Fitz Jenő (szerk.): Die aktuellen Fragen der Bandkeramik - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 18. A Pannon konferenciák aktái 1. (Székesfehérvár, 1972)

O. Höckmann: Fejtegetések a vonaldíszes kerámia vallásáról és kultuszéléetéről

Möglichkeit offen, daß sich der dreieckige Kopftyp schon aus der Körös-Kultur herleitet, doch ist die Häufigkeit des Typs in der Vinca-Kultur so groß und die Ähnlichkeit mit den linearkeramischen Funden so deutlich, daß die Herleitung von der Vinca-Kultur wahrscheinlicher ist. Eindeutig hierher weisen fer­ner die Durchbohrungen der Kopfseiten an einigen ungarischen Fundstücken (A 4, 5, 19; ferner die Bükker Statuetten A 15, 20). Eine Besonderheit des ungarisch-slowakischen Raums sind Köpfe mit einer durch aufgesetzte Buckelchen angedeuteten Locken­frisur (A 6, 36, 45), von denen beide slowakischen Belege (A 36, 45) in die ältere Linearkeramik datiert werden. Ein Vorschlag, die Frisur im Zusammenhang mit griechischen Neolithidolen zu sehen<10a), über­rascht angesichts des weiten Abstandes zwischen bei­den Kulturgebieten ; doch fällt auf, daß auch eine vertikale Aushöhlung an dem rundlich-ovalen Kopf A 45 in Griechenland und Makedonien Entspre­chungen findet(10b>. — Zur Vinca-Kultur tendiert hin­gegen ein Teil der Ritzmuster an linearkeramischen Statuetten1111, unter denen Sparren- und Tannen­zweigmuster hervorgehoben zu werden verdienen (A 14, 23, 31, 47). Die Ähnlichkeit mit Belegen aus der jüngeren Vinca-Kultur ist oft bestechend, doch sind Funde wie der von Bicske (A 14) älter als diese. Ein U-förmiges Muster, ursprünglich wohl ein Kragen (A 1, 9, 15, 31), doch auch als Kinnlinie (A 71) oder im Flächendekor verwendet (A 79?), scheint ebenfalls autochthon-bandkeramisch zu sein. In glei­cher Funktion wie an Statuetten begegnet es an Gesichtsgefäßen (G 23, 36, 54?), wobei die Bedeutung als Kragen an dem ältesten Beleg (A 1) am klar­sten ist und in Ungarn auch später deutlicher be­wahrt bleibt als sonstwo. Die übrigen Ritzmuster an Idolen entsprechen dem Keramikdekor: Mäan­der- oder Rhombenmuster, doch auch Spiraloid­­muster, bei denen die Ähnlichkeit zwischen der rumänischen Figur A 23 aus T î r p e ç t i und ei­nem mitteldeutschen Kopffragment aus Quedlin­burg (A 71) überrascht. Das hier skizzierte Schema trifft für die Mehrzahl der bandkeramischen Figuren zu, schließt aber natür­lich Ausnahmen nicht aus. Sie treten am deutlichsten in Mähren in Erscheinung, wo aus Mohelnice eine Reihe ungewöhnlich lebensnah und bewegt ge­stalteter Statuetten (A 24—28) vorliegt. Sie haben anscheinend nirgendwo Parallelen und stellen viel­leicht das Werk eines einzigen, sehr unkonventionellen Bildners dar. Ungewöhnlich sind auch einige rund­köpfige Statuetten aus Boskovstejn (A 34) und Sabënice (A 37); sie dürften die Vorläufer für das spät-linearkeramische Köpfchen A 38 aus Oblekovice darstellen, das seinerseits auch zur (10a) J. MAKKAY, Ausstellungskatalog „Idole” (Ver­öffentlichungen aus dem Naturhistorischen Mu­seum NF. 7, Wien 1972) (= Kat. Wien), 19. (10b) Verf., Figuralplastik, 8. 