Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

A. von Doorselaer: Der Kemmelberg, ein keltischer Herrensitz?

Zu den Beigaben des Kriegergrabes 14 gehörten ein Schwert mit unverzierter Scheide, eine Lanzenspitze, ein Lanzenschuh, ein Schildbuekel, Reste des Rand­beschlages des Schildes und ein eiserner Gürtel. Das Schwert (Taf. II, 5) mit Griffdorn repräsentiert den ältesten Schwerttyp der keltischen Gräberfelder der Slowakei(35 36). Das Schwert des Grabes 2 von Hurba­­novo-Bacherov majer desselben Typus kam mit einem zweiteiligem Schildbuckel und mit einer Eisen­fibel vom Duchcover Typ zum Vorschein(3(i) ; ein solches Schwert wurde im Grab 537 von Trnovec nad Vahom-Hornÿ Jatov mit einem ähnlichen Schild­buckel wie der von Chotin und mit einer Drahtfibel von Mittellatène-Typus gefunden(37). Die angeführten Beispiele zeigen, daß alle Stücke aus ungefähr der gleichen Phase des 3. Jahrhunderts V. u. Z. stammen; ihr Weiler leben ist noch im 2. Jahrhunderts v. u. Z. nachweisbar(38). Die eiserne Lanzenspitze langem Blatt (Taf. II, 8) des Grabes 14 ist eine allgemein vertreitete Form und stellt keinen chronologischen Indikator dar. Der Schild (Taf. II, 11) unseres Typs taucht nach Reinecke in LT C auf. Nach antiken Darstellungen keltischer, bewaffneter Krieger ist diese Schildform in das 3. Jahrhunderts v. u. Z. zu datieren; die Holzschilder des 3. Jahrhunderts hat P. Couisson zusammen­­gestelltf39), unser Exemplar gehört zu den älteren Stücken. Nach dem Obengesagten kommen die Schüssel und die zweiteiligen Eisengürtel (Taf. II, 16) im Karpatenbecken in der Frühphase der Stufe LT C (nach Reinecke) vor(40). Die weiteren Beigaben des Grabes die Bronzekettchen (Taf. II, 4) in sekundärer Lage auf der Schwertscheide, ein flacher Bronzering (Taf. II, 3), und die vier zerbrochenen Gefäße (Taf. II, 12, 13, 14, 15) sind von chronologischem Stand­punkt ohne Bedeutung. Grab 21 gehört ebenfalls in die Zeit des plastischen Stils. Es wurden darin fünf Eisenfibeln, davon hatten drei einen kugeligen Fuß (Taf. IV, 4, 10, 12), die anderen erhaltenen sind umbestimmbar (Taf. IV, 5,6), gefunden Es kam auch eine mit plastischer Kreisen verzierte Paukenfibel aus Bronze mit kahnförmigem Bügel (Taf. IV, 9) zum Vorschein. Ein ähnliches Stück ist von Sopron-Bécsidomb bekanntţ41). Die Bügelform unseres Stückes weicht von den in der Slowakei zutage gekommen Paukenfibeln ab. Sie ist den Fibeln aus der Schweiz ähnlich (Münsingen Grab 130; Fibel mit ähnlicher Konstruktion ohne Verzierung). Hodson reihte das Grab in seine LT P-Phase ein(42). Unsere Fibel kam zusammen mit bronzenen Blechfußringen (Taf. IV, 1,3) aus Bronze zutage. Fußringe deses Typs sind schon mehrmals mit Fibeln der Duchcover Art (35) B. Benadik, o. c., SlovArch, X, 1962, 379. (36) B. Benadik — E. Vlicek - C. Ambros, o. c., 69, Abb. 19,1, Taf. XX, 7. (37) Ibid., 164, Taf. XII, 1, 3-18. (38) B. Benadik, o. e., SlovArch, X, 1962, 379. (39) J. Filip, o. c., 167 ; P. Couisson, Les armes gauloises. RA, XXV, 1927, 