Küche diente vor allem im Sommer zum Brotbacken. Er wurde mit Maisstroh geheizt, dessen Blätter das Vieh bereits abgefressen hatte (üzékszár). Davon reichten 2—3 große Garben zum Brotbacken. In der Gegend des Velencer Sees wurde auch mit Schilfrohr, in den Dörfern des Mezöföld-Gebietes mit Tabakkulturen auch mit entblätterten Tabakstengeln geheizt. Es wurde ungefähr eine Stunde lang fortlaufend geheizt, das Feuer brannte stets nur an der einen Ofenseite, um die andere durch die heiße Luft aufzuwärmen. Unter der Asche und der Glut wärmte sich der Ofenboden nur schwerer auf. Während der Beheizung wurde dieser Wechsel zwischen den beiden Seiten etwa achtmal vorgenommen. Im Back­ofen der Küche hatten 4—6 Brote Platz. Gelegentlich wurde ein kleiner Wecken in einem „Backblech“ auf einem eisernen Dreifuß in der Ofenmündung gebacken. Zum Backofen gehörten folgende Geräte: Rührstock, Ofen­krücke, Staufenbesen, Backschaufel. Mit der Ofenkrücke (ein Stück Brett mit Holzstiel) zog man die Asche und die Glut beiseite, während der angefeuchtete Staufen­besen (an einen Holzstiel festgebundene Maisblätter) dazu diente, vor dem Brotbacken den Ofenboden aufzukehren. Zu diesem Zweck wurde auch ein abgenutzter Hirsenbesen benützt, den man nur ganz wenig anfeuchten durfte, damit der Backofen nicht abkühlte (Igar). Aus dem Komitat Veszprém berichtete Aurél V a j k a i : „An die Seite des mittleren Backofens wurde ein kleiner Backofen „geklebt“, der kleiner war als der erstere (im mittleren hatten 10, im kleinen nur 4 Brote Platz, darin wurde eher Gebäck gebacken), aber höher als jener...“ (1940, 313—313.) Einen solchen kleinen Backofen konnte ich nur in Füle in der Küche (mit offenem Schornstein) des zweiten Teiles des Hauses Széchenyi Str, 107 finden. Hier stand einst in der Mitte der Küche ein großer würfelför­miger Backofen zum Brotbacken, mit dem Boden 25—30 über dem Fußboden. Dieser wurde zwar abgerissen, doch rechte davon blieb der kleine Backofen (höher als der große) erhalten. Der nur aus Lehm gefertigte Boden be­fand sich 65 cm über dem Fußboden. Seine Gesamthöhe betrug 132 cm, seine Grundfläche nur 60X120 cm. Vorn befand sich eine schmale Ofenbank. Ursprünglich wurde darin nur Kuchen, Strudel oder Plätzchen gebacken; in den 1960er Jahren, nachdem der große Backofen schon abge­schafft war, jedoch auch Brot. An den kleinen Backofen angebaut, steht rechts in der Ecke ein Kesselofen. Da sich die Form des abgerissenen großen Backofens sowohl an der Wand wie auch auf dem Fußboden deutlich abzeichnete, wurde er 1985, als das Haus als Baudenkmal rekonstruiert wurde, erneut aufgebaut. 3. Offene Herde, Kesselöfen In Dudar stand der Backofen, laut Sándor É b n e r, „in der linken Küchenecke, mit einer Ofenbank vorn und einer rechts, dieser folgte der offene Herd an der hinteren rechten Küchenseite, der mit dem Kesselofen endete“ (1933, 4). Über dem breiten offenen Herd befand sich die Heizöffnung des Wärmofens der Stube mit Hinterlader­prinzip. An das Ende des offenen Herdes wurde aus Lehm ein einfacher Kesselofen angebaut, in dem Wasser auf­gewärmt, Schmalz ausgelassen oder Mus gekocht wurde. In Jásd und Bakonycsernye befand sich an beiden Seiten der Rauchküche ein breiter offener Herd, mit je einem U-för­­migen Kessel in der Küchenecke an beiden Enden. Die beiden offenen Herde waren vermutlich durch eine Feuer­bank verbunden. Auf dem offenen Herd wurde entweder auf offener Flamme in Tongefäßen oder auf einem eisernen Dreifuß in gußeisernen Schüsseln gekocht. Gab es größere Mengen zu kochen oder sollte mehr Wasser aufgewärmt werden, benutzte man einen Kupferkessel, der in den Kesselofen gestellt wurde. Über dem offenen Herd befand sich die Heizöffnung des Stubenofens (pec) (Ébner 1933, 8—11). Diese offenen Herde und Kesselöfen waren aus Lehm gebaut. Auch in den Küchen mit offenem Schornstein finden wir offene Herde an beiden Seiten vor der Heizöffnung der Stubenöfen. Ihre Höhe beträgt ungefähr 70, ihre Breite 50 cm. Sie wurden aus Lehmziegeln oder gestampftem Lehm gebaut, die Seiten waren weiß getüncht. In den Dörfern des Mezöföld-Gebietes lebt noch die Erinnerung an das Kochen auf offenem Herd. Dieses Verfahren, im vergangenen Jahrhundert noch ganz allgemein, in diesem Jahrhundert nur mehr sporadisch, wird durch verschiedene, altherge­brachte Küchengeräte (Feuerbock, Dreifuß, Rost) bezeugt, die auf dem Dachboden alter Häuser zu finden sind (Inota, Csákvár, Velence, Füle, Soponya, Mezőkomárom, Duna­­pentele). Über diese Herdgeräte, die er im Museum von Székesfehérvár untersuchen konnte, schrieb Béla G u n d a in einem ethnographischen Artikel: „Um den Feuerbock wird das Holz aufgeschichtet, damit es besser brennt. Neben das brennende Holz stellte man die Tongefäße. Der eiserne Dreifuß ist auf offenen, bankförmigen Herden gebräuch­lich. Darauf stellt man die Tongefäße. Dieses Gerät ist wahrscheinlich aus dem Westen hierher gekommen. Auf dem Rost wird Fleisch gebraten, sowie die Vorgänger des Brotes, der Flammkuchen und Brotkuchen, gebacken. In entlegenen Orten sind diese Geräte auch heute noch gebräuchlich.“ (1933a, 62). Am einen Ende schließt sich dem offenen Herd gewöhnlich der Kesselofen an. In man­chen Ortschaften ist der Kesselofen vom offenen Herd noch kaum getrennt, d. h., unter dem Kochkessel brennt das Feuer an der einen Seite im völlig offenen Raum, auf dem Herd sozusagen. Diese einfachen, aus Lehm gebauten Kesselöfen sind gleichförmig mit den U-förmigen Kessel­öfen der Rauchküchen. Die vom offenen Herd schon deut­licher getrennten Kesselöfen sind prismatisch. Sie sind aus 98

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