Gunda Béla et al. (szerk.): Ideen, Objekte und Lebensformen. Gedenkschrift für Zsigmond Bátky - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 29. (Székesfehérvár, 1989)

Sona Švecová: Beitrag zur Konstruktion des Dachgerüstes in der Slowakei

Abb. 6.: Detail des Umgebindes in der Südwestslowakei, Foto von Juraj Podoba, 1979 Konstruktion, als ein zweckmäßiges Bauelement, das sie zu maskieren, nicht hervorzuheben bemüht sind. Das primäre Umgebinde, das bereits an Neubauten entstand, finden wir an den ältesten, als Lehmstampfbau­ten oder aus luftgetrockneten Lehmziegeln erstellten Häu­sern. Vereinzelt kommt es auch an erhaltenen Blockbauten vor. Geflochtene Wände haben wir im untersuchten Gebiet schon nicht mehr gefunden, die Zeitgenossen bestreiten eine Anwendung des Umgebindes. Das sekundäre Umgebinde ist, sofern der Dachstuhl genügend gestützt wurde, gegenwärtig häufiger. Es kommt größtenteils an Bauten vor, wo man die leichte Stroh­eindeckung gegen schwerere feuerfeste Dachziegel aus­tauschte. In der Konstruktion unterscheiden sie sich nicht von den primären Umgebinden. Die Verbreitung der primären Umgebinde in der Süd­westslowakei kann die Zusammenhänge dieser Konstruk­tion mit den Wänden und dem Dachgerüst klarmachen. Das Kernstück dieses Gebietes bildet die sandige Land­schaft westlich der Kleinen Karpaten, die von Föhren­wäldern bedeckt ist. Weiter westwärts greift das Umge­binde auf Südostmähren, in das untere Marchtal über. Östlich reicht es über die Kleinen Karpaten bis in die Donauniederung. Je nach den unterschiedlichen Bau­bedingungen ändern sich auch die lokalen Ansichten über den Zweck dieser Konstruktion. Im sandigen Gebiet der Südwestslowakei betont man die unzureichende Festigkeit der Lehmwände. Das Umge­binde bei Blockbauten, die sich in diesem Gebiet vereinzelt erhalten haben, erklärten die Einwohner damit, daß dies sekundäre Säulen sind. Diese Ansicht läßt sich schon nicht mehr überprüfen. Das Umgebinde um alle Block­bauten ist tatsächlich vorhanden und niemand erinnert sich an ihren Bau. Größtenteils sind es Ställe, für die man Lehm nicht als geeignetes Material ansah. In Südostmähren, wo sich Blockwände schon nicht mehr erhalten haben, befanden sich Umgebinde an Lehmbauten von Häusern und Ställen. Obgleich der Lehmboden hier fest ist, begründet man das Umgebinde mit dem feuchten Boden, der die ohne Fundamente (ohne Untermauerung) erbauten Lehmwände feucht werden ließ. An der Ostseite der Kleinen Karpaten und in der Donau­niederung, wo guter Lehmboden und auch trockene Grund­stücke vorhanden sind, verteidigte man das Umgebinde mit weiteren Mängeln der Lehmbauten. Auch hier haben sich Blockhäuser nicht erhalten. Schließlich beseitigte man im südlichen Ausläufer des Gebietes die Säulen nach einigen Jahren, sobald die Lehmwände ausgetrocknet waren. Als großer Vorzug des Umgebindes wird auch der Um­stand angesehen, daß sich die Säulen im Laufe der Zeit auswechseln ließen. Dies tritt im Vergleich mit der Rahmen­konstruktion der ohne Umgebinde erbauten dortigen Scheunen und Heuhütten hervor. Die angeführten Gründe für den Bau eines Umgebindes sind also unterschiedlich. Einmal ist es die Qualität der 61

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