Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
J. Waldhauser: Die keltische Viereckschanzen in Böhmen
können, sodaß die Anbringung der Viereckschanzen dadurch beinflußt werden konnte(44). Von dem Gesichtspunkt der keltischen Besiedelung ist die Tatsache wichtig, daß in der Umgebung mancher Viereckschanzen (soweit sie nicht in heutigen Wäldern gelegen sind, wo die Obersflächesammlung unmöglich gemacht ist) gleich keltische Siedlungen existierten, die in verläßlich beweisbaren Fällen wirtschaftliche Zentren (centrés productifs et agraires) darstellen. Die Bedeutung dieser Siedlungen im Rahmen der Struktur der keltischen Besiedlung ist historisch schwer zu interpretieren (eine Sitze der Teokratie?). Der heutige Forschungszustand erlaubt nicht die Beantwortung der Frage, ob jeder „Stamm” oder auch „kleinere” Gesellschaftseinheiten in natürlichen Siedlungskammern eine oder mehrere Viereckschanzen erichteten. Die Entstehung der Viereckschanzen in Böhmen kann auf Grund des Materials von Markvartice und Msecké Zehrovice frühestens in das 2. Jh. v. Z. gesetzt werden)45). Sehr wahrscheinlich ist der genetische Zusammenhang mit vierwinkligen Heiligtümer vom Typus Libenice — Aulnay-aux-Planches — Holzhausen. (44) Cf. in Böhmen: TëSinov (P. Drda — J. Waldhauser — M. Öiímár, o. c., Abb. 2:15),ŐeSov (F. Salda, Vlastivëda Jiöinska, pfiloha 6. Jicin, 1969) ; Süddeutschland: Wettenhaussen (K. Schwarz, o. c., Jahresb. d. Bayer. Landesamtes für DenkmalpfL, XVIII, 1960, Abb. 22); England (?): Wayworth (Ch. Hawkes, o. c., Abb. 16:3). (45) L. Jansovâ, o. c., 477 — 478, Taf. II. Zeitgemäß gehört die Gründung der Viereckschanzen in Böhmen in den verhältnißmäßig kurzen Zeitabschnitt (LT Cj/LT C2) der Enstehung der Oppida (z. B. Stradonice um Beginn der Stufe LT C2, also nach Polenzschen absoluten Datierung zwischen 150—120 v. Z.)(46) und des Endes der Beerdigung auf keltischen Flachgräberfeldern mit der Stufe LT (Abb. ö). Diese Veränderungen und sicher weitere Umwandlungen in der gesselschaftlichen Struktur der Kelten waren wohl unmittelbar bedingt durch einen ungewöhnlichen ökonomische Fortschritt, erreichte seinem Gipfel in der 1. Hälfe des 1. Jh. v. Z.(47). Für den voroppidaler Zeitabschnitt ist eher Religionspartikularismus charakteristisch, der aus der verstreuten Lage der Kultstätten in Terrain erklärbar ist (Quellen, Berggipfel, seltsame Felsgebilde usw.). Vom Beginn der Oppidazeit an kann gewiße Zentralisierung der Kultpraktiken vorausgesetzt werden, dessen Ausdruck vielleicht die Entstehung von Viereckschanzen ist(4s). Teplice J. Waldhauser (46) H. Polenz, o. r., 41 -42. (47) J. Waldhatjser, Chronologische Position der keltischen Oppida und Gräberfelder in Böhmen. (Die Frage der Beerdigung in oppidaler Zeit, historische Interpretation). PA, (im Druck). (48) Neuerlich beschäftigte sich mit Viereckschanzen in Bayern K. Sch warz (Die Geschichte eines keltischen Temenos im nördlichen Alpenvorland, Ausgrabungen in Deutschland, Mainz 1975, 324—358). Die Verschlüße des Verfasser konnte mieht zu diesem Aufsatz einfühten sein. 16 Alba Regia 241