Kralovánszky Alán (szerk.): Székesfehérvár évszázadai. 2. Középkor - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 14. (Székesfehérvár, 1972)

Mezey László: Székesfehérvár egyházi intézményei a középkorban

László Mezey KIRCHLICHE INSTITUTE IN STUHLWEISSENBURG (SZÉKESFEHÉRVÁR) IM MITTELALTER (Auszug) Mit Hilfe vorwiegend rechtsgeschichtlicher Analyse der Quellen versucht der Verfasser die an sich datenarme Institutionsgeschichte des königlichen Marienstiftes, der Peter und Paul Stadtpfarre und des Johanniterpriorates zum Hl. König Stephan des näheren zu betrachten. Als älteste Kirche wird die Peter und Paul Pfarrkirche der königlichen Stadt angenommen; die infolgedessen Namengeberin des Archidiakonates Stuhlweissenburg in der Diözese Veszprém (Archidiaconatus Albensis) wohl als die Urpfarre des ent­sprechenden Komitates (ecclesia baptismalis) ihren Anfgang nehmen musste. Weil aber auf dem Stadthügel, laut der neueren archeologischen Befunden der Grossfürst seinen Hof angelegen haben sollte — dort also wo die jetzige Bischofskirche, die Nachfolgerin der mittelalterlicher Stadtpfarrkirche steht — die Urpfarrkirche der Stadt und des Komitates Alba mit der Hofkirche des Grossfürsten Géza (972—997) identisch sein müsse. Verhältnissmässig jüngeren Datums sei die Mariä Himmelfahrtskirche, die Krönungs- und Begräbnisbasilika der Könige Ungarns bis 1539. Der Gründer des vornehmsten kirchlichen Institutes, von Székesfehérvár war der erste König, Stephan der Heilige (997—1038) selbst. Die Marienkirche ist von ihm einigermassen als Mittel­punkt seines Reiches erdacht. Dort sollte der Königsthron, die sedes regni aufgerichtet werden. Dort wählte er für sich, für seine Familie die letzte Ruhestätte, dem Dom­kustos waren die Reichsinsignien zur Aufbewahrung anvertraut, endlich in dieser Marienbasilika fand die Weihe der ungarischen Könige statt. Der Prälat des Basilika­klerus war der Propst. Die Kirchenämter waren unter den Scholaster (später Lector genannt), den Cantor und Custos verteilt. Aus diesen Officia, nachher Dignitates und aus dem sich zum kanonischen Leben bekennenden Teil der übrigen Kleriker (collegium canonicorum) entstand allmählich das einheitlich gewordene Capitulum Albense, erst in der Regierungszeit des Hl. Ladislaus. In der Zeit der Gründung existierte es noch kaum, da die in den Stephanslegenden erhaltene Gründungs­geschichte noch lediglich von einem Klerus der Marienkirche weisst. Ausserdem kam es wiederholt zu Streitigkeiten zwischen Propst und Kapitel wegen der Ausübung der Vorrechte, besonders der aktiven Exemption. Letztere dehnte sich auf etwa 60 Pfarren in den Komitaten Fejér und Somogy aus. Die Erhebung von der Krönungs­basilika zur Nulliusprälatur kann wohl auf Jänner 1181 datiert werden. Es geschah gleichzeitig mit der päpstlichen Eximierung der Abtei St. Martin in Pannonien (Pannonhalma OSB). Die Zahl der Kanoniker belief sich auf 40, dazu kamen noch zahlreiche Altaristen, Chorkapläne (sacerdotes chori), Chorkleriker und Chorschüler (clerici chori und scholares). Somit dürfte der Chorus Albensis aus etwa 100—120 Personen bestanden sein. Von diesem zahlreichen Klerus wurde nach dem Chordienst noch die berühmteste Domschule des Reiches (Gerhardslegende) und ein angesehener Glaubwürdiger Ort (locus credibilis) versehen. Bis etwa das 13. Jh. hinein stellte 35

Next

/
Thumbnails
Contents