Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)

J. Wielowiejski: Bericht des Plinius des Älteren über die Legierung der römischen Bronzegefässe im Lichte der chemischen Analyse

fässe in Pompeji, Herkulanum und anderen von Vesuvius im J. 79 zugeschütten Ortschaften haben auf die Möglich­keit ihrer Provenienz aus den von Plinius erwähnten kapu­­anischen Werkstätte aufmerksam gemacht. Dazu hat auch die Tatsache beigetragen, dass auf vielen Gefäße Stempel­abdrücke sichtbar sind, die man mit Werkstattseigentümer in Verbindung bringt. Da ähnlich gestempelte Bronze­gefäße schon seit langer Zeit auch in fernen Gebieten West-, Mittel- und Nordeuropas aus den archäologischen Funden bekannt waren, ist die Grundlage für die Hypothese gemeinsamer Beziehungen enstanden. Der Pionier dieser Forschung, H. W i 11 e r s behauptete, daß fast alle in den Vesuvstädten gefundene Bronzegefässe den kapuani­­schen Werkstätten entstammen (1901, 1907). Diese Mei­nung hat später auf eine Erwiderung seitens S. Pernice (1925, 39—40) erhalten; mit Berufung auf die oben zittierte Anmerkung Catos und Fragmente aus Horaz Dichtungen (Horatius, Sat. 1,6,116; II, 3,142) äusserte er die Meinung, dass in kapuanischen Werkstätten hauptsächlich Bronze­gefäße für den täglichen Bedarf verfertigt wurden. Verzierte Prunkgefässe aus den 4.—2. Jh. v. u. z. entstammen dage­gen den hellenistischen Werkstätten, hauptsächlich denen in Tarent. Trotzt der ausdrücklichen Überlieferung des Plinius, der sogar Legierungsverhältnisse angegeben hat, wurde den Wissenschaftler erst nach dem Zweiten Weltkrieg die Erforschung der chemischen Zusammensetzung der Bron­zegefässe, die sowohl in den Vesuvstädten wie auch fern davon zu Tage gekommen waren, zum dringenden Bedürf­nis. Als erster Schritt war die Publikation aller Bronzege­fäße aus Nijmegen (Boesterd 1956) Ansporn zu chemischen Analysen (Boesterd-Hoekstra 1965, 100—127) und zum Vergleich der Pliniusangaben mit archäologischen Mate­rial. Drei französische Forscher haben die Meinung ge­äußert, daß plumbum argentarium nur andere Fassung des Namens des Zinn war (Picon—Condarmin—Boucher 1967, 162). Siehaben folgende Beweise angeführt: 1) die kampanischen Gefäße von Nijmegen enthalten von 8% bis 12% Zinn; viele waren getrieben, was die Benutzung der Legierung mit 9% Blei ohne Zinn aus­schließt; 2) Topfbronze — wenn man annimmt, daß die Zugabe von plumbum argentarium von 2.9 bis 3.8% sich haupt­sächlich aus Zinn zusammensetzte — war gut zur Er­zeugung der großen Gefäße wie Eimer, Kessel u. a. wie die in Nijmegen entdeckten, geeignet; die Bleizugabe in solcher Menge machte die Verfertigung dieser Ge­­fässe durch Treiben unmöglich. Der beste Test für die Richtigkeit des Pliniusbericht ist ein genauer Vergleich seiner Rezepturen mit Ergebnissen der chemischen Analyse der frührömischen Bronzegefäße, die sowohl in Italien wie auch in einigen römischen Lager und selbst den Gebieten ausserhalb der römischen Grenzen entdeckt wurden. Es sind vor allem die Gefäße, die zur (1) In Zentrallabor des Instituts für die Geschichte der Materiel­len Kultur der Polnischen Akademie der Wissenschaften hat man 30 der hier verwendeten Analysen der Gefäße aus Museo Nazionale in Neapel und 4 aus Museo Nazionale