Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

P. Ratimorská: Besonderes angelegte Gräber auf keltischen Gräberfeldern der Slowakei und ihre gesellschaftliche Bedutung

Auswertung der Gräber Vom archäologischen Gesichtspunkt sprengen die beschriebenen Gräber mit der besonderen Konstruk­tion der Grabgrube in Palárikovo nicht den Rahmen der gebräuchlichen keltischen Bestattungsart in den Gräberfeldern der Slowakei und des Karpatenbeckens. Das Vorkommen von Holzresten in den Grahgruben von keltischen Flachgräberfeldern ist keine Sonderer­scheinung, doch steht eine detailiertere Rekonstruktion dieser Holzeinbauten und die Analyse der Bedeutung dieser im Rahmen der einzelnen Gräberfelder noch aus. Die schachtartige Vertiefung der Sohle und die Verkleidung der Grabgrube mit Holz bis zur Höhe von 25 — 50 m erfaßte man z. B. in mehreren Gräbern der Nekropole von Mana(4), Bajc — Vlkanovo, im Gräberfeld von Horny Jatov— Trnovec nad Váhom und im manchen anderen. In den meisten Fällen handelte es sich dabei nicht nur um eine Besonderheit des Bestattungsritus, eines alten Brauches, sondern um eine konkrete Beziehung zu einer bestimmten sozialen Bevölkerungsschicht. Auch dei mit dem quadratischen, oder kreisför­migen Graben umgrenzten Gräber stellen keine Beson­derheit der Gräberfeldes von Palárikovo dar. Sie sind von weiteren Gräberfeldern des Slowakei und aus den benachbarten keltischen Bereichen bekannt. Zweifellos handelt es sich hier um eine altertümliche Form der religiösen und kultischen Äußerung, verbun­den mit dem Kult der übergeordneten herrschenden Schicht, und swar sowohl von Einzelpersonen als auch uhrer Familienangehörigen. Der Inhalt dieser Gräber und der Sinn des Bestattungsritus sind andere als bei den ensprechenden Gräbern aus der Frühlatène — Zeit in den sog. Fürstengräbern, u. a. sind sie eine Spiege­lung der damaligen gesellschaftlichen und sozialen Struktur der Kelten. Es ist auffalend, daß in unseren Gräberfeldern einen kreisförmigen oder quadratischen Graben immer nur sie eine Bestattung aufwies, zum Unterschied von den angeführten Beispielen aus westkeltischem Milieu(5). Ein gemeinsames Merkmal ist die Form und die Größe dieser Grabgestaltung in den bisher bekannten Gräberfeldern der Slowakei, Mährens und neuestens Ungarns. Unterschiede beste­hen in Einzelheiten der Ausführung, in der Tiefe, Breite und Ausschachtungsform dieses Grabens. Die relativ geringe Zahl von sorgfältig abgedeckten quadratischen oder kreisförmigen Gräben in den keltischen Gräberfeldern läßt vorläufig noch keine Verallgemeinerung dieser Details zu. In Palárikovo (4) B. Bknadik, Laténské pohfebiStë ve Veiké Mani na Slovensku, o. Vrabie. ARoz, V, 1953, 157 — 167, fig. 61 —63, 65; In., Daléi rok vyskumu na laténskom pohfebisti ve Vel’kej Mani, o. Vráble. ARoz, VI, 1954, 319-338. (5) I. M. Stead, A Distinctive Form La Tène Barrow in Eastern Yorkshire and, on the Continent. The Antiquaries Journal, XLI, 1961, 44 f., fig. 4; K. Schwarz, Zum Stand der Ausgrabungen, in der spätkeltischen Viereckschanze von Holzhausen. Jah­­resber. d. Bayer. Bodendenkmalpflege, 1962, 54 — 57, Abb. 26, 27. schwankte die Breite des Grabens zwischen 15 — 40 cm die Tiefe betrug ungefähr 20 cm. Die Sohle war rund­lich bis halbkreisförmig. Im Gräberfeld in Trnovec nad Váhom waren die Ausmaße der ausgehobenen Gräben des quadratischen Grabens um ein Vielfaches größer und die Sohle war spitz(6). Die geringe Zahl verläßlich beobachterer Gräber mit kreisförmigem oder quadratischem Graben in den slowakischen Gräberfeldern, miteingerechnet die Gräber mit Holzeinbau in der Grabgrube, gestattet es nicht, überzeugendere chronologische Schlußfolge­rungen zu ziehen. Die angeführten Beispiele aus Palárikovo und aus den anderen slowakischen Fun­dorten füllen die ganze Zeit der keltischen Flachgrä­berfelder aus, d. h. Reineckes Stufe LT B—LT C. Manche ihrer gemeinsamen, für uns wichtigen Elemen­te ermöglichen doch ein tieferes Kennen des keltischen Bestattungsritus, seiner Eigenständigkeit und damit auch das Kennen der keltischen Gesellschaft. Die Gruppe der drei Kriegergräber im Gräberfeld von Palárikovo, das Frauengrab und das reiche Kindergrab innerhalb der Umsäumung mit quadrati­schem oder kreisförmigem Graben verraten zumindest daß eine besondere postmortale Ehrung den hier Bestatteten erwiesen wurde, in diesem Falle der füh­renden Kriegerschicht und ihren Familienangehörigen. Diese Gräber sind keine Eigentümlichkeit des Gräber­feldes von Palárikovo. Es ist eine Erscheinung, die auch in anderen Gräberfeldern geltend gemacht wor­den ist, und zwar sowohl in der Slowakei, als auch außerhalb dieses Gebietes. Als Beispiel führen wir einige weitere Gräberfelder und Gräber an. Holiare, Bezirk Nővé Zámky. Grabung in den Jahren 1952—1955(7). Insgesamt 25 Brandgräber, überwiegend Brandgräber in Gruben abgedeckt. Im Gräberfeld dominieren zwei Gräber mit kreisförmigem Graben: Grab 29, ein Kriegergrab mit Schwert, Schild und weiteren Grabbeigaben; Grab 186, ein reiches Frauengrab mit Bronzegürtel, Glasarmring, Bronze- und Eisenfibeln vom Mittellatènes —Typus. In der Nähe befand sich das weitere Grab 218 mit einem festgestelltem und abgedecktem kreisförmigem Graben, ebenfalls mit Bronzegürtel, Eisen- und Bronzefibeln und weiteren Grabbeigaben. Das Grä­berfeld gehört als Ganzes an das Ende der mittleren Laténe —Zeit. Horny Jatov —Trnovec nad Váhom, Bez. Ga­­lanta(8). Grabung in den Jahren 1952 — 1955. Insgesamt wurden 40 birituelle Gräber untersucht, überwiegend Körperbestattungen. Im Gräberfeld wurden zwei Körpergräber mit quadratischem Gra­ben erfaßt. Grab 362 : Kriegerbestattung in einer geräumigen Grabgrube von 280 x 135 cm Ausmaß und 230 cm Tiefe. Das Grab ergab Schwert, Lanze, Schild, eiserne Gürtelkette, Eisenschere, Eisenfibel vom Duchcov—Typus, vier Gefäße, Knochan von Schwein und einem Vogel. Grab 233: Freuengrab in (6) J. Filip, o. c., ARoz, V, 1953, 230, Abb. 115. (7) B. Benadik — E. Vlcek —C. Ambros, o. c., 85 — 88, Abb. 24—26. (8) Ibid., 11 ff., Abb. 3.

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