Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)
J. Garbsch: Neue Funde römischer Paraderüstungen
Alba Regia, XXI, 1984 J. Garbsch NEUE FUNDE RÖMISCHER PARADERÜSTUNGEN Beim II. Internationalen Limeskongreß im Jahr 1976 hat Prof. H. Klumbach an dieser Stelle einen Paradeschildbuckel aus Brigetio vorgelegt (Klumbach 1977). Im Jahr 1978/9 fand im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und in der Prähistorischen Staatssammlung München die Ausstellung „Römische Paraderüstungen“ mit internationalen Leihgaben statt. Alle bis dahin bekannten bzw. publizierten einschlägigen Objekte sind im Katalog dieser Ausstellung verzeichnet (Garbsch 1978). Seit Erscheinen des Kataloges sind einige Stücke neu publiziert worden1. Darüberhinaus sindjfaus dem Besitz der Prähistonischen Staatssammlung weitere neue Funde bekanntzumachen. 1. In dem 1979 entdeckten großen Schatzfund von Weißenburg, der mit 11 Votiven aus Silberblech, 21 Bronzestatuetten, 22 Bronzegefäßen und zahlreichen weiteren Objekten als Inventar eines Heiligtums gedeutet wird, sind auch drei Gesichtsmasken (zwei männliche und eine weibliche) sowie ein männlicher Hinterhaupthelm. Der Fund wird von H.—J. Kellner und G. Zahlhaas publiziert (Kellner 1980, 1981). 2. Ein fragmentarisch geborgener Sammelfund aus dem Vicus des Kastells Pförring, Ldkr. Eichstätt (Celeusum) enthielt folgende Objekte: a. Fragment einer „orientalischen“ Maske, verbogen ; größte Länge aufgebogen 13,6 cm (Inv. 1980, 3700) b. Fragment einer „orientalischen“ Maske; größte Länge 6 cm (Inv. 1980, 3697) c. Zusammengebogenes Fragment von Panzerbeschlag; größte Länge 5 cm (Inv. 1980, 3699) 1 (1) Gesichtsmaskenfragment von Carnuntum: Grünewald 1978, 322. — Gesichtshelmfragment: Kalee 1981, 66—69. — Beinschiene mit Victoria aus Zalalövő: Szabó 1978, 409 Abb. 67. — Beinschiene mit Knieschutz aus Augsburg: Barker 1982, 134 Abb. 115. — Roßstirn aus Inlaceni: Gudea 1979, 258 Taf. 23, 7. Posthum erschienen und in der Bibliographie Garbsch 1978 nachzutragen: La Baume 1980, 9—11 Taf. 1. d. Größeres Fragment von Panzerbeschlag mit Minervabüste, darauf ein weiteres Fragment gehämmert; Breite 10 cm (Inv. 1980, 3703) e. Etwa 50 kleine reliefverzierte Fragmente, teils eindeutig von Panzerbeschlägen, teilweise aber auch wohl von anderen Paraderüstungsteilen (Inv. 1980, 3699 und 3700). 3. Ein fragmentarischer Fund von Eining, Ldkr. Kelheim (Abusina) enthielt folgende Objekte (Inv. 1981, 3121): a. Fragment einer „orientalischen“ Maske; größte Länge 6 cm b. Randfragment von einem Medaillon; Länge noch 11 cm, ursprünglicher Durchmesser etwa 24 cm c. Randfragment einer Roßstirn-Mittelplatte; Höhe noch 5 cm 4. Ein kleines Fragment einer „orientalischen“ Gesichtsmaske stammt von Gnotzheim, Ldkr. Ansbach (Mediana); es ist noch 2,2 cm lang (Inv. 1981, 2841). 5. Aus dem Kunsthandel stammt das Fragment einer weiblichen Gesichtsmaske unbekannten Fundorts. Die größte Höhe beträgt noch 17,5 cm (Inv. 1981, 3131; Taf. XXXI, 1) Erhalten ist die knappe Hälfte des Gesichts. Die Frisur besteht aus enggedrehten „Korkenzieherlocken“, die in zwei Reihen dicht am Kopf anliegen und auch über die Ohren herunterreichen. Die Augen sind nicht ganz durchbrochen, sondern die Iris ist als Ring dargestellt, was der Maske ein besonders lebendiges Aussehen verleiht. Diese Behandlung des Auges wie auch die strenge Lockenfrisur rücken das neue Fragment, für das mir keine genaue Entsprechung bekannt ist, in die Nähe der „orientalischen“ Masken mit ihren zahlreichen kleinen Locken. Vergleichbar ist vielleicht eine Maske von Rapolano (Garbsch 1978 Taf. 15, 1-2). 6. Fragment eines Panzerblechs; Breite 8 cm (Fundort Carnuntum; Inv. 1981, 3122). Es handelt sich um das Oberteil eines links getragenen Panzerverschlußbleches mit zurückblickendem Adler. Von der darunter anzunehmenden Mars- oder Minervabüste 67