Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)
J. Bouzek - J. Ondrejová: Die römische Bronzer der Sammlung Nostitz
lierten Hand Schild. Die Authentizität dieses Stücke ist nicht ganz gesichert, aber wahrscheinlich ist es doch und frühkaiserzeitlich. — Vgl. Babelon—Blanchet 1895, Nr. 156; Herman 1841, l.Ser.Taf. 6. Minerva im Chiton, Mantel und Aigis (P 5779—62, H. 9,7 cm). Rechte Hand mit Lanze abgebrochen, Helm mit großem Kamm und Busch. Zipfel des Mantels über den linken Vorderarm geworfen. — Vgl. Bieber 1915, Nr. 41f. ; Fleischer 1967, Nr. 21 ; Rolland 1965, Nr. 67; Ognenova—Marinova 1975, Nr. 132; Ridder 1913, Taf. 51: 751; Herman 1841. V, 1. Ser. Taf. 3,6. Wohl auch frühkaiserzeitlich. 7. Hermes im Mantel. Fussflügel, Kopf fehlt (P5781—40, erh. H. 5,3 cm). In der rechten Hand Geldbeutel, in der linken Kerykeion. Der Typ war besonders in Gallien und Germanien häufig. (Taf. XXXIX. 1 ) — Vgl. Rolland, 1965, Nr. 53—55; Boucher 1973 Nr. 134—135 mit Lit.; Leibundgut 1980, Nr. 24, Leibundgut 1976. Nr. 5; Bieber 1915, 62—63. Nr. 156; Herman 1841, V, Taf. 51 rechts unten. Die als Möbel — oder Wagenappliken dienenden Büsten sind durch zwei interessante Stücke repräsentiert: 8. Silenbüste (P 5792—90, H.4,4 cm). Spitze Ohren, Bart, Weintraubenkranz auf der Glatze. Hinten rechteckige Öffnung. Geläufiger Typ der Applike, 1.—2. Jh. u.Z. — Bouzek—Dueková—OndíÍejová 1979, Nr. B. 22; Antické umeni 1979 Nr. 297 Taf. 51, vgl. auch Boube—Piccot 1975, Taf. 68—69; Herman 1841, V, Ser. 2 Taf. 3; Bronzes Lausanne 1979 Taf. 103: 2 (Siebert). 9. Frauenkopf, am Hals abgebrochen, runde Öffnung hinten (P 5775—78, erh. H. 7 cm). Klassizistischer Gesichtsausdruck, Haartracht wie Venus oder Isis. Falls nicht Nachguss, dann eher 1. als 2. Jh. — Vgl. Babelon 1928 Taf. 5:9; Bronzes Lausanne Taf. 111: 10 (Glodariu); Hellenistische Kunst 1932, V, Taf. 55; Herman 1841, V, Taf. 2. Ser. 2. Aus den zwei besten Tierprotomen ist die erste ein Meisterstück : 10. Stierprotome (P 5806—93. H. 18,5 cm). Der Stier ist im Sprung dargestellt, mit Kopf nach rechts gebogen. Öffnung hinten, mit vier kleinen Löchern für Niete. — Vgl. Bouzek— Dufková—OndíÍejová 1979, Nr. B 18; Antické umeni 1979, Nr. 293 Taf. 49. Pompeianischer Stil. 11. Wildschweinkopf (P 5753—104, H. 5,6 cm). Das Haar und die „Mahne“ mit kurzen Ritzlinien angedeutet. — Vgl. den Eber Comstock—Vermeule 1971, Nr. 478, die Truhe Pernice 1932, Taf. 53 und den Jagdhund aus Moudon, Leibundgut 1980, Nr. 70. Die Löwenfüsse mit Sireneprotomen sind durch zwei Stücke vertreten, das dritte Exemplar stellt einen geflügelten Eroten dar: 12. Geflügelte Sireneprotome mit Syrinx im Blattkelch, unten Löwentatze auf rundem profilierten Sockel (P 5789—59, H. 4 cm). Feine Ritzung auf den Flügeln. 13. Ähnliche Sirene mit Doppelflöte, der Bauch wächst direkt aus dem Löwenfuß. Feder in Flügeln im Relief. 