20, 24, 29, 39f. (11) Verf., o. c. JRGZM 12, 1965, 5 f. Plastik der mährischen bemaltkeramischen Kultur vermittelt. Vielleicht vertreten diese Statuetten einen Typus der westlichen Linearkeramik: die Existenz rundlicher Gesichtsappliken im Westgebiet (S. 192) und vielleicht auch das Fragment A 76 (Abb. 12) aus H ö n h e i m (wenn es sich hierbei um einen Kopf handeln sollte) könnten derartige Möglichkeiten andeuten. — Auch die Statuette A 75 aus Noss­witz /Nosocice ist ungewöhnlich : das dreiek­­kige Gesicht ist nicht an einem plastisch ange­gebenen Kopf angebracht, sondern direkt am Rum­pfe. Diese Darstellungsweise wird nur durch das Vor­bild quaderförmiger Figuren aus dem bulgarischen Mittelneolithikum(12> und der siebenbürgischen (Tor­dos-) Fazies der Vinca-Kultur<13) verständlich; als Vermittler kommt die Bükker Kultur Ungarns in Frage<14), deren wenig zahlreiche Idolplastik in un­gewöhnlicher Monotonie allein diesen Typ vertritt. Als eigener Typus können männliche Statuetten gelten. Sie sind zwar selten, so daß das alte Vorurteil, alle linearkeramischen Idole stellten Frauen dar, ver­ständlich ist, doch ist an der Existenz des Typs nicht zu zweifeln. Hier zeichnen sich zwei Varianten ab: stehende Figuren nach Art der vorherrschenden Frauenstatuetten, doch ohne Angabe weiblicher Merkmale (Nerkewitz A 65) oder mit Angabe der männlichen (Sabënice A 37)<15), sowie kleine unverzierte Figürchen, die sitzende Männer auf einem niedrigen Schemel wiedergeben (P a v - lice A 35, Niederösterreich A 49, Butzbach A 57). Das Motiv ist auch in Südosteuropa selten, obgleich gerade im unmittelbaren Einflußbereich Anatoliens thronende Männerfiguren im Früh- und Mittelneolithikum mehrfach bezeugt sind(le). Even­tuell hat die Hamangiakultur der Dobrudscha den Typ nach Norden vermittelt, denn sie hat ihn über­nommen11^ und könnte ihn sowohl an die Vinöa- Kultur als auch direkt an die Ostgruppe der linear­keramischen Kultur weitergegeben haben. Da aber, soweit ich sehe, die ganz andersartige Statuette A 23 von Tirpeçti das einzige figürliche Gebilde aus der rumänischen Bandkeramik ist, liegt es näher, mit der Vermittlung der Vinca-Kultur zu rechnen. Zum Vergleich bietet sich ein unscheinbarer Torso beson­( 12) Verf., o. c., Taf. 33 Nr. 1084 (Azrnaäka Mogila); P. DETEV, Annuaire Plovdiv 3, 1959, Abb. 33,6 und unpubliziertes Exemplar im Mus. Plovdiv, Inv. —Nr. 45 (Jasä Tepe). (13) M. v. ROSKA, Die Sammlung Zsófia v. Torma in der numismatisch-archäologischen A hteilung des Sie­benbürgischen Nationalmuseums, Kolozsvár 1941, Taf. 138,1.5.11; Taf. 139,1 -4.20-21 (Tordos); Verf., o. c., Taf. 21 Nr. 1002 (Tärtäria). (14) Vgl. die Figuren von Tiszadada — Kálvinháza(A 20), Polgár —Tikos (A 22), Miskolc-Fűtőház (A 17) Sarovce (A 35). — Allgemein zu „kopflosen Ido­len”: J. MAKKAY, Acta Arch. Hungarica 14, 1962, S. 1 ff. (15) Wahrscheinlich zählt auch die Figur A 2 aus Zalavár zu dieser Gruppe. (16) Verf., o. c., 3 f., 14, 18, 83, 98 f. (17) Vgl. den „Denker” vonCernavoda: ibid, Taf. 33 Nr. 1528. 189

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