Anders Alexandra – Lőrinczy Gábor szerk.: A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve: Studia Archaeologica 12. (Szeged, 2011)
SZATMÁRI Imre: Ujabb adatok a sarkadi vár késő középkori kályhacsempéihez
SZATMÁRI Imre NEUE ERKENNTNISSE ZU SPA TMITTELAL TERLICHEN OFENKA CHELN A US DER BURG VON SARKAD Imre SZATMÁRI Die Ofenkacheln vom Gelände der mittelalterlichen Burg von Sarkad sind im Komitat Békés eines der bedeutendsten Ensembles der bis jetzt dokumentierten Ofenkachelfunde. Unter ihren Merkmalen kann man die unglasierte Ausfuhrung und besonders den Motivschatz erwähnen, der die Themen und Vorlieben der volkstümlichen Schnitzkunst des 16.-17. Jh. darstellt. Das Fundmaterial, das aus Ofenkacheln, verschiedenen Keramiktypen sowie Metallgegenständen besteht, kam 1974 im Zentrum der heutigen Siedlung auf dem Gelände der mittelalterlichen Burg von Sarkad zutage (Abb. 1-2), ihre Rettung haben wir Irén Juhász zu verdanken. Die Aufarbeitung des vollständigen Fundmaterials wurde in zwei Etappen ausgeführt: der Veröffentlichung der Ofenkacheln (SZATMÁRI 1997) folgte die Aufarbeitung der Keramik- und Metallfunde (SZATMÁRI 1999). Mittlerweile gelangten aber durch eine Privatperson zwei neue Ofenkachelfragmente, die ebenfalls diesem Fundmaterial angehören, ins Museum. Der Vollständigkeit der früheren Aufarbeitungen zuliebe fügen wir deshalb die zwei neuen Fragmente in das Fundmaterial ein. Beide Stücke tragen mit neuen Details dazu bei, den Motivschatz der Ofenkacheln der Typen V und VII (Abb. 3, 1-2) bzw. des Typs X (Abb. 3, 3—4) innerhalb der bisherigen Einteilung zu erweitern (SZATMÁRI 1997,419-120). Eines der beiden Kachelfragmente stellt eine Ritterfigur und vermutlich einen Jagdhund sowie einen Mond und einen Stern dar. Die Bedeutung dieses Fragments ist, dass es Ofenkacheln, die bis jetzt in zwei getrennte Typen eingeordnet waren (Typ V und VII) nicht nur verbindet, sondern ihre Darstellung auch deutlich erweitert (Abb. 2, 1-3). Das andere Ofenkachelfragment ist mit den Stücken des Typs X fast vollkommen identisch, es zeigt aber auch ein neues kleines, vorher unbekanntes Detail (Abb. 3, 5-6). Themen und Motivdetails, die auf der Ofenkachel mit der Ritterfigur zu sehen sind, spiegeln die Gestaltungswelt der spätmittelalterlichen volkstümlichen Hafnermeister der südlichen Tiefebene wider. Beides steht für eine Gruppe von Ofenkacheln, die in der Gegend bereits bekannt sind und deren Verbindungen in erster Linie nicht Richtung Landesmitte oder Oberland (Felvidék) zeigen, sondern eher nach Transsylvanien. Die untere Zeitgrenze des Alters der Ofenkacheln kann in das 16. Jh., die obere Zeitgrenze - zusammen mit den anderen Funden, die mit diesen Stücken zutage kamen - mit höchster Wahrscheinlichkeit in das 17. Jh. gelegt werden, und zwar in sein mittleres Drittel, ca. zwischen 1620 und 1660 (SZATMÁRI 1997,428; SZATMÁRI 1999, 189). Übersetzt von Éva Pávai-Morehe Szatmari Imre Munkácsy Mihály Múzeum 5600 Békéscsaba Széchenyi u. 9. E-mail: szatmari@bmmi.hu 656