Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)

H. Menzel: Bronzen des ersten Jahrhundert im Rehinischen Landesmuseum Bonn

der ersten militärischen Befestigung Bonns steht, die schon in augusteischer Zeit errichtet wurde (ibid., 196, unter 1). Sind bisher nur Reliefarbeiten vorgeführt worden, die sich mit Vorbildern des 4. jh. v. Chr., des späteren Hellenismus und direkt mit Arbeiten der frühen Kaiser­zeit in Verbindung bringen lassen, so seien hier noch einige der wenigen Statuetten angeschlossen, die in Vetera I gefunden wurden. Zuvor aber sei noch mit einem bezeichnenden Beispiel warnend auf die Tatsache verwiesen, dass die Angabe einer Fundstelle, zumal wenn das Stück im Kunsthandel erwor­ben wurde, nicht immer die Gewähr für ihre Richtigkeit bietet. Es ist dies eine italische Herkulesstatuette (Taf. XXVII, 1 ), die nach den Angaben des Verkäufers Wolf in Köln, vom Fürstenberg stammen soll. H. H i n z (1971, 6) hat aber daraufhingewiesen, daß keine Funde des Xantener Raumes bekannt geworden sind, die vor oder während der römischen Eroberung, aus der Spâtlatènezeit stammen. Zum Problem der sogenannten sicheren Fundplätze mit der oft detaillierten aber zumeist manipulierten Angabe der Fundumstände solcher italischer Herkulesstatuetten sei hier, um weitere Ausführungen zu vermeiden, nur auf die Arbeiten von A. Leibundgut- Maye verwiesen, vor allem auf ihren kurzen, aber umfassenden Aufsatz zum 60. Geburtstag von H. Jucker (1975—78, 179—184. Damit ist auch die Einordnung dieser Statuette als möglicher Fund in der Kaiserzeit in: Menzel 1969, 43 hinfällig geworden). Der Zufall will es, daß eine Jupiterstatuette (Taf. XXVII, 2) mit der Fundangabe Xanten, wobei nur das Lager auf dem Fürstenberg gemeint sein kann, von dem gleichen H. W o 1 f in Köln erworben wurde. Hier scheint aber die Angabe richtig zu sein, wenn der Verkäufer nicht etwa mit der Angabe Xanten einen gewissen Anreiz zum Ankauf auslösen wollte, um seinen Verkaufspreis zu erhö­hen. Nimmt man also mit einem gewissen Vorbehalt die Fundangabe als richtig an, so liegt hier ein Jupitertyp vor, der zwar auf eine lange Vorgeschichte zurückblicken kann — der Typ des blitzschleudernden Jupiters geht auf Zeus­darstellungen des 6. Jh. v. Chr. in Griechenland zurück — doch in späterer griechischer und in römischer Zeit außer­ordentlich selten wird; doch lassen sich für die römische Zeit sehr wohl einige Beispiele zusammenstellen, unter anderem sogar eine Statuette in Dänemark (Blinkenberg 1902, 1—19). Im Hinblick auf die Kultkrone mit ihren griechischen Vorbildern stark verpflichteten Bildszenen würde auch diese kleine, nur 9,2 cm hohe Statuette gut passen, da sie trotz der Mängel ihrer Erhaltung von einer starken Spannung zeugt, die von den großen Vorbildern deutlich beeinflußt und abhängig ist. An Statuetten sind nur noch zu erwähnen ein Merkur (Taf. XX VII, 3) und ein Lar (Taf. XX VII, 4). Merkur hat nur einen Mantel übergeworfen, der auf den Schultern aufliegt und über den linken Arm gebauscht ist, sonst ist er unbekleidet. Der Körper ist recht flach gebildet. Flach ist auch der Lar, an dem lediglich die Frisur besonders be­merkenswert ist; die Haare liegen am Hinterhaupt von einem Mittelscheitel ausgehend glatt an, während sie vorn schräg in die Stirn gestrichen sind. Diese beiden Statuetten, es gibt noch zwei weitere, eine liegende Fortuna und einen Togatus, die aber wegen ihres schlechten Erhaltungszustandes hier nicht gezeigt werden, sind trotz ihrer mäßigen Arbeit keine Überraschung. Kult­krone und Balkenkopf waren offizielle Arbeiten, denen besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurden, und die, auch in der provinziellen Übertragung, Anlehnung an grosse Vorbilder suchten. Die Statuetten aber sind persön­liches Eigentum und spiegeln den Besitzstand des Eigen­tümers wieder. Sie gewähren aber auch einen Eindruck der Möglichkeiten, die dem beauftragten Handwerker gegeben waren. So bietet sich auch hier wieder das schon oft beo­bachtete Bild, daß die soziale Gliederung einen entscheiden­den Einfluß auf die Gestaltung der statuarischen Arbeiten ausübte, aber damit auch die Erstellung einer zeitlichen Gliederung so außerordentlich erschwert. 4* 51

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