Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)

Zs. Bánki: Bemerkungen zum Lararium von Sárszentmiklós

Alba Regia, XXI, 1984 Zs. Bánki BEMERKUNGEN ZUM LARARIUM VON SÁRSZENTMIKLÓS In der Ausstellung „Römische Bronzeindustrie in Pan­nonien“ können wir drei Funde sehen, die mit je einem La­rarium in Verbindung gebracht werden können. Es handelt sich um die Funde von Tamási, Nagydém und Sárszent­­miklós. Der Fund von Tamási (Taf.XL) kam 1941 im südöstli­chen Teil der Ortschaft, in der Nähe einer römischen Strasse in einer Grube zum Vorschein (Csalog 1944—45,193). Das beste Stück ist eine 33 cm hohe Bronzestatue der Concordia, die vis-à-vis auf einem Thron sitzt. Laut Edith Tho­mas handelt es sich um das Produkt einer norditalieni­­schen oder rätischen Werkstatt aus dem 1. Jh. (Thomas 1963, 6-10). Das zweite Stück ist eine 22 cm hohe Statue des Iup­­piter im hellenistischen Stil, eine Arbeit aus dem frühen 2. Jh. (ibid., 10—12). Der mit den Statuen zusammen entdeck­te Bronzekrug weist eine italische Form nach alexandrini­­scher Einwirkung auf, ein beliebter Typ im l.und 2. Jh. (ibid. 12). Laut Feststellung von Edith Thomas stammt der Fund aus Frühphase der römischen Okkupation und ge­hörte zum Lararium einer Person italischer Herkunft; aufgrund der Villenspuren in der Umgebung von Tamási dürfte das Lararium Teil einer Villa gewesen sein (ibid.). Den zweiten Fund von Tamási, eine Statuette der Athena, brachte der Pflug mitsamt zahlreichen Keramikscherben, Dach- und Bodenziegelfragmenten zum Vorschein; lassen die Fundumstände zweifellos auf eine Villa schliessen. Der Figur wurde im zweiten Drittel der 2.Jh. hergestellt, in der Werkstatt eines italischen Künstlers oder eines in Italien ausgebildeten Meisters aus Virunum (ibid., 16). Beide Funde dürften anlässlich der Kriegsgeschehnisse unter Marcus Aurelius vergraben worden sein, nicht später als Mitte des 2.Jh. (ibid. 18). Der zweite, mit einem Lararium zusammenhängende Fund (Taf. XL1, 1) der Ausstellung stammt aus Nagydém, Komitat Veszprém (Thomas 1965,9—13). Die 24 cm hohe Lar Statue auf einem 8 cm Sockel ist ein besonders schönes, klassisches Stück, laut Edith Tornas das Produkt einer Werkstatt in Süditalien zu Beginn des l.Jh. unter Augus­tus (ibid., 15—21). Mit ihren hellenistischen Markmalen könnte auch die Apollo-Figur aus Süditalien stammen, doch die kräftige griechische Formgestaltung schliesst auch eine balkanische Vermittlung nicht aus. Die Arbeit kann auf die Regierungszeit von Augustus, bzw. die erste Hälfte des 1. Jh. datiert werden (ibid. 21). Der zum Lararium behören­­de Krug ist ein Produkt aus Gallien; dasselbe dürfte auch für einen Teil der Lampen gelten. Als Eigentümer des Fun­des können wir eine italische Person aus dem Ritterstand betrachten, der die häuslichen Gottheiten seiner Ahnen in seinen neuen Besitz mit gebracht hatte (ibid. 23). Vorangehend sprachen wir also von nicht provinziellen kleinplastischen Werken, die auf den Besitzungen vor Per­sonen italischer Herkunft zum Vorschein kamen, einer Villa angehörten und hauptsächlich in Italien hergestellt wurden. Ganz anders verhält sich die Lage mit den Statuetten von Sárszentmiklós (Taf. XLI, 2). Bedauerlicherweise kamen auch diese Stücke nicht durch Ausgrabungen, sondern durch Pflügen zum Vorschein, in der Flur der Ortschaft Sárszent­miklós (Komitat Fejér). Auf dem als Fundort bezeichneten, ausgedehnten und vollständig flachen Getreidefeld gab es keinen weiteren durch Funde, Scherben und andere erfass­baren Anhaltspunkt. Aus derselben Ortschaft sind der Wissenschaft bedeutungsvolle Funde bekannt und auch der weitere Umkreis der Siedlung ist ähnlich reich an Relikten (neuerdings wurden beispielsweise im benachbarten Sár­­bogárd Überreste eines Wagens gefunden — ein kleiner Teil des Materials konnte geborgen werden (Notgrabung von Béla Jungbert). Das Lararium von Sárszentmiklós besteht aus fünf Sta­tuetten (Bánki 1972,19—25): 1. Venus: auf zylinderförmigem Sockel stehende unbekleidete Figur, die Beine ein wenig auseinandergespreizt, das linke Bein im Knie eingebogen, als würde es einen Schritt machen, Kör­pergewicht auf dem rechten Bein. An beiden Seiten des Kopfes ein Diadem mit Scheibenverzierung, zwei lange Locken des in der Mitte gescheitelten Haares schmiegen sich an den Hals, 6* 83

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