Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)

E. Künzl: Einige Bemerkungen zu den Herstellern der römischen medizinischen Instrumente

{Abb. 5. — Vulpes 1847 51 Taf. 5 Fig. 3; VÉDRÈNES 1876 Taf. 9 Nr. 5 ; Gurlt 1898, Taf. 2 Nr. 45 ; Milne 1907, 96 Taf. 28 Nr. 2; Meyer-Steineg—Sudhoff 1922, 110 Abb. 70,7; Taba­­nelli 1958, Taf. 50; Majno 1975, 368 Fig. 9.24) und ein zweites unbekannter Herkunft im Römisch-Germanischen Zentral­museum Mainz Inv. 0.24454 (Abb. 6. — Tabanelli 1958, Taf. 41). Wegen des gezackten Randes sind sie wohl keine kosmeti­schen Instrumente, sondern gehören wohl zum Bereich der Medizin, wenn auch die Bezeichnung als Skarifikations-Instru­­ment (Meyer-Steineg—Sudhoff 1922) abzulehnen ist. b) etliche einander sehr ähnliche Instrumente mit einem flachen Griff und auf beiden Seiten einer mehr oder weniger breiten Tülle zum Befestigen eines Gerätes, eines Einsatzes oder was auch immer (Griffelhalter? Pinselhalter?). Einige Beispiele stammen aus dem Schutthügel von Vindonissa (Brugg, Vindo­­nissa-Museum; Frölich 1910, 127), ein weiteres aus Mainz (Abb. 7 ) ist seit dem letzten Krieg verschollen (CIL, XIII, 10027,188c; Altertümer V, 1911,Taf. 53 Nr.991). Eine genauere Definition der Tüllenhalter ist noch nicht gelungen, doch han­delt es sich mit Sicherheit nicht um medizinische Instrumente. c) Modellierinstrumente mit breitem, etwa dreieckigen und stumpfen Spatel auf der einen Seite und variabler Ausbildung der anderen Seite. Die Signatur des Agathangelus findet sich z. B. auf einem Exemplar aus Vindonissa (Frölich 1910, 127; Gaitzsch 1980, 265: „Ledermesser (?)“). Auch ein interessantes Instrument aus Trier trägt den Stempel des Agathangelus (Taf. XXX. 3. — CIL, XIII, 10027, 188 b; Lehner 1894, 310 Taf. 10 Nr. 3). Nun ist das Trierer Instrument mit dem stumpfen, breiten Spatel und der V-förmigen Schneide keineswegs ein Skalpell (Cüppers 1981, 27). Die alten Archäologen wie Lehner oder die Bearbeiter des CIL haben es schon richtig definiert. wenn sie von Modellierinstrumenten sprachen. Das Trierer Instrument diente zum Modellieren von Wachs und zum Vor­schneiden von Buchstaben in der Wachsfläche: es war ein Bronzegießerinstrument. Man konnte damit Gußmodelle für Bronzeinschriften herstellen. Damit sind aber auch die ver­gleichbaren Instrumente wie jenes in Neapel (Tabanelli 1958, Taf. 78) aus den Listen der medizinischen Instrumente zu streichen. Die Instrumente des Agathangelus wurden in Italien, der Schweiz, Frankreich und Westdeutschland gefunden. Für eine Lokalisierung kommen sowohl Italien wie auch Gallien infrage, weniger allerdings die beiden germanischen Rheinprovinzen, von denen man sich eine Lieferung in den Süden nach Campanien weniger vorstellen mag. Fassen wir unsere sehr provisorischen Bemerkungen kurz zusammen : — Inschriftliche und literarische Zeugnisse sind mehr als spärlich. — Toreutische Gruppen ermöglichen uns erste Schlüsse auf Erfindungen und Verbreitungen. — Fabrikantenstempel kommen nicht auf den rein medizinischen, sondern nur auf medizinisch/kosmetischen Geräten vor. Die Werkstatt des Agathangelus arbeitet im 1. Jahrh. n. Chr. mehr für Bildhauer und andere Handwerker als für Ärzte(1). (1) Für Hilfe danke ich: H. Cüppers (Trier), K.—V. Decker (Mainz), Z. Gregl (Zagreb), R. Fellmann (Basel), H. G. Horn (Bonn), M. Hartmann (Brugg), P. Noelke (Köln), U. Schaaff (Mainz), M. Schleiermacher (Köln), D. Stut­­zinger (Düsseldorf), H. Ubl (Wien). 64

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