14. Amor, in einem Blattkelch knieend, der aus einem Löwenfuß wächst (P 5783—57, H. 7 cm). Linker Fluge! abgebrochen. — Bouzek—Dufková—OndíÍejová 1979, Nr. B 29 Taf. V: I, Vgl. auch Leibundgut 1980, Nr. 136—137; Menzel 1960 Nr. 280; Popovic—Mano Zisi 1969, 130 Nr. 246; Rolland, 1965, 167, Nr. 381. Die erste Gerätestütze ist feiner als die zwei anderen, die wohl Provinzialwerkstätten ensttammen. Auch ein Eros mit Delphin diente offenbar einem ähnlichen Zweck: 15. Eros schreitend, rechter Fuss am Tier stehend, linke Hand hält den Delphinschwanz (P 5370—54, L. 7,1 cm). Langes Haar mit für Eroten typischer Stirnlocke, Delphin mehr summarisch. Zwei weitere interessante Stücke können da noch erwähnt werden; 16. Junger Gigant? (P 5771-56, H. 5,3 cm). Beine unter den Knien in Schlangenkörper verwandelt. Unterteil abgebrochen, ähnlich wie der erhobene linke Vorderarm; der rechte Arm schräg nach unten. Echtheit zweifelhaft, aber Patina gut. — Vgl. Boube—Piccot 1975, Taf. 75. 17. Komischer Schauspieler auf einem Weinsack sitzend (P 5778—55, L. 4,2 cm). Gesicht wie komédiáié Maske, kurze Tunica mit Gürtel, Hände an den Backen zusammengefaltet. — Vgl. Babelon—Blanchet 1895, Nr. 982. 18—19. Neuer Absatz (Von den zwei Bronzelampen der Nostitz-Sammlung gehört das erste Stück einem in der 2. Hälfte des 1. Jh. u. Z. geläufigen Typ (Z 642)DP 802—117, L. 10,8 cm). — Vgl. Menzel 1954, Nr. 716 Abb. 103; Loeschcke 1919, Nr. 339—40 Abb. 22 usw. Das zweite Examplar (Z 265) DP 825—118, L. 10 cm) ist dem Typ XXI nach Loeschke (Ende 1.-Anfang 2. Jh.) vergleichbar, aber etwas komplizierter in den dekorativen Appliken. — Vgl. auch die Lampe Bronzes Lausanne 1979 Taf. 117: 16 (Baluta.spät?). Sonst sind in der Kollektion noch einige Tierfigürchen vertreten : drei Mäuse (vgl. Bouzek—Dufková—Ondrejová 1979 Nr. B 28 a-c), eine Taube mit ausgebreiteten Flügeln (P 5766-114, Breite 5,6 cm), ein einfach modelliertes Pferd (P 5759—107, L. 4,2 cm), und ein Adler mit Schlange (P 5761—113, L. 3,7 cm). Zwei Möbelfüße in Form menschlicher Füße in Sandalen (P5751—124, H. 3,5 cm (Taf.XXXIX, 3) gehören einem geläufigen Typ an (vgl.z.B. Boube-piccot 1975, Taf. 177; Leibundgut 1976, Nr. 108; Menzel 1966 120 f. Nr. 295—6; Babelon — Blanchet 1895, Nr. 1086). Die Schlüssel, Anhänger und andere Objekte können hier nur ganz summarisch erwähnt werden. Unter den in der Sammlung vertretenen Fälschungen überwiegen die damals populären Typen: zwei ringende Kämpfer kommen sogar zweimal vor, der schenkende Satyr einmal, einmal eine Nachbildung des Hermes Nr. 7 mit Kopf, eine Satyrbüste und eine Athenabüste im Baldachin. Die Anzahl der Fälschungen ist unter den etruskischen Bronzen der Kollektion etwas grösser, aber im römischen Teil ziemlich gering. Die gründliche Bearbeitung der Sammlung muss in der Form eines Katalogs folgen, aber schon diese knappe Übersicht, in der wir nicht alles aus dem Bestand erwähnen konnten, zeigt nicht nur die gute Qualität von mehreren Stücken, die unsere Kenntnis von römischen Bronzestatuetten bereichen, sondern auch das Niveau der Sammeltätigkeit. Die Fälschungenanzahl entspricht anderen Sammlungen dieser Zeit, ja ist geringer als in manchen, auch in der Goethe-Samlung. Durch eine der damaligen Zeit anpassende Auswahl spricht die Kollektion von guten Kenntnissen des Sammlers und seiner Berater, und von einem guten Geschmack in Auswahl und Präsentieren auf den einheitlichen Sockeln. 80