Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)
H. U. Nuber: Römische Metallklapptische
scher viel häufiger gefunden, als die Dreifüße(19). Andererseits gibt es genügend Fälle, in denen Dreifüße ohne dieses Becken auftreten, das zudem in seiner Masse erst ins drite Jahrhundert datiert. Zum zweiten gibt es zahlreiche Dreifußaufsätze, die keine — für die Ringhenkel notwendige — Haken aufweisen, sondern flache Auflagen. Die Grabmaldarstellungen zeigen andererseits deutlich, daß sich unter der Tischdecke eine durchgehende Platte befunden haben muß, da sonst keine Schalen mit Früchten oder dergleichen darauf abgestellt werden konnten. Glücklicherweise gibt es auch eine Tischdarstellung ohne Decke aus Luxemburg (Thill 1968 Taf. 2 A—B), die trotz Beschädigung eine Platte zwischen den senkrechten Standbeinen erkennen läßt. Zugehörige Platten wurden bislang in den Gräbern aber nicht gefunden. Das könnte jedoch daran liegen, weil diese aus organischem Material (z. B. Holz) bestanden. Einen eindrucksvollen Beleg hierfür bietet eine Wandmalerei aus Herculaneum (Neapel, MusNaz Inv. Nr. 9024), die einen Jüngling mit Hetäre beim Gelage zeigt. Vor ihnen steht ein bronzener Tisch eines Typs, der mehrfach in den Vesuvstädten nachgewiesen ist (Neapel, MusNaz (19) Die zwei „Belege“ (Stráze, Wehringen) für die Kombination Dreihenkelbecken / Dreifuß (Vierck 1970,10 f.; 18) nehmen sich gegenüber den zahlreichen Beispielen, wo Dreifüße ohne dieses Becken gefunden werden, bzw. Becken ohne Dreifüße, nicht gerade zwingend aus. Merkwürdig ist auch der Befund von Zakrzów (Sackrau), wo das mitgefundene Dreihenkelbecken (Grempler 1888,8 Taf. 4, 1) gar nicht in den Vierfuß eingehängt werden kann. Da es sich bei Inv. 129435; Paris, Louvre Inv. 1080). Er trägt eine rotbraune, runde Platte, auf der das Silbergeschirr abgestellt ist. Inwieweit unsere Klappgestelle als Untersätze für foculi (Brandaltäre) gedient haben, ist gleichfalls fraglich. Die bekannten Opferdarstellungen (Scott Ryberg 1955. Abb.74, 75 a—b, 83, 86, 116 a) zeigen dieses m.E. nicht eindeutig genug. Wenn Details ausgearbeitet sind, erkennt man mehrfach in dem aufgesetzten, nicht eingehängten Becken noch ein weiteres Gefäß (ibid. Abb. 75 a—b, 86,116 a). Die Becken mit Ringhenkeln kommen jedoch für den Gebrauch als foculi schon wegen ihrer angelöteten Attaschen nicht in Betracht, weil diese sich bei Hitzeeinwirkung lösen würden. Ich habe derzeit für die spezifische Verwendung der zahlreichen Becken mit drei Ringhenkeln außer der allgemeinen Deutung als Waschbecken keine beweisbare Lösung vorzuschlagen, möchte sie jedoch nicht in der fast zwangsläufigen Verbindung mit den Dreifüßen sehen. Die metallenen Klappgestelle gelangten überwiegend als bewegliche Tische in die Gräber, andere Verwendungsmöglichkeiten sind nicht völlig ausgeschlossen, aber noch nachzuweisen. beiden Gräbern (Stráze und Zakrzów) um dasselbe Milieu handelt, wiegt der Einwand wenig, daß die Grabinhaber Germanen waren. Beide standen offensichtlich in engstem Kontakt zu Rom und dürften daher das römische Zivilisationsgut kaum abusive gebraucht haben zumal die Dreifüße, wenn wir die Vignetten der Notitia Dignitatum richtig interpretieren, gewissen Repräsentationscharakter besaßen. 56