304. (40) I. Hunyady, o. c., 118. (41) Ibid., 76, Taf. XX. 10. (42) F. R. Hodson, o. c., 127, Taf. LIII, 545-546. oder mit Fibeln mit kugeligem Fuß zusammen gefun­den worden(43). Solche Ringe sind charakteristische Beigaben auch von Gräbern von Vel’ká Mafia der älteren Phase des 3. Jahrhunderts und der ersten Hälfe des 2. Jahrhunderts(44). Zum besprochenen Grabinventar gehören noch ein knotenartiger Bronze­armring (Taf. IV, 2), das Bruchstück eines Drahtarm­ringes (Taf. IV, 11) aus Bronze und ein Lignitarmring (Taf. IV, 7). Die Lignitarmringe waren in der Zeit der Fibeln jüngeren Typs von Duchcov(45) gebräuchlich. Mit Ausnahme des Gräberfeldes von Kamenin begeg­net man Lignitarmringen in allen Gräberfeldern der älteren Phase in der Slowakei. Von den acht Gefäßesn des Grabes 21 wollen wir einiges über den Kantharos mit profilierten Fuß (Taf. IV, 17) bemerken. Er ist eine Importstück und sonst in den südwestslowakischen Gräberfeldern unbekannt. Der Kantharos von Chotin steht im Karpatenbecken völlig allein da; der als Streufund zum Vorschein gekommene Kantharos von Kamenin (46) steht dageben den aus Ungarn bekannten Stücken nah. Der obere Teil unseres Exemplar ist der Amphore mit zwei Henkeln von Tolnatamási ähnlich)47). Auf Grund der Begleitfunde datierte I. H u n y a d y diese Amphorenform an den Beginn der Periode LT C(48). Einige Gefäße mit profilierten Fuß, dem Chotiner Stück ähnlich, die in Mähren und Böhmen gefunden wurden, datierte J. F i 1 i p (49) in das 2. Jahrhunderts v.u.Z. In der Slowakei kam das Gefäß von Horny Jatov ohne Begleitfunde zum Vorschein; das Gefäß von Bajö-Vlkanovo war mit einer Flaschenvase, mit einer Paukenfibel und mit einer plastisch verzierten Fibel und einem Knotenfußring zusammen)50). Obwohl unser Kantharos im Karpatenbecken alein steht, kann man nicht mit Bestimmtheit ausschliessen, daß es sich um ein örtliches Produkt handelt ; die ungari­schen Kantharoi — vom Fehlen des Fußes abgesehen — sind unserem Stück ähnlich. B. Benadik hielt die Gefäße mit Fuß der ersten Hälfte des 2. Jahrhun­derts v.u.Z. für örtliche Erzeugnisse^1). Die in einem Gefäß (Taf. IV, 20) gefundenen Bruch­stücke einer Linsenflasche (Taf. IV, 13) stehen chrono­logisch mit den anderen Beigaben des Grabes 21 nicht in Einklang, da das letztere Gefäß älter ist. Die anderen Gefäße des Grabes (Schüsseln mit S-Profil) (Taf. IV, 14—15, 18—19) ferner ein Gefäß und das Bruchstücke eines anderen (Taf. IV, 16, 20) stimmen mit der obigen Datierung des Grabes übere­in. Das Eisenkettchen (Taf. IV, 8) des Grabes 21 (Achterglieder, die miteinander verbunden, und in der Mitte mit einem schmalen Eisenband zusammen­(43) B. Benadik, o. c., SlovArch, X, 1962, 366. (44) Ibid., 336. (45) Ibid., 378. (46) B. Benadik — E. Vlcek — C. Ambros, o. c., 114. Taf. XLII, I. (47) I. Hunyady, o. <•., Taf. LXV, 1. (48) Ibid., 33. (49) J. Filip, o. c., 197-198. (50) B. Benadik, o. c., SlovArch, VIII, 1960, 396-397. (51) Ibid., 416 — 417. 89

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