Fitz Jenő (szerk.): Forschungen der Steinskulptur der Arpadenzeit in Ungarn - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 24. A Pannon konferenciák aktái 3. (Székesfehérvár, 1979)
T. Guzsik: Die Werkstattbeziehungen der romanischen Kirche am Zsámbék
DIE WERKSTATTIIEZIEHl NdEN DEI! ROMANISCHEN KIRCHE VON ZSÁMISÉK Mein Artikel behandelt das bekannteste und vielleicht eben deshalb wenig erforschte Denkmal der ungarischen Spätromanik : die Prämonstratenser Probstei in Zsámbék, das späteste, jedoch qualitativ sehr bedeutende Werk dieser Epoche. Seine geographische Lage, der Zeitpunkt des Bauabschlusses, bzw. der Unterbrechung des Baues, sowie seine Werkstattverbindungen ermöglichten es, die strukturellen, Formen- und Kompositionserrungschaften des Stils hir zusammenzuschmelzen und der gotischen Werkstatt in Buda weiterzugeben. Ják, aus derselben Zeit, hat dagegen auf ihrem höchsten Niveau die Romanik konserviert und mußte deshalb — trotz ihres großen Einflusses — das Los der Provinzialisierung erleiden. Der ausschlaggebende Grund für diese Entwicklungsdifferenz lag in der Zusammensetzung des Personals der dritten Zsámbéker Werkstatt (zwischen 1245 — 1258). Im Rahmen der Romanik haben die verschiedenen Steinmetzgruppen ein eklektisches Werk zustandegebracht. Als sie sich zu einer Werkstatt zusammenschlossen, — schaltete sich diese als Träger eines einheitlichen Formenschatzes in die Bauarbeiten des Königs Béla IV. zu Buda ein. An Hand der noch heute bestehenden Ruine, bzw. der bekannten Skulpturen, können drei Steinmetzgruppen oder Meister unterschieden werden : 1. Meister aus der Jáker Schule 2. Meister der Drachenkapitelle 3. Meister aus der Zisterzienser Schule Bei den zurückhaltend, meistens nur mit architektonischen Elementen betonten Ornamenten des Baues, vertritt eine ganz kleine Steinmetzgruppe (vielleicht bloß eine Person) den Einfluß von Ják, d. i. die klassische Romanik. Diese Gruppe — oder Person — hatte in der Zsámbéker Werkstatt keine ausschlaggebende Rolle inne. Eines ihrer Werke ist das Kapitell des mittleren Pfeilers im südlichen Seitenschiff; das umrahmte Blattbündel, das sogenannte „Herzmotiv”, stammt aus Ják (Fries der Hauptapsis). Dieses Element ist auch an anderen Orten im Wirkungskreis von Ják zu beobachten (Oriszentpéter, Liter, Deutsch-Altenburg, Wien-Riesentor). Eine Variante dieses Motivs ist — unabhängig von Ják — an einem Kapitell des Chors im Zisterzienser Kloster zu Lilienfeld zu sehen, vielleicht sogar ein früheres Werk. Auch andere Motive der ungarischen Prämonstratenser Bauten weisen auf österreichische Zisterzienser Werkstattbeziehungen (z. B. Tűrje, Lilienfeld) hin. Der Meister des erwähnten Pfeilers von Zsámbék stand jedoch mehr unter dem Einfluß von Ják als von Lilienfeld. Andere Werke desselben Meisters sind nämlich die Kapitelle zweier Giebelsäulen an der westlichen Fassade. Die Analogien fehlen in Lilienfeld, sind jedoch im nördlichen Seitenschiff von Ják sowie an den Kapitellen der Michaelerkirche in Wien vertreten, wo ebenfalls der Einfluß von Ják nachweisbar ist. An Hand der Schnitztechnik können die wenigen figuralen Darstellungen der Kirche demselben Meister zugeschrieben werden (Taf. I). Die Thematik und die Figurengestaltung zeigen jedoch mehr Unterschiede als Ähnlichkeiten mit den Jáker Drachenskulpturen, deshalb müssen diese Darstellungen als selbständige, qualitativ sehr hochstehende Werke eingenschätzt werden. Die Drachen von Ják und in dessen Wirkungskreis sind anders komponiert: entweder haben sie einen gemeinsamen Kopf (Ják: Pfeiler des Hauptschiffes, nördliche Turmbasis, Fries des Westportals; Magyargyerömonostor, Zwillingsfenster, usw.), oder sind sie mit ihrem Schweif verflochten (Ják südliche Pfeilerfolge, äußere Nordwand; Wien Michaelerkirche usw.), oder aber sie beißen in ihren eigenen Rücken (Csempeszkopács, Sitke, Magyarszecsőd, Wien-Riesentor, usw.).