Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

J. Todorović: Dei Ethnogenese der Skordisker

DIE ETHNüIí EN KSK DER NKORDINKEIt ln dem Komplex der gesellschaftlich-ökonomischen, jjolitischen und anderen Probleme der Skordisker gehört das Problem ihrer ethnischen Herkunft in den Bereich der interessantesten Fragen, für die die zeit genössische Archäologie noch keine bestimmten Lö­sungen gefunden hat. Die verschieden Ansichten und Meinungen sind auf der Interpretation historischer Quellen aufgebaut worden. Aber die Nachrichten der antiken Autoren sind in vielen Fällen ganz kontra­diktorisch und so haben unsere und auch fremde Autoren diese Angaben auch ganz diametral ver­schieden erklärt. Zu solchen Verschiedenheiten ist es dadurch gekommen, weil die einzelnen historischen Quellen für alle Phasen der protohistorischen Periode benützt und auf alle Gebiete der Balkan-Halbinsel angewendet wurden. Außerdem wurden die archäo­logischen Funde nicht berücksichtigt, und wenn sie in Betracht gezogen wurden, so waren sie zweitran­giger Bedeutung. Deshalb sind die ethnischen Prob­leme der Skordisker ungelöst geblieben. Doch die immer größere Intensität der archäologischen For­schungen fordert, daß die Lösung dieses Problems in Angriff genommen werde, da es für die ganze protohistorische Periode unseres Teiles der Donau­niederung außerordentlich wichtig ist. In der Gesamtheit der zahlreichen Probleme, die sich an die Skordisker knüpfen, ist die Frage ihrer Ethnogenese besonders wichtig. Die sukzessive Lö­sung dieser Frage wird auf jeden Fall zur Klärung der übrigen Fragen über die Gesellschaft und die Wirtschaft dieses Volkes beitragen. Sind die Skordisker tatsächlich nur Kelten, die sich in der neuen Umgebung nicht verändert haben, obzwar sie mehrere Jahrhunderte in ihr verbrachten? Man kann auch die Frage stellen, ob die Skordisker die keltisierte autochthone Bevölkerung vorstellen? Oder sind sie vielleicht eine bestimmte ethnische Mischung illyrisch-thrakischer, pannonischer und keltischer Stämme? In der weiteren Darstellung wird versucht diese Fragen zu beantworten u. zw. auf eine Weise, die vorderhand die realste wäre. Es werden die neuesten Interpretation der historischen Quellen herangezogen, ebenso auch die neuesten archäolo­gischen Funde aus dem jugoslawischen Teil des Donautals. Um diese Probleme je besser erfassen zu können, ist es notwendig von der Zeit der Besiedlung durch die ersten keltischen Gemeinschaften auszugehen, bzw. von der Zeit des Todes Alexanders des Großen. Das ist deshalb wichtig, weil nach seinem Tode die Möglichkeit gegeben war, daß die keltischen Stämme nach und nach ohne größere Unruhen und Hinder­nisse aus dem mittleren in das untere Pannonien siedeln. Bei dieser Besiedlung haben nach der Ansicht B. Gavelas die keltischen Stämme jene Gebiete besetzt, die von den Latobikern, Varcianern, Breu­­kern, Amantinern und sogar von den Dardanern bewohnt waren. Auf diese Weise sind sie bis zu den östlichen 'feilen unseres Landes gelangt, bis zu den Bereichen der dazischen und thrakischen Stämme. Est ist nicht möglich, daß die keltischen Stämme in diesem ersten Vorstoß bis zu den östlichen Berei­chen gelangen konnten. Den archäologischen Funden von Karaburma und Rospi Cuprije in Beograd nach nimmt man an, daß Anfangs die Gegend der Sawe­­inündung Grenzgebiet vorstellte, das gegen die Bereiche der Autariater, Triballer, Dazier und ande­rer noch ungenügend bekannter Stämme aus dieser Zeit vorgeschoben war. In den neu besiedelten Gegenden fanden die kel­tischen Stämme die autochthone Bevölkerung vor, worüber auch einige historische Quellen sprechen. Der antike Schriftsteller Apollonius von Rhodos sagt, daß die Gebiete an der Donau von den Stämmen der Sinder, Siginer und Graukener, die seiner Ansicht nach skytischen Ursprungs seien, bewohnt würden. 215

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