Anders Alexandra – Lőrinczy Gábor szerk.: A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve: Studia Archaeologica 12. (Szeged, 2011)
STRAUB Péter: Újabb késő népvándorlás kori település Nagyrécse határában (Bakónaki-patak)
Újabb késő népvándorlás kori település Nagyrécse határéiban (Bakónaki-patak) VI DA 2009 Vida T: ,JCérték, hogy Pannoniában lakhassanak... " Az avarok letelepedése. In: Régészeti dimenziók. Tanulmányok az ELTE BTK Régészettudományi Intézetének tudományos műhelyéből. Szerk.: Anders A. - Szabó M. - Raczky P. Budapest 2009, 105-122. WAWRUSCHKA 1999 Wawruschka, C.: Die frühmittelalterliche Siedlung von Rosenburg im Kamptal (Niederösterreich). ArchAust 82-83 (19981999) 1999, 347—411. ZABOJNÍK 2006 Zabojnik, J.: Nálezy tzv. zvonov na pecenie na lokalitách z obdobia avarského kaganátu na üzemi Slovenska. — The Finds of so-called Bakind Bells in Finding Places from the Avar Khaganate Period in Slovakia. In: Aevum Medium. Zbornik na poces Jozefa Hossa. Red.: Zabojnik, J. Bratislava 2006, 133-147. SEL F SIEDLUNG DER SPÄTEN VÖLKERWANDERUNGSZEIT IN DER GEMARKUNG NAGYRÉCSE (BA KÓNA KI-PA TAK) Péter STRAUB In Baráka-dülő im Südwesten der Gemarkung Nagyrécse wurde vor dem Bau der Autobahn M7 eine karolingische Siedlung entdeckt. 2006-2007 ist es uns gelungen, in ihrer Nähe auch eine andere Siedlung aus der Völkerwanderungszeit freizulegen. Dieser Fundort kam 210 m östlich des vorherigen Fundplatzes am gegenüberliegenden Ufer des Bakónaki-Baches zum Vorschein. Wir konnten hier insgesamt 14.390 m 2 freilegen (Abb. la), von 183 Objekten enthielten 91 Objekte Fundmaterial der Völkerwanderungszeit (Abb. lb). In der Mehrheit fanden wir längliche Gruben mit parallelen Seiten und abgerundeten Ecken (Abb. 2), die eine häufige Erscheinung bei Siedlungen des 7.-9. Jh. sind. Zum anderen häufigen Typ gehören Abfall- und Speichergruben in runder oder leicht ovaler Form (Abb. 3). Es gab drei Freiluftöfen, die alle mit einem breiten und tiefen Vorraum dokumentiert werden konnten (Abb. 4-5). Bei einem war die Erneuerung des Ofenbodens zu beobachten (Abb. 5, 3). In einem anderen Fall war anstelle des aufgegebenen Ofens am anderen Ende der Arbeitsgrube ein neuer Ofen errichtet worden (Abb. 4, 3; Abb. 5, 4-6). Die Freilegung der Brunnen, die nahe beieinander gefunden wurden, war wegen des hohen Grundwasserstandes leider nur teilweise möglich (Abb. 6). Die Brunnen können aber, wie auch die Grabenabschnitte im mittleren und nördlichen Bereich des Fundortes, in die Völkerwanderungszeit eingeordnet werden. Spuren von Grubenhäusern haben wir nicht gefunden, wir können aber mit aller Wahrscheinlichkeit von Oberflächenbauten ausgehen. Die zwei Hauptbestandteile des Fundmaterials sind Keramik und Sandstein. Die größte typologische Gruppe der Keramik bilden Töpfe und Näpfe (Abb. 7-14), ursprünglich hatten die kleineren 10-15 cm Durchmesser, die größeren 18-26 cm. Die Exemplare sind, von einigen Ausnahmen abgesehen, auf einer langsam drehenden Töpferscheibe angefertigt, ihre Randgestaltung ist abwechslungsreich. Es gibt nur je ein Fragment, das mit einer Schüssel bzw. mit einer Backglocke in Verbindung gebracht werden kann (Abb. 7, 7; Abb. 11,3). Fladen-Backschiisseln (Abb. 7, 1-3; Abb. 8, 9) und Backformen aus Ton (Abb. 15-16) kamen aber in großer Anzahl in mehr als einem Dutzend Objekte und, mit Ausnahme von drei Exemplaren, alle in der Südwesthälfte des Fundortes zum Vorschein (Abb. 1, c). Bei der Datierung des Fundortes helfen einerseits die Gräberfelder und Siedlungen der späten Völkerwanderungszeit um Zalavár/Mosaburg, die in der Region freigelegt wurden, und andererseits das Fundmaterial des benachbarten Baráka-dűlő. Verglichen mit diesen fällt am Fundort Bakónaki-patak die vollständige Abwesenheit der komplizierteren Bodenstempel und der Topfformen mit stark gebrochener Schulter und engem Unterteil vom Typ Karoling auf. Die große Anzahl der Backformen und Fladen-Backschüsseln bzw. die unverzierten, archaisch geformten, handgefertigten Töpfe (Abb. 7, 4-5; Abb. 8, 7; Abb. 13, 2-3, 5) und die gedrungen kugeligen Gefäße (Abb. 9, 2; Abb. 13, 6; Abb. 14, 3), die auch in den Siedlungen am Anfang des 9. Jh. vorkommen, lassen vermuten, dass die Siedlung am Ende des 8. Jh. angelegt wurde und ihre Nutzung gleichzeitig mit der Siedlung im benachbarten Baráka-dűlö endete. Aufgrund der besonders großen Anzahl der Backformen und Backschüsseln für Fladen erscheint es naheliegend, in dieser Zeit am ehesten Slawen als Bewohner zu vermuten, die ganz am Ende des 8. Jh. ins Komitat Zala zurückkehrten. Übersetzt von Eva Pávai-Morche Straub Péter Zala Megyei Múzeumok Igazgatósága Zalaegerszeg 8900 Batthyány u. 2 straub@zmmi.hu 401