Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
Programme
Auf der Südseite führte der Pfad an Bellinzona vorbei, das durch eine auffallende Konzentration von Gräberfeldern der Golasecca-Kultur und der südalpinen Latènezeit bekannt geworden ist, der durch eine wilde Gebirgslandschaft führende Saumpfad über den Gotthard hat in anderen Alpenpässen durch Funde der Latènezeit ausgewiesene Parallelen für deren Begehung: westlich des Gotthards liegt der Albrunpaß im Oberwallis und im Unterwallis der Große Sankt Bernhard mit einer Übergangschöhe von 2473 m, ausgehend von Martigny und erreichbar durch das Val d’Entremont. Östlich des Gotthards gibt es direkte Hinweise für die Begehung der Bündner Alpenpässe aus dem Hinterrheintal, von dem aus der San Bernardino mit 2063 m und der Splügen mit 2117 m nach Süden weisen. Am Weg über den Julieralpen 2284 m Scheitelhöhe kam im vorigen Jahrhundert bei den Höfen von Burvagn, zu Füssen unserer in archäologischer Untersuchung stehenden Höhensiedlung auf Motta Vallac ein keltischer Schatzfund zum Vorschein, der unter anderem zahlreiche massaliotische Münzen enthielt. Unweit von hier, in der neulich ausgegrabenen Befestigungsanlage auf dem Bot da Loz bei Lantsch mit Funden hauptsächlich aus der Spätlatenezeit, wird eine Station zur Sicherung des Handelsverkehrs dur ch die Alpen vermutet. Ohne auch nur einzelne der Produkte zu kennen die aus Mitteleuropa über die Alpen nach Süden gelangten, ist man umgekehrt heute in der Lage eine ganze Reihe von Fundkategorien aufzuzählen, die auf dem anstrengenden und auch gefahrvollen Weg aus dem Süden über die Alpen zu uns gelangt sind. Es handelt sich vorwiegend um leicht transportierbare Güter von hohem Sachwert, wie Situlen, Schnabelkannen und besonders kostbaren Schmuck wie das Beispiel unseres Schatzfundes aus Erstfeld zeigt. Er weist den Weg, den vor und nach ihm auf derselben oder einer parallelen Route über die Alpen die Goldfunde aus Dürkheim, Weiskirchen, Waldalgesheim, Reinheim und besonders Rodenbach in die Gegend des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz genommen haben. Diese Erzeugnisse der Goldschmiedekunst stammen aus Italien, wo sie offenbar unter etruskischem Einfluß entstanden sind. Das Fehlen von Parallelen zur etruskischen Goldschmiedekunst, wie sie uns aus Gräbern bekannt ist einerseits und eine Anzahl typisch keltischer Stilelemente anderseits lassen kaum berechtigte Zweifel am keltischen Ursprung dieser Schmuckgattung aufkommen. Ihre Entstehung muß demnach im vierten Jahrhundert gesucht werden. Die Zusammensetzung des produktionsfrischen Goldschmuckes aus Erstfeld mit drei annähernd gleichen Halsringen läßt keine Zweifel am Charakter eines Händlerfundes aufkommen. Goldfunde dieser Art waren also nachgewiesenermassen Handelsware. Dieser Befund steht daher, auf Goldschmuck bezogen, im Gegensatz zu Hypothesen wie Staatsschätze, Heiratsgut und politische Memorabilia. Die Belegung latènezeitlicher Fernhandelsbeziehungen über den Gotthard hat zur Folge, daß sich jetzt gewisse Kulturfluktuationen über die Alpen zwangsloser erklären lassen als die bisher geschehen ist. Zürich R. Wysa We have not received manuscripts from the following lecturers : E. Jkriom : Neue Angaben zur Ausdehnung und zur Zeitordnung der frühlatènezeitlichen gestempelten Keramik in Ungarn. E. Penninger : Der Dürrnberg bei Hallein (Salzburg, Österreich), seine Bedeutung als Salzberghauort im keltischen Mitteleuropa. U. Schaaf : Frühlatènezeitliche Kriegergräber mit Helmen vom Typ „Berru”. 252