quantitativer Analyse in Nijmegen und in Warschau!1) verwendet wurden. Der Vergleich soll von diesen Gefäße ausgehen, deren Vorkommen aus kampanischen Werkstätten am meisten wahrscheinlich ist. Es sind vor allem Objekte mit Stempeln dieser Werkstätten, die als capuanische oder kampanische gelten. Einige solche Kasserollen fanden sich unter den analysierten Gefässe aus Nijmegen und Sottorf (Tabelle 1). Eine nur kleine Anzahl solcher Gefäße aus 5 Werkstätten schränkt die Erkennungsmöglichkeiten sehr ein. Nichtdes­­toweniger aber kann man charakteristische Erscheinungen beobachten. Der erste Anschein führt zur Behauptung, daß unter den Erzeugnissen aus einzelnen Werkstätten mehr Unter­schiede als Analogien Vorkommen. Nur die Kasserollen von Typ (Eggers 1951) E 142 aus Werkstätten des Polybius und Rufinus aus Zinn-Bleibronze sind durch ein hohes ausgeglichenes Niveau charakterisiert. Auch Erzeugnisse aus Zinnbronze, die den Werkstätten des Diodorus und Oppius entstammen, weisen sehr ähnliche Legierungspro­portionen auf. Man sieht weiter, dass selbst die Gefäße aus demselben Werkstatt sich im Metallinhalt unterscheiden» Die Kasserollen aus Polybiuswerkstatt die in Nijmegen und Sottorf gefunden wurden, weisen ein ganz anderes Zinn- und Blei-Verhältniss auf. Von zwei Kasserollen aus der Diodoruswerkstatt ist eine aus Zinnbronze und die andere aus Zinn-Bleibronze (Boesterd-Hoekstra 1965, 105) (Tabelle 1). Im allgemeinen haben die bisherigen unzähli­gen Analysen der gestempelten Gefäße aus der Gegend von Pompeji keine der Pliniusrezepturen bestätigt. Das ist aber damit erklärbar, daß die in der Tabelle 1 berücksic­­hitigten Kasserollen E 142-146 meistens der Stufe B 2 ent­stammen, also schon nach Plinius verfertigt wurden. Weiter kann man Vergleichsversuch des Pliniusberichtes mit Analysenergebnisse von 30 Bronzegefäße aus National­museum in Neapel vornehmen, die in den von der Vesuvseruption am 24. August im J. 79 zugeschütteten Städten in der Neuzeit entdeckt wurden. Das ist unmittel­bar mit der Person des Verfassers der „Naturalis historia“ verbunden, der bekanntlich in dieser Katastrophe selbst den Tod gefunden hat. Der Metallzusammensetzung nach kann man die Ge­fässe aus den Vesuvstädten in zwei Hauptgruppen einteilen : Zinnbronze und Zinn-Bleibronze. Die Gefäße aus Zinnbronze kann man zwei Gruppen einteilen. Die erste bilden 19 Objekte, die einen hohen Anteil an Zugaben zum Kupfer (über 10%) aufweisen. Es ist meistens Zinn in der Menge von 7,8 bis 14%, und an zweiter Stelle Aluminium gewöhnlich von 0.9 bis 2,0% und einmal sogar ca. 5%. Der Anteil des Blei ist sehr klein von 0,018 bis 0,7%. Solche Legierungen waren vor allem für die Kannen E 123 und 125, Kasserollen E 137, Eimer E 21, Becken E 102 und Griffschale E 155 charakteristisch. Zweite Gruppe mit 5 Analysen beinhaltet Objekte mit einem mittleren Anteil der Zugaben von 5 bis 10%. Auch hier kann man die Zinnvorherrschaft in der Menge von 4,8 bis 7,5% beobachten ,und an zweiter Stelle Aluminium Romano in Rom verfertigt. Die Forschung wurde unter Leitung von Prof. Dr. T. Dziekonski in Zusammenarbeit, it dem Verfasser gemacht. Die Analysen hat Frau Ing. L.. Koziorowska verfertigr. 130

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