Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)
K. Gschwantler: Eine bronzene Eberstatuette aus Enns-Lauriacum
Alba Regia, XXI, 1984 K. GSCHWANTLER EINE BRONZENE EBERSTATUETTE AUS ENNS—LAURI ACUM Die Statuette (Taf. XXXII/, XXXIV) wurde 1981 als Oberflächenfund auf einem Feld nordöstlich des Legionslagers Lauriacum im Gemeindegebiet der Stadt Enns (BH Linz-Land, Oberösterreich) aufgelesen und befindet sich im Besitz des Finders)1). Material, Maße, Erhaltungszustand Bronze, Vollguß; die Augen mit Silber plattiert. Dunkelgrüne Patina mit hheleren Flecken am Kopf, Borstenkamm und an den Oberschenkeln. L. 9,7 cm; H. 5,2 cm. Der Erhaltungszustand ist, sieht man von einigen kleineren Beschädigungen ab, vorzüglich. Vom Rüssel ist rechts ein kleines Stück ausgebrochen (Gußfehler?), ebenso am Zungenrand. Der Schwanz weist an den Stellen, wo er sich vom Körper löst (hinter dem Kamm und am rechten Oberschenkel) Bruchstellen auf, die Bronze wirkt hier wie geplatzt, vielleicht war der freiplastische Teil angelötet. Mehrere rezente Abschürfungen und Schrammen, die vor allem an einer Stelle (linke Seite am Bauch) durch die Patina hindurchgehen und die rötlichgelbe Farbe sichtbar machen. Dies ist auch auf der nach rechts abgeschrägten „Schneide“ des Kammes der Fall, die wie angefeilt aussieht, doch versicherte der Finder glaubhaft, hier keinerlei Manipulationen vorgenommen zu haben. (1) R. Stauder, Enns, dem ich für die Publikationserlaubnis herzlich danke. Danken möchte ich auch G . D e m b s k i, der mich auf den Fund aufmerksam gemacht hat, sowie für vielseitige Hilfe W. Oberleitner, A. Pacher, C h. A n g e rm a n n, W. Angeli, F. E. Barth, St. Nebehay, E. Hanak — Ruttkay, alle Wien; für die Bereitstellung von Fotos bzw. Publikationserlaubnis L. Eckhart, Linz (Taf. XXVIII, 2)-, J. Garbsch, München (Taf. XXXVII, 1) H. K n e i f e 1, Museumverein „Lauriacum”, Enns (Taf. XXXVIII, 2); E.Künzl, Mainz (Taf. XXXV, 2; XXXVII, 3); G. L a n g m a n n, Wien (Taf. XXXVIII, I); F. Marxer, Vaduz (Taf. Beschreibung Der Eber ist mit leicht gesenktem Kopf stehend dargestellt. Der ganze Körper drückt Massigkeit aus : der mächtige Schädel, der hohe, bizarre Borstenkamm auf dem langgestreckten, walzenförmigen Leib, der auf ebenso geformten, verhältnismäßig kurzen Beinen ruht, wobei die kräftige Muskulatur der Oberschenkel den Körper jedoch nicht plump, sondern plastisch durchmodelliert erscheinen läßt. Der Schädel läuft in einen kegelförmigen, vorne aufgestülpten Rüssel aus, in dessen leicht geölfnetem Maul die Zunge sichtbar ist und aus dem zwei starke, nach oben gekrümmte Hauer herauswachsen. Die Maulöffnung ist mit dem Stichel hinter den Hauern keilförmig nachgeschitten. Die linsenförmigen, mit Silber plattierten Augen sind schräggestellt und von einem graviereten Wimpemkranz umgeben. Die muschelförmig gewölbten Ohren sind aufgestellt und nach vorne gespreizt. Der mächtige, aber nur 1—2 mm starke Kamm mit den strahlenförmig eingravierten Borsten folgt der gesamten Rückenlinie, steigt von hinten allmählich an, sinkt etwa in Körpermitte sattelartig ein, um dann gegen den Schädel hin zur höchsten Erhebung anzuschwellen und danach zwischen den Ohren relativ steil abzufallen. Der Kamm verläuft jedoch nicht genau in der Rückenmitte, sondern leicht von rechts vorne nach links hinten aus der Achse verschoben, ist demnach auch auf beiden Seiten XXXVI, 3); F. Moosleitner, Salzburg (Taf. XXXV, 4); D. Ojalvo, Orléans (Taf. XXXV, 2; XXXVII, 3) ; G. P i c c o 11 i n i, Klagenfurt (Taf XXXVI, I); E. Zemmer—Plank, Innsbruck (Taf. XXXVI, 4). Die Taf. XXXIII; XXXIV; XXXVI, 2; XXXVII, 2: Abb. 2 stammen von U. Sitzenfrey, Wien, die Taf. XXXV, I, 3; XXXVII, 4 aus dem Archiv des Kunsthistorischen Museums Wien. Gemeinsam mit einer Eberprotome aus Lauriacum wurde die Eberstatuette vom Verf. kurz vorgestellt in: Mitt. Mus. Ver. Lauriacum, XX, 1982, 19—20, Taf. 